Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Worms: Speyerer Jazzgitarrist Frank Wingold kommt mit Trio im Februar zur Blue Nite

Frank Wingold mag Musik, die etwas schräg ist.
Frank Wingold mag Musik, die etwas schräg ist. Foto: Bernd Arnold/frei

„Entangled Music“ heißt das Album, mit dessen Stücken Jazzgitarrist Frank Wingold plus Bass und Drums Anfang Februar nach Worms zur nächsten Blue Nite kommen wird. Seine Wurzeln liegen in der Pfalz.

„Entangled“ heißt so viel wie „verheddert“ oder, positiver betrachtet, „verschlungen“. Es bedeutet aber auch „verschränkt“, wie in der Quantenphysik. Frank Wingold ist Professor für Jazzgitarre an der Hochschule in Osnabrück. Was er in seinem Trio auf der Gitarre spielt, ist für sich alleine schon oft sehr anspruchsvoll. Melodie, unterlegt mit gebrochenen Akkorden, komplexe Harmonien, dazwischen der Kontrabass, der in hohen Registern manchmal mit der Gitarre verschmilzt.

Dazu gibt es ein Schlagzeug, das diese komplizierten Bewegungen mit spielerischer Leichtigkeit mitgeht. Jonas Burgwinkel ist der Mann an den Drums, und er war erst kürzlich mit dem Sternal Trio in Worms. Bassist Robert Landfermann bekam mit Burgwinkel zusammen den WDR-Jazzpreis für Improvisation – da zeigt sich schon, dass es in Worms gute Voraussetzungen für eng verschlungene Musik gibt. Und Wingold spielt mit Burgwinkel im Quartett Clairvoyance, das schon viele Jahre besteht.

Improvisation und Witz

Frank Wingold hat schon früh Musik gemacht, die gerne etwas „schräg“ ist. Aufgewachsen ist er in Speyer, wo er schon in gemeinsamen Projekten mit Lömsch Lehmann gespielt hat. Noch heute gehören beide zu Underkarl, einer Formation, die Improvisation und skurrilen Witz zum Ausgangspunkt ihrer Arbeit macht.

Wingold, geboren 1968, studierte in Hilversum und Köln Jazz und klassische Gitarre. Heute lebt er in Köln. Mit seiner Trioformation Agog gewann er 1993 den Europe Jazz Contest in Brüssel und wurde selbst mit dem Preis als bester Solist geehrt. 2002 gewann Agog die Dutch Jazz Competition auf dem North Sea Jazz Festival. Underkarl hat 2013 den Echo Jazz gewonnen. Und Wingold hat bereits als Sideman für viele andere Musiker gearbeitet, darunter Efrat Alony, Stefan Scheib und Niels Klein.

Begriffe aus der Quantenphysik

Der Wahl-Kölner hat eine profunde Kenntnis der Entwicklung der Jazzgitarre. Und er beherrscht eine Menge an Spieltechniken und Klängen. Darunter sind dichte Blockakkorde ebenso wie luftige Linien oder Techniken der rechten Hand wie Tapping. Manchmal staunt man beim Zuhören und fragt sich, wie er das wohl macht. Etwa die Flageoletts am Anfang von „Singularity“ – der Titel ist ebenfalls ein Begriff aus der Quantenphysik.

Manche von Wingolds Kompositionen sind bildhaft anschaulich, wie etwa „Snail Mail“, das einen ruhigen Puls hat. Bei aller Hintergründigkeit und Komplexität bleibt Wingolds „Entangled Music“ doch immer zugänglich. Das Album lässt die Hörer die Interaktion der Musiker miterleben. Und löst dabei eine ganze Bandbreite an Reaktionen aus, die von Staunen bis Amüsement reichen. Das wird sicher spannend werden bei der nächsten Wormser Blue Nite.

Termin

Blue-Nite-Konzert des Frank Wingold Trios („Modern Guitar Jazz“) am Donnerstag, 6. Februar, 20 Uhr, im oberen Foyer des Wormser Theaters. Karten für 17 Euro (ermäßigt acht Euro) gibt es nur an der Abendkasse.

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