Frankenthal Vatanspor und TSV Eppstein sichern sich Spitzenplätze
«Frankenthal.»Nach dem Rückzug des Titelverteidigers SC Bobenheim-Roxheim aufgrund der massiven Erkrankung eines Spielers (wir berichteten gestern), qualifizierten sich die in der Fußball-B-Klasse in der Spitzengruppe mitmischenden Vatanspor Frankenthal und TSV Eppstein erwartungsgemäß für den heutigen Endspieltag. Die Gruppe D war zwar die emotional ruhigere Veranstaltung, doch auch hier gab es einen Disput über eine Rote Karte für Vatanspor. Ob mit weiteren Folgen, das muss sich noch zeigen.
Vatanspor-Coach Axel Maysiuk war nach dem Spiel gegen den Gehörlosen-Sportclub (GSC), das Vatanspor mit 3:0 gewann, emotional vollkommen aufgeladen. Onur Saglam hatte in der siebten Minute die Rote Karte gesehen. Eine harte Strafe, aber es ging ein Foulspiel voraus. Bitter für den Spieler, weil er damit vom Turnier ausgeschlossen ist. Maysiuk bemängelte das fehlende Fingerspitzengefühl des Schiedsrichters, bescheinigte seinem Spieler im Freien einer der fairsten der Mannschaft zu sein. „Diese Rote Karte geht einfach nicht“, ereiferte er sich noch lange nach dem Abpfiff. Dass seine Mannschaft in diesem Spiel nicht so konzentriert zu Werke ging, damit dem lange Zeit gut mitspielenden GSC erst die Möglichkeiten bot, sein Team in Bedrängnis zu bringen, für Maysiuk erst einmal nicht das wichtige Thema in der Nachbetrachtung. Der Vatanspor-Trainer war so angefressen, dass er ein Nichtantreten seiner Mannschaft heute nicht ausschließen wollte beziehungsweise in dieser Emotion das Zurückziehen des Teams ankündigte. Es war der negative Abschluss eines zuvor guten Auftretens von Vatanspor, das in jüngster Zeit auch in der Liga überzeugen konnte und erfreulich von sich reden machte. Der B-Klassist tat sich zwar im ersten Spiel gegen die DJK Schwarz-Weiss Frankenthal II (C-Klasse) beim 1:1 noch schwer, fertigte dann aber in seinem zweiten Spiel den TSV Eppstein mit 5:1 ab. Da war Vatanspor von Beginