Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Weihnachtskonzert im Gleis 4 sorgt für eine musikalische Bescherung

Machte auch als Sänger eine gute Figur: Gitarrist Stefan Kahne.
Machte auch als Sänger eine gute Figur: Gitarrist Stefan Kahne. Foto: BOLTE

Ausverkauftes Haus im Frankenthaler Kulturzentrum Gleis 4: Mit rund 230 Besuchern und einer illustren Musikertruppe bildete das traditionelle Weihnachtsspecial am Mittwoch einen Höhepunkt im Veranstaltungsprogramm des zu Ende gehenden Jahres.

„Wir wollen einfach Musik machen und Spaß haben“, sagte Weihnachtsspecial-Initiator Stefan „Steppes“ Brod. Und genau so war es auch: Ob Musikfans, Partygänger oder Weihnachts-„Flüchtlinge“ – sie alle fanden sich am Abend des Ersten Weihnachtsfeiertags im Gleis 4 zwischen schimmernden Christbaumkugeln und unter baumelnden Zipfelmützen ein. Geboten wurde ein mehr als dreistündiges Weihnachtskonzert der besonderen Art, ganz und gar frei von Kitschliedern. Für die Besucher gab es ein Wiederhören mit Klassikern, die zum Abrocken unterm Weihnachtsbaum einluden.

Wie in den Vorjahren hatte Schlagzeuger Stefan Brod alte Kumpels und Weggefährten eingeladen. Die Fans freuten sich über musikalische Leckerbissen aus fünf Jahrzehnten, bei denen der Funke sofort übersprang. Den Anfang machten Nash, die Country-Band um Sänger Achim Degen. Zusammen mit Wolfgang Bast (Bass), Stefan Brod (Drums) und Stefan Kahne (Gitarre) präsentierte er ohne jeden Schnörkel Willie Nelsons „On The Road Again“ von 1979 und „You Don’t Miss Your Water“ von William Bell.

Session-Format wird zelebriert

Die Besetzungen auf der Bühne wechselten praktisch im Minutentakt. Aus Köln war Gitarrist Markus Tiedemann angereist, der mit coolem Timbre unter anderem Dierks Bentleys „Free And Easy (Down The Road I Go)“ und „Poison Girl“ (Chris Whitley) brachte. Michael Germann am Bass und Gitarrist Roman Nagel vervollständigten die illustre Runde. Mit ihrer Interpretation der zu Gehör gebrachten Klassiker und ihren virtuosen Soloeinlagen zelebrierten die Musiker das Session-Format, ihr Publikum brachten sie sofort zum Grooven und Mitsingen.

Die Entdeckung des Abends war die Mannheimer Vollblutsängerin Ira Diehr, die sonst unter anderem für die Formationen Field Commander und Die Dicken Kinder auf der Bühne steht. Mit ihrer variantenreichen Stimme erinnerte sie an Janis Joplin. Diehr legte viel Herzblut in Titel wie „An Englishman In New York“ (Sting) oder „Walking On Sunshine“ (Katrina & The Waves) und sorgte mit „These Boots Are Made For Walking“ von Nancy Sinatra für eine ordentliche Prise Flower-Power-Atmosphäre.

Für besondere Momente sorgte Achim Degen. Er zelebrierte die Nazareth-Hymne „Love Hurts“ und „The Weight“ (The Band) mit garantiertem Gänsehauteffekt. Zwischendurch begeisterte Gitarrist Stefan Kahne mit ausgefeilten Riffs und feinziselierten Improvisationen. Mit seiner ausdrucksvollen Stimme machte er auch als Sänger eine gute Figur.

Spontan und querbeet

Die Musiker spielten ihre Lieblingssongs spontan und querbeet, und so folgten auf bodenständigen Country und Southern Rock der 1970er-Jahre, unter anderem von The Allman Brothers Band, große Balladen und grooviger Reggae. Bei Mitsingtiteln wie „Ring Of Fire“ (Johnny Cash) und dem Beatles-Klassiker „Hey Jude“ war auch auf das Publikum Verlass.

Bei Stefan Kahnes und Ira Diehrs Unpluggedversion von Leonard Cohens „Halleluja“ wurde es dann noch mal gefühlsintensiv, ehe mit „Proud Mary“ (Creedence Clearwater Revival) der Mississippi-Dampfer Fahrt aufnahm. Für Musiker und Besucher war das Weihnachtsspecial auf jeden Fall eine sehr schöne Bescherung.

Nash, die Country-Band um Achim Degen (Mitte), präsentierte ohne jeden Schnörkel Willie Nelsons „On The Road Again“.
Nash, die Country-Band um Achim Degen (Mitte), präsentierte ohne jeden Schnörkel Willie Nelsons »On The Road Again«. Foto: BOLTE
Mit ihrer variantenreichen Stimme erinnerte Vollblutsängerin Ira Diehr an Janis Joplin.
Mit ihrer variantenreichen Stimme erinnerte Vollblutsängerin Ira Diehr an Janis Joplin. Foto: BOLTE
„Wir wollen einfach Musik machen und Spaß haben“, hatte Initiator Stefan „Steppes“ Brod gesagt. Und genau so kam es auch.
»Wir wollen einfach Musik machen und Spaß haben«, hatte Initiator Stefan »Steppes« Brod gesagt. Und genau so kam es auch. Foto: BOLTE
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