Fussball
Verantwortliche beklagen Verrohung der Sitten in B-Klasse Rhein-Pfalz Nord
Die Ereignisse in der Hauptrunde, über die am Dienstagabend bei der Vereinsvertretersitzung der B-Klasse Rhein-Pfalz, Staffel Nord, Kreisvorsitzender Klaus Rings, Staffelleiter Thomas Knecht-Jentzsch und Schiedsrichterobmann Jens Schmidt berichteten, treten den alten Slogan „Elf Freunde müsst Ihr sein“ mit Füßen. Rings zitierte aus Spielberichten der Schiedsrichter. So habe ein gefoulter Spieler auf dessen Frage „Bist Du nur gekommen, um zu foulen?“ eine äußerst unflätige und hier nicht zitierfähige Antwort erhalten. Auch einige Zuschauer hätten sich auf ein solches Niveau begeben, weshalb ein Schiedsrichter sogar Angst um seine Gesundheit gehabt habe.
Knecht-Jentzsch berichtete, dass er von Vertretern eines Vereins nach Urteilen beleidigt und bedroht worden sei. Dies werde er zukünftig nicht mehr hinnehmen. „Solche Fälle übergebe ich ab sofort der Spruchkammer“, verkündete er.
Nicht genügend Ordner
Oft stellten die Vereine nicht genügend Platzordner ab. „Ihr seid dazu verpflichtet“, betonte Knecht-Jentzsch. Das Thema Platzordnung löste eine emotionale Diskussion aus. „Was sich auf den Plätzen abspielt, sagt viel über unsere Gesellschaft aus“, kommentierte Gregor Ackermann von der VT Frankenthal.
Jürgen Wanger vom SC Bobenheim-Roxheim ist der Überzeugung, dass es den Vereinen gar nicht möglich sei, alles zu kontrollieren. „Wenn zu uns auch nur 30 Zuschauer kommen, wird es schwierig, alles mitzubekommen, da sich die Zuschauer um das ganze Spielfeld verteilen“, meinte er. Außerdem würden die meisten Vereinsmitglieder dankend abwinken, wenn man sie frage, ob sie als Platzordner tätig sein wollen. Wanger gab bekannt: „Der SC Bobenheim-Roxheim wird gegen einen bestimmten Gegner keine Zuschauer mehr zulassen.“
Hygienekonzept schlecht umgesetzt
Schiedsrichterobmann Jens Schmidt bemängelte nicht nur die oft fehlenden Ordnungskräfte, sondern auch die Umsetzung des Hygienekonzepts. „Mein Impfstatus wurde kaum kontrolliert, wenn ich eine Sportanlage betreten hatte“, schilderte er seine Erfahrungen. „Lediglich der SC Bobenheim-Roxheim und mit Abstrichen auch der Ludwigshafener SC haben in unserem Kreis die Kontrollen ordnungsgemäß umgesetzt“, lobte er.
Große Probleme bereite es ihm, alle Spiele mit Schiedsrichtern zu besetzen. „Manche Kollegen pfeifen samstags drei und sonntags zwei Spiele. Das wird zukünftig nicht mehr so funktionieren. Dann wird in der C-Klasse auch einmal ein Betreuer einspringen müssen“, warnte Schmidt.
Schiedsrichterkabinen in schlechtem Zustand
Dass in den unteren Spielklassen grundsätzlich nicht die qualifiziertesten Schiedsrichter eingesetzt würden, könne Schmidt nicht ändern. „Die besten kommen in oberen Ligen zum Einsatz, und unten pfeift, was übrig bleibt“, war eine Erkenntnis, welche die Vereinsvertreter auf den Heimweg nehmen mussten.
Wie sein Kollege Stefan Kopf bei der Sitzung der Bezirksliga Vorderpfalz kritisierte auch Schmidt den Zustand der Schiedsrichterkabinen. „Manchmal steht für mich nur die halbe Flasche Wasser meines Vorgängers da. Wenn ich die dafür Verantwortlichen zu Hause besuchen würde, würden diese mir bestimmt eine neue hinstellen“, meinte er.
Klaus Hilbrecht berichtete über den Verlauf der Kreispokalrunde. „Wir haben mit 50 Mannschaften angefangen und nun nur noch das Halbfinale und das Endspiel auszutragen“, informierte er. Die Halbfinals bestreiten der SV Schauernheim und die TSG Eisenberg sowie die DJK SW Frankenthal und die DJK Eppstein. Er würde sich freuen, wenn der SV Obersülzen die Ausrichtung des Endspiels, das am Osterwochenende stattfinden soll, übernehmen könne. „Obersülzen hat ein tolles Sportgelände sowie genügend Parkplätze und feiert in diesem Jahr ein Jubiläum“, begründete er. Hilbrecht legt nach eigener Aussage sein Amt zum Saisonende nieder.