Fussball
Was Vereine und Schiedsrichter im Kreis Rhein-Pfalz bewegt
Kreisvorsitzender Klaus Rings und Staffelleiter Thomas Knecht-Jentzsch hatten vor der Saison 2025/2026 der Fußball-A-, B- und C-Klassen des Fußballkreises Rhein-Pfalz einige Probleme zu lösen. Gleiches galt für Uwe Koob, den Vorsitzenden des SV Weisenheim am Sand, in dessen Festhalle sich die Vereinsvertreter am Samstagvormittag anlässlich der Vorbesprechung der Staffeln Nord der B- und C-Klasse trafen.
„Im vergangenen Januar war unsere Planung für die kommende Saison in der A-Klasse bereits abgeschlossen. Im Mai hatte dann ein zahlungskräftiger Verein vier unserer Spieler abgeworben, was eine Lawine auslöste und weitere veranlasste, zu verlassen“, berichtete Koob bei seiner Begrüßung. „Da wir dann davon ausgegangen sind, in der A-Klasse keine konkurrenzfähige Mannschaft aufbieten zu können, haben wir uns dazu entschieden, unsere Zweite mit den verbliebenen Spielern der Ersten zusammenzuführen und dieses Team in der B-Klasse antreten zu lassen. Es ist jedenfalls eine verschworene Truppe, von denen die meisten in Weisenheim beheimatet sind“, meinte er zur weiteren Entwicklung.
Preistreiberei kritisiert
Da sich nicht nur der SV Weisenheim am Sand, sondern auch der SC Schwarz-Weiß Frankenthal dazu entschieden, freiwillig die A-Klasse Rhein-Pfalz zu verlassen, und sich in der Aufstiegsrunde der drei A-Klassen-Zweiten zur Ermittlung des vierten Aufsteigers in die Bezirksliga Vorderpfalz der SV Obersülzen der Rhein-Pfalz-Vertreter durchsetzte und aus der Bezirksliga kein Team aus dem Fußballkreis Rhein-Pfalz abstieg, erreichte der aufgrund dessen während der vergangenen Rückrunde vom Spielbetrieb ausgeschlossene und dadurch eigentlich als erster Absteiger feststehende Tabellenletzte PSV Grün-Weiß Ludwigshafen den Klassenerhalt.
„Wir sind von der gleichen Entwicklung wie der SV Weisenheim am Sand betroffen gewesen. Uns wurden auch viele Spieler abgeworben, wodurch wir in der vergangenen Saison chancenlos waren. Manche sehen, welche Geldbeträge im Profifußball fließen, und meinen, das müsste unten ebenso der Fall sein“, sagte Knecht-Jentzsch in seiner Funktion als Vorsitzender der Grün-Weißen dazu. Wie Uwe Koob wolle er diese Preistreiberei nicht mitmachen. „Wir hatten eigentlich in der B-Klasse einen Neuanfang geplant, damit die A-Klasse aber die Sollstärke von 16 Mannschaften aufweist, sind wir dazu verpflichtet worden, in dieser zu bleiben“, informierte er.
Schwierige Aufteilung
Die größte Schwierigkeit des Kreisvorsitzenden Klaus Rings sei gewesen, die für die B- und C-Klassen gemeldeten Mannschaften in die Staffeln Nord und Süd aufzuteilen. „Für die B-Klasse haben 16 Vereine aus dem südlichen Kreisgebiet, aber nur zwölf aus dem nördlichen gemeldet. Da sich dankenswerterweise der ASV Fußgönheim und der ASV Maxdorf bereiterklärten, freiwillig mit deren zweiten Mannschaften in der Staffel Nord anzutreten, konnten wir jeweils zwei Staffeln mit jeweils 14 Teams bilden“, erläuterte Rings.
