Worms RHEINPFALZ Plus Artikel Vom Rocker zum Prediger: „Machine Gun Preacher“ Sam Childers bei der Stadtmission

Sammelt Spenden für Kinder in Afrika: Sam Childers.
Sammelt Spenden für Kinder in Afrika: Sam Childers.

Sam Childers, der Machine Gun Preacher, kann auf ein aufregendes Leben zurückblicken: Als junger Mann bewegte sich der US-Amerikaner als kriminelles Motorrad-Gangmitglied am Rande der Gesellschaft – bis er zum Glauben fand. Seit dem setzt er sich für soziale Projekte in Afrika ein. Seine Geschichte wurde in Hollywood verfilmt. Auf seiner Deutschland Tour erzählt Sam Childers aus seinem Leben – wie jüngst bei der Stadtmission in Worms.

Vom Saulus zum Paulus: So lässt sich das Leben von Sam Childers umschreiben. Voller Tränen, Blut und Schrecken im Zwielicht der gewalttätigen Drogen- und Bandenkriminalität auf den Straßen Amerikas fiel ihm einst die Aufgabe zu, nicht nur selbst illegale Substanzen zu verkaufen, sondern als Leibwächter die Abwicklung von Drogendeals zu sichern. Als Childers im Juni 1992 einer Massenevangelisation beiwohnte, sprang der christliche Glaube auf ihn über, weshalb er seinem alten Leben den Rücken kehrte. Seitdem setzt er sich für soziale Projekte in Afrika ein, etwa in Uganda und im Südsudan.

Sam Childers Lebenswandel klingt wie ein konstruiertes Drehbuch. Und so wundert es auch nicht, dass man in Hollywood auf seine Autobiografie aufmerksam wurde, die Sam Childers zwischen zwei Buchdeckel gepackt hat. Mit Schauspieler Gerard Butler in der Hauptrolle erschien 2011 der Film mit dem Titel „Machine Gun Preacher“. Allerdings ist mit dieser Verfilmung seines Lebens der echte Sam Childers, der fünf Waisenhäuser in Afrika gegründet hat, Brunnen für sauberes Trinkwasser baut und die Schulbildung vorantreibt, nicht in Gänze zufrieden. „In dem Film sieht man, wie Rebellen ein Waisenhaus niederbrennen. Das ist nie passiert, obwohl Rebellen unser Waisenhaus angegriffen haben“, kritisiert er in Worms.

Zweiter Kinofilm in 2025

Auf dem schwarzen Kontinent sorgt der ordinierte Pastor für die Verteilung von Nahrungsmitteln oder fährt mit Ärzten und Pflegekräften in die Wildnis, um die Ureinwohner gegen Polio zu impfen und gegen die Ausbreitung von Malaria zu kämpfen. Im nächsten Jahr sollen die Dreharbeiten für einen zweiten Kinofilm beginnen. Außerdem schreibt der 62-Jährige an einem weiteren Buch, das im italienischen Verlag Evangelista Media erscheinen wird.

In der Wormser Stadtmission berichtet Sam Childers gemeinsam mit seiner Dolmetscherin, Co-Autorin und Übersetzerin Alexandra Jacobsen, dass er jeden Tag in einen inneren Dialog mit Gott tritt. Dabei hatte sich das Raubein mit Religion anfänglich schwergetan, bis er den rechten Zugang dazu fand. „Ich bin ein bisschen wie der Apostel Thomas in der Bibel: Ich muss Dinge erst sehen, bis ich sie glaube“, erklärte Childers, der vor 18 Jahren seinen Lebensmittelpunkt ins ostafrikanische Uganda verlegte und in der Hauptstadt Kampala ein Haus besitzt. Beruflich betreibt der Ex-Rocker einen Motorradladen in den USA und eine Security-Firma in seiner Wahl-Heimat. Durch seine Waisenhäuser hilft der Nordamerikaner schutzlosen Heranwachsenden, von der Straße wegzukommen, um nicht als Kindersoldaten oder in der Prostitution zu enden.

Info

Weitere Infos zur Hilfsorganisation im Internet auf www.mut-fuer-kinder.de

x