Rückblick 2023 Von Silbersee bis Solarpark: Schlagzeilen des Jahres im Umland

Mit Wasser kommt am Silbersee lange nur der Bagger in Berührung.
Mit Wasser kommt am Silbersee lange nur der Bagger in Berührung.

Es ist ein heißer Sommer für Bürgermeister Michael Müller (SPD) und die Verwaltung von Bobenheim-Roxheim. Ausgerechnet das touristische Prunkstück jeder Sommersaison, der Silbersee, bleibt wochenlang geschlossen. Danach sieht es im Frühjahr zunächst nicht aus. Am Sandstrand rutscht ein Teil des Einstiegsbereichs in die Tiefen des Sees, da ist der Saisonstart noch weit entfernt. Nach dem Aufschütten der Lücke wiederholt sich das jedoch – und wird zu einem ausgewachsenen Problem für die Gemeinde, die im Unglücksfall haften würde. Der Verwaltung bleibt nichts anderes übrig, als den Badebereich abzusperren. Dann werden Taucher aktiviert, ein Sonar eingesetzt und Geologen eingeschaltet. Erst im August erfolgt die lang ersehnte Freigabe für den Strandbereich, auch wenn das Wetter von da an nicht mehr so richtig mitspielen will.

Eis schlecken mit Gottes Segen

Die Betreiber der Di Bello Gelato Panini Bar im Großkarlbacher Ortszentrum haben sich das gewiss einfacher vorgestellt. Gegenüber ihrem beliebten Geschäft liegt der Vorplatz der protestantischen Kirche. Anfang des Jahres entsteht deshalb die Idee, auf diesem Platz Tische und Stühle hinzustellen, damit Kunden nicht länger orientierungslos an der Straße stehen. Doch das muss das Presbyterium erst genehmigen. Bis man sich dort einig und der Pachtvertrag aufgesetzt ist, ist der Großteil des Sommers Geschichte. Dann klinkt sich die Kreisverwaltung ein: Ohne Antrag auf Nutzungsänderung wird vor der Kirche so schnell kein Eis geschleckt – zumindest nicht sitzend an Tischen. Der Fall liegt noch zur Bearbeitung bei der Verwaltung. Betreiber Angelo Di Bello hat optimistisch eine Art Weihnachtsveranstaltung auf dem Platz geplant. Doch auch daraus wird nichts. Vielleicht klappt’s ja im Frühjahr 2014.

Mobbing an der Gesamtschule

Ein zu dem Zeitpunkt 14-jähriger Schüler der Integrierten Gesamtschule (IGS) Grünstadt hat über Monate hinweg jüngere Schüler beleidigt, geschlagen und gemobbt. An die Öffentlichkeit kommt der Fall im Mai, als der Vater eines Opfers darüber spricht. Eine Tat in Freudenberg, wo im März Kinder ihre zwölfjährige Freundin töten, ist zu der Zeit allen im Gedächtnis. Und im Fall des IGS-Schülers soll dieser mit einem Messer gedroht haben. Die Schule reagiert mit Disziplinarmaßnahmen, es kommt aber auch zu Anzeigen. Die polizeilichen Ermittlungen erstrecken sich über den gesamten Sommer. Die Staatsanwaltschaft Frankenthal, die sich in dem Fall aufgrund der Minderjährigkeit des Schülers mit Details bedeckt hält, teilt Ende Dezember mit, dass eines der Verfahren gegen den Schüler Ende Oktober vorläufig eingestellt wurde. Bedingung ist, dass bis Ende Januar 2024 ein Täter-Opfer-Ausgleich stattfindet, etwa in Form eines Ausgleichsgesprächs.

Viele Kleinanleger investieren in Stromprojekt

Der Bau des Solarparks im Norden Heßheims wird Anfang 2023 endlich genehmigt und begonnen. Die Freiflächen-Fotovoltaikanlage soll so viel Strom erzeugen, wie rund 390 Durchschnittshaushalte verbrauchen. Robin Lehmberg von der Firma JT Solar 5 berichtet im Juni vom unerwarteten Erfolg der Schwarmfinanzierung: Innerhalb weniger Stunden geben zahlreiche Kleinanleger insgesamt 540.000 Euro für das Projekt. Lehmberg erwartet, dass die Anlage im Februar dem Netz der Pfalzwerke zugeschaltet werden kann.

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