Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Waldorf-Kita Frankenthal: Neubau-Projekt startet

Gemeinsam buddeln macht Spaß – besonders, wenn es um ein neues Gebäude für den eigenen Waldorf-Kindergarten geht.  Foto: BOLTE
Gemeinsam buddeln macht Spaß – besonders, wenn es um ein neues Gebäude für den eigenen Waldorf-Kindergarten geht.

Es bedurfte eines extrem langen Atems, bis am Freitagnachmittag auf dem vorbereiteten Baufeld südlich der Waldorfschule der erste Spatenstich für den Neubau der Kindertagesstätte vollzogen werden konnte. Die mit Schaufeln ausgerüsteten Kleinen konnten es kaum erwarten, zusammen mit den erwachsenen Ehrengästen zum kollektiven Schippen in Aktion zu treten.

Passend zur schier endlosen Vorgeschichte des Projekts zitierte Carsten Felgenhauer, Geschäftsführer des Trägers Waldorfschulverein, eine chinesische Volksweisheit: „Fürchte dich nicht vor dem langsamen Vorwärtskommen, fürchte dich nur vor dem Stehenbleiben.“ Es habe vieler Anläufe und Lösungsansätze bedurft, bis 2018 der Knoten endlich geplatzt sei. „Wir haben nie den Mut verloren und immer fest daran geglaubt“, betonte Felgenhauer. Er erinnerte daran, dass die Bau- und Zuschussanträge vor sieben Jahren gestellt worden seien. Die Folge: „Die ursprünglichen Pläne waren nicht mehr haltbar, wir mussten nach Alternativen suchen.“

Von einem „Provisorium mit Ewigkeitscharakter“ sprach Oberbürgermeister Martin Hebich (CDU). Es verdiene Anerkennung, dass der Waldorfschulverein beharrlich für das Projekt gekämpft habe. Viele Steine hätten aus dem Weg geräumt werden müssen. Jetzt sei die Zeit, nach vorne zu blicken und sich auf ein Haus zu freuen, in dem Kinder sich wohlfühlen und Erfahrung mit der Natur machen könnten. Die Waldorfpädagogik finde immer mehr Anhänger. Auch die Stadt Frankenthal wolle die Vielfalt fördern, unterstrich der OB und sagte dem Verein Unterstützung zu.

Der fröhliche Sommertanz – vorgeführt von den Kita-Kindern mit ihren Erzieherinnen – und das muntere Musizieren des Orchesters der fünften Klasse schafften es nicht, die grauen Regenwolken zu vertreiben. Und so bewirkten die wenigen Tropfen, dass sich die Redebeiträge auf ein Minimum beschränkten. Während Kita-Leiterin Bianca Surmann die Freude über den heißersehnten Startschuss für das Projekt anzumerken war, informierte Ingo Schaar, Geschäftsführer des Planungsbüros S2 Architektur GmbH aus Birkenau, über die weiteren zeitlichen Abläufe. Nach den Erdarbeiten werde Anfang Juli die Bodenplatte gegossen und anschließend mit der Erdwärmebohrung begonnen. Laufe alles nach Plan, werde der Rohbau Ende August stehen. Und im Oktober könne dann mit dem Innenausbau begonnen werden, erläuterte Schaar.

Zur Sache: 80 neue Kita-Plätze

Die neue Kindertagesstätte der Freien Waldorfschule Frankenthal ist für vier altersgemischte Gruppen mit 80 Plätzen (davon maximal 26 U 3-Plätze) konzipiert. Das zweigeschossige Gebäude wird in ökologischer Massivholzbauweise mit Holzfaserdämmung und Holzfassade aus Lärche sowie einem Pfettendach errichtet. Es wird als Niedrigenergiehaus ausgebildet und mit einer energieeffizienten Haustechnik (Erdwärmepumpe und dezentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung) ausgestattet. Die Nutzfläche summiert sich auf 720 Quadratmeter, der umbaute Raum bewegt sich bei etwa 3150 Kubikmetern. An den mit 1,7 Millionen Euro veranschlagten Baukosten beteiligt sich die Stadt Frankenthal mit 317.500 Euro. Einen Zuschuss in gleicher Höhe finanziert die Stadt für Ludwigshafen, den Landkreis Bad Dürkheim und den Rhein-Pfalz-Kreis vor. Mit einer Fertigstellung wird bis Frühjahr 2020 gerechnet. Voraussichtlich zum neuen Kindergartenjahr nach den Sommerferien 2020 soll das Gebäude in Betrieb gehen.

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