Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Viel Anerkennung für Frankenthaler Carneval-Verein beim Jubiläum

Besonderer Ehrengast: Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Bei der Ankunft im Congress-Forum wurde sie von FCV-Garden begrüßt.
Besonderer Ehrengast: Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Bei der Ankunft im Congress-Forum wurde sie von FCV-Garden begrüßt.

Jubiläumsstimmung beim Frankenthaler Carneval-Verein (FCV): Am Freitagabend feierte er mit einem Festkommers im großen Saal des Congress-Forums sein 200-jähriges Bestehen und durfte sich über eine Vielzahl prominenter Gratulanten freuen.

Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) führte die Liste der Ehrengäste an. Vor zwei Jahren zur Ritterin von der Hobelbank geschlagen, hatte sie wegen der damaligen Koalitionsverhandlungen nicht persönlich nach Frankenthal kommen können. Sie holte den Dank für die Auszeichnung nach. „Ich habe mich wahnsinnig gefreut.“ Der FCV könne stolz sein auf seine lange Tradition, sei er doch einer der ältesten Fasnachtsvereine in Deutschland – „vielleicht sogar weltweit“, mutmaßte Dreyer.

Damals wie heute bringe die Fasnacht die Menschen zusammen, die Tradition werde von Generation zu Generation weitergegeben, betonte die Ministerpräsidentin vor rund 120 Gästen. Sie hob hervor, dass jeder zweite Rheinland-Pfälzer ehrenamtlich aktiv sei. Respekt zollte sie den Fasnachtern, die Hass und Hetze anprangerten und kein Blatt vor den Mund nähmen. Sie selbst sei auch eine bekennende Fasnachterin, verriet Malu Dreyer. Zu ihren Favoriten zählten die politische Bütt und die Gardetänze.

Flotte Tanznummern

Mit pointierten Büttenreden konnte der FCV zwar nicht dienen, dafür mit einem Großaufgebot seiner Garden, die mit ihren flotten Tanznummern ebenso für eine willkommene Auflockerung des recht wortlastig angelegten Festprogramms sorgten wie die Brassband Mannemer Stroseridder.

Dass das Fontane-Zitat „Wer keine Ideen hat, feiert ein Jubiläum“ auf den FCV nicht zutreffen kann, machte Bezirkstagsvorsitzender Theo Wieder (CDU) als Schirmherr in einem mit Schmankerl aus seiner 16-jährigen OB-Zeit garnierten Vortrag überdeutlich. Als „Brautjungfer Theo“ habe er bei der Hausfrauenfasnacht herhalten müssen. Bei den jährlichen Neujahrsempfängen habe er die Kreativität der Vereine, in den Besitz des Stadtschlüssels zu kommen, bisweilen unterschätzt. Selbst vor der Entführung und Knebelung seiner Ehefrau Karin hätten sie nicht zurückgeschreckt. Einmal habe ihn sogar die Feuerwehr – „durch Freibier bestochen“ – im Rettungskorb aus dem Rathaus geholt.

Wieder zieht die Narrenkappe

Ein „Fasnachtsschock“ sei es gewesen, dass der FCV sein Vereinsheim ausgerechnet im Revier der Mörscher Wasserhinkele angesiedelt habe, erinnerte Theo Wieder an ein „ruchloses Verhalten“. Er finde es schade, dass von den prominenten Rittern nur wenige den Weg nach Frankenthal fänden. Vor dem ehrenamtlichen Einsatz der Fasnachter ziehe er seine Narrenkappe.

Für den erkrankten Oberbürgermeister Martin Hebich (CDU) gratulierte Bürgermeister Bernd Knöppel (CDU) dem FCV für seine „fulminante Vergangenheit“. Der Verein habe den Grundstein für eine wunderschöne Tradition gelegt und bereichere die städtische Gemeinschaft, sagte Knöppel. Er sei immer auf der Höhe der Zeit und auch fester Bestandteil des Strohhutfestes, für das der verstorbene FCV-Präsident Arno Baumann Namensgeber gewesen sei.

„Heile, heile Gänsje“

„Tief traurig“, dass 180 Jahre Vereinsgeschichte ohne ihn vorüber gegangen seien, stimmte Christian Baldauf, CDU-Fraktionschef im Landtag und FCV-Cheflaudator, das „Heile, heile Gänsje“ an. Und Vizepräsident Nico Hahl unternahm einen kurzweiligen Ausflug in die Historie des FCV, die so spannend sei wie die Westen der Elferräte. Es werde immer wieder kritisiert, dass die Frankenthaler Fasnacht zu unpolitisch sei. „Dafür sind wir aber familiär,“ sagte Hahl. Es sei ein ständiger Spagat, Traditionen zu erhalten und auch Neues zu machen. Die letzte Prinzessin habe der FCV 1971 gekürt – und es inzwischen auf 365 Ritter von der Hobelbank geschafft.

Zeugnisse der Vereinsgeschichte: alte Veranstaltungsplakate.
Zeugnisse der Vereinsgeschichte: alte Veranstaltungsplakate.
Begrüßte als Schirmherr die Gäste: Theo Wieder.
Begrüßte als Schirmherr die Gäste: Theo Wieder.
Sportli ch: das FCV-Männerballett.
Sportli ch: das FCV-Männerballett.
Gratulation: Ministerpräsidentin Malu Dreyer bei ihrer Ansprache.
Gratulation: Ministerpräsidentin Malu Dreyer bei ihrer Ansprache.
 Plauderte über 200 Jahre FCV-Geschichte: Nico Hahl.
Plauderte über 200 Jahre FCV-Geschichte: Nico Hahl.
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