Frankenthal
Weihnachtsmarkt: Anbieter können Kritik nicht teilen
Die bei einem Rundgang gesammelten Stimmen zeichnen ein überwiegend positives Meinungsbild, das die befragten Schausteller im Wesentlichen an drei Punkten festmachen: Man ist mit den Umsätzen durchaus zufrieden und setzt große Hoffnung in den Endspurt. Von den Besuchern komme immer wieder Lob wegen der familiären Atmosphäre des Marktes. Und die weitgehend auf dem Niveau der Vorjahre gehaltenen Preise würden als ausgesprochen moderat empfunden.
Dass überall dort, wo Glühwein ausgeschenkt wird, insbesondere in den Abendstunden die Post abgeht, ist nicht verwunderlich, genießt der Klassiker unter den Heißgetränken doch Kultstatus. Aber auch das breitgefächerte Angebot kunsthandwerklicher oder dekorativer Geschenkartikel findet ein dankbares Publikum. Erstmals gibt es bei den sieben Hobbybuden, die von der Stadt zu einer kaum nennenswerten Gebühr vermietet werden, keinen Leerlauf. Sie seien während der gesamten Öffnungszeiten wechselweise besetzt, berichtet Marktmeisterin Lara Hellwig.
„Ich bin wie immer zufrieden“, erklärt Johannes Heilmann, der im Holzhäuschen des Weinguts Misskam die Stellung hält. Die Nachfrage nach Glühwein, der aus eigener Produktion stamme, entspreche in etwa der des Vorjahres. Bei ihm gilt: Rot schlägt Weiß. Dass über den Weihnachtsmarkt so viel gemeckert wird, stört den Winzer. Seine Preise seien seit zwei Jahren konstant.
Schneebälle aus Franken
Am Süßwarenstand von Frank Geiger geht Naschkatzen das Herz auf. „Die Umsätze stimmen“, verrät er, an der Preisspirale sei nicht gedreht worden. Seine Kunden, die zum Teil von weither anreisen, schätzen die gemütliche Atmosphäre – und natürlich seine „Schneebälle“, eine Spezialität aus Franken, von der schon zwei Sorten ausverkauft sind. Wer kann schon mit Schaumküssen in 14 verschiedenen Geschmacksvarianten aufwarten? Das Geheimnis seiner „Liebesäpfel“ will Geiger freilich nicht preisgeben.
Preisfrage: Wo gibt es die längste Warteschlange? Richtig, vor dem Langos-Stand von Andrea Fischer. Bei der agilen Schaustellerin laufen die Geschäfte besser als im Vorjahr. Die frittierten Hefeteilchen, die ihren Ursprung in der ungarischen Küche haben, werden frisch zubereitet. Zwölf Sorten – von süß bis herzhaft – stehen zur Auswahl. „Die Kinder bevorzugen Nutella, ansonsten gibt es keine klaren Favoriten“, berichtet die Frankenthalerin.
Über zu wenig Glühweindurst ihrer Kunden kann sich Inge Herr nicht beklagen. In ihrer „Vinothek“ haben sie die Wahl zwischen Portugieser und Dornfelder vom Weingut Hopp in Heßheim. Die paar Regentage konnten die Bilanz nicht verwässern, die Umsätze bewegen sich auf Vorjahresniveau. Die Schaustellerin schätzt die friedliche Atmosphäre und die gute Laune ihrer Gäste.
Das A und O ist das Wetter
Bisher nicht ganz auf seine Kosten gekommen ist Markus Schulz, der für seine Pizzen und Flammkuchen die Preise moderat anpassen musste. Er vermutet, dass sich die Sicherheitsmaßnahmen nicht positiv auf den Besuch auswirken. Auch Anja Meister hätte sich in den ersten Wochen etwas mehr Zuspruch für ihren Glühweintreff gewünscht. „Nur wenn’s Wetter passt, kommen die Leute.“
Dem Duft eines Knobi-Baguettes ist schwer zu widerstehen. „Ich kann mich nicht beklagen“, sagt deshalb Ralph Meister, der eine breite Auswahl im Angebot hat und seit drei Jahren die Preise konstant hält. Der Favorit unter den Belägen? Schafskäse mit Peperoni. Das Mittagsgeschäft sei allerdings deutlich zurückgegangen, bedauert der Beindersheimer Gastronom.
Relativ zufrieden gibt sich Carolin Laux, deren Waffeln mit Kirschen und Sahne ebenso hoch im Kurs stehen wie die mit Nougat gefüllten Crêpes – angeboten zu den Vorjahrespreisen. Immer wieder bekomme sie von ihren Kunden zu hören: „Frankenthal hat einen tollen Weihnachtsmarkt.“ Dem kann die junge Schaustellerin nur beipflichten. Für Reinhard Schoninger, der in einer Aktionsbude seine von Hand gefertigten Flechtarbeiten in zwölf Farben anbietet, ist es im vergangenen Jahr besser gelaufen. „Ich hoffe, dass noch etwas kommt“, lautet der Wunsch des Hobbybeschickers aus Bobenheim-Roxheim.
„Machen das hier nicht aus Habgier“
Nicht klagen kann Bernd Nickel, wenngleich die bisherigen Umsätze in seiner „Kartoffel-Hütt’n“ leicht unter dem Vorjahr liegen. Er kenne Kollegen, die mit Einbußen von bis zu 30 Prozent klarkommen müssten. Der Preis für den von den Besuchern geschätzten Reibekuchen sei seit Jahren konstant. „Wir machen das ja nicht aus Habgier“, hebt der Frankenthaler Schausteller hervor.
Für Bürgermeister Bernd Knöppel (CDU) ist das Angebot auf dem Weihnachtsmarkt attraktiv und das Ambiente stimmig. „Luft nach oben ist immer“, betont er gegenüber der RHEINPFALZ. Und Marktmeisterin Lara Hellwig ergänzt, dass im laufenden Betrieb immer wieder nachgesteuert werde, um verschiedene Dinge zu optimieren. Allerdings werde es zunehmend schwieriger, genügend kunsthandwerkliche Anbieter zu gewinnen.
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