Frankenthal Versteinert

Versteinert – ja, das trifft’s! So fühlte man sich, wenn man die Furt vor der Fußgängerampel am Westring Höhe Mozartstraße mit dem Rad passieren wollte. Da war doch schon wieder plötzlich so ein Findling aus dem Boden geschossen. Einer? Nö, vier sogar. Da muss irgendwo ein Nest sein, denn im Stadtbild sieht man nun ja immer öfter Beete, die mit Kies und großen Steinen, den sogenannten Findlingen, ausgestattet werden, von spärlichen Pflanzen dezent geschmückt. Wieso da? Nun, dazu muss man wissen, wie es ist, mit einem Rad durch die enge Fußgänger-Aufhalte-Barriere zu kommen, wenn rechts und links große Einkaufstaschen prall gefüllt sind, weil man umweltschonend vom wöchentlichen Markt kommend mal aufs Auto verzichtet hat: schmerzhaft, bis unmöglich, weil man das Rad in das viel zu eng gestellte Drängelgitter erst hinein- und wieder herauswuchten muss. Das gibt blaue Flecken. War klar, dass sich neben der Umlaufsperre bald ein Trampelpfad bilden würde. Der ist jetzt fast zu, mit diesen Findlingen, die nur einen schmalen Durchlass haben. Fürs Rad mit Pedalen gerade noch machbar, mit Rad, Pedalen und abgestiegenem Halter nicht mehr. Vielleicht ist er für Kinder, die von der Grundschule kommen, auf kleinen Rädern passierbar, aber dabei besteht Verletzungsgefahr. Klar möchte man vermeiden, dass sie den kurzen Weg durchschießen und auf die Fahrbahn rasen, aber schon vor 30 Jahren waren Kinder auf diesem Weg und viele vor und nach ihnen ebenso. Dass man an der Fußgängerampel warten muss, ist Aufklärungspflicht der Eltern. Dass die Autofahrer dort auch nicht immer aufs Fußgänger-Grün achten, steht auf einem anderen Blatt. Was tun? Nun, es gab da eine ganz simple Lösung: die „Bürgerwehr“. Erst war einer der Findlinge nur ein wenig verschoben, dann ganz zur Seite gehoben, die Furt quer durchs Mini-Wäldchen wieder offen. Also muss man erst mal keinen neuen Trampel-, pardon, Radelpfad auf der anderen Gehwegseite anlegen.