Frankenthal Westlich des Bahnhofs: Land fördert Dialog mit Eigentümern
Die Projektpartner und Planer der Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte/Wohnstadt sehen auf den Flächen an Johann-Klein-Straße und Albertstraße Potenzial für den Bau von rund 500 Wohnungen. Nach Einschätzung der Fachleute ist das Areal, in dem beispielsweise das ehemalige Brauereigelände und große Garagenanlagen liegen, in seinem aktuellen Zustand „nicht mehr entwickelbar“. Die Bestandsgebäude müssten bis auf wenige Ausnahmen, darunter einige wertvolle Häuser aus der Gründerzeit, abgerissen werden.
Dieser radikale Wandel für das Gebiet an der Bahnlinie Mannheim-Mainz funktioniert freilich nur unter einer Bedingung: Die privaten Eigentümer der Grundstücke müssen für die Pläne gewonnen werden. Auf erste Informationen zum Geplanten, das bisher 13 Baufelder und ein grobes Bebauungskonzept umfasst, haben bislang nur zwei von ihnen Verkaufsbereitschaft signalisiert, hieß es im Oktober im Planungs- und Umweltausschuss.
Ziel: Innenentwicklung fördern
Das soll sich – so die Hoffnung der Landesregierung – mit dem Geld aus Mainz nun ändern: Der Zuschuss aus dem Programm „Experimenteller Wohnungs- und Städtebau“ ist dafür gedacht, mit Bürgern und Eigentümern in Dialog über die bisher vorliegenden Ideen zu kommen. Ziel sei es, „lebenswerte Quartiere mit zeitgemäßem Wohnraum auf vorhandenen innerstädtischen Flächenpotenzialen zu entwickeln“, heißt es in einer Pressemitteilung des Bau- und Finanzministeriums zu der Förderung.
Realisiert werden sollen aber keine schicken Prestigeprojekte. Deswegen legt das Land besonderen Wert darauf, dass in Frankenthal und den beiden weiteren Pilotkommunen auch geförderter Wohnraum entsteht, was seinen Angaben zufolge für ein Viertel der geplanten Einheiten zutreffen soll. Im Sinn haben die Geldgeber außerdem, dass der Bedarf an Wohnungen nicht nur mit neuen Baugebieten außerhalb der Stadtgrenzen gedeckt werden sollte: „Wir wollen zeigen, wie Innenentwicklung unter den aktuellen Rahmenbedingungen gelingen kann“, lässt sich Bau- und Finanzministerin Doris Ahnen (SPD) in der Mitteilung zitieren.