Bei den Planungen für die C-Klasse sei es komplizierter gewesen. „Die Meldungen aus dem Gebiet des früheren Kreises Frankenthal überwogen die aus dem Bereich Ludwigshafen deutlich. Wir haben dann gelost, wer von den geografisch eigentlich in die Staffel Nord gehörenden Mannschaften in die Staffel Süd muss“, ließ Rings wissen. Es traf die Frankenthaler Teams FC Arabia II, Vatanspor II und TSV Eppstein II. Nachdem der VfR Grünstadt seine zweite Garnitur kurzfristig zurückzog, gehören der C-Klasse Nord nun 13 und der C-Klasse Süd nur elf Mannschaften an.
Lob für Fairplay
Staffelleiter Knecht-Jentzsch lobte besonders den SV Kirchheim, der in der vergangenen Saison die Fairnesstabelle der B-Klasse Nord anführte. Weder gegen Spieler noch Teamoffizielle wurde ein Platzverweis ausgesprochen. Ebenso erhielt kein Akteur eine Zeitstrafe. Die einzige Sanktion waren 31 Gelbe Karten. Mit 31 Gelben sowie keiner Roten Karte ist die Bilanz des FV Freinsheim II fast identisch. Dieser musste allerdings eine Zeitstrafe hinnehmen.
Hinsichtlich der Fairness bedauerte er, dass das Freundschaftsspiel der beiden C-Klasse-Teams Schwarz-Weiß Frankenthal und TuS Flomersheim am 15. Juli nach drei Roten Karten und gerade einer halben Stunde Spielzeit abgebrochen werden musste. „Es ist natürlich pikant, dass diese zwei Mannschaften gleich am ersten Spieltag wieder aufeinandertreffen“, bemerkte Knecht-Jentzsch. Er bat auch darum, wie in der vergangenen Saison geschehen, darauf zu verzichten, Konkurrenten bei Vergehen nachträglich anzuschwärzen. „In einem Fall bin ich erst mehrere Wochen nach einem Spiel von einem Verein informiert worden, dass beim Gegner ein nicht spielberechtigter Akteur mitgewirkt habe, und das trotz Sieges des anzeigenden Clubs“, beschrieb er einen Vorgang.
Arroganz angeprangert
Während vom TuS Flomersheim kein Vereinsvertreter anwesend war, bemerkten die des Schwarz-Weiß Frankenthal, dass die Probleme inzwischen ausgeräumt seien. Sie kritisierten allerdings das gelegentlich arrogante und provozierende Auftreten manch junger Schiedsrichter gegenüber deutlich älteren Spielern.
„Teilt uns das mit. Wir sprechen dann mit dem Kollegen. Man muss aber auch beachten, dass viele Spiele im Austausch mit anderen Fußballkreisen besetzt werden“, antwortete Adrian Kokott, stellvertretender Schiedsrichterobmann des Kreises Rhein-Pfalz. Er erklärte auch ausführlich die Auswirkungen der zahlreichen Regeländerungen, insbesondere die neue Acht-Sekunden-Regel des Torwarts, bezüglich der Ausführung von Schiedsrichterbällen und Elfmetern und die auf Anordnung der Fifa erfolgte Abschaffung der Zeitstrafe, die es aber in vier Fällen von Unsportlichkeiten in Form der neuen Gelben Karte plus doch noch gibt.
Neue Regeln erläutert
„Dabei gilt zu beachten, dass ein Spieler nach einem Feldverweis auf Zeit erst während einer Spielunterbrechung auf Anweisung des Schiedsrichters den Platz wieder betreten kann. Neu ist auch, dass Spieler, die weniger als zehn Minuten vor dem Abpfiff eines Pokal-, Entscheidungs- oder Relegationsspiels mit einer Zeitstrafe bedachten Spieler an einem Elfmeterschießen fortan teilnehmen dürfen“, sagte Kokott.
Am Ende der Sitzung beschlossen die Vereinsvertreter einstimmig, dass in der B- und C-Klasse Nord Frauen freier Eintritt gewährt werden solle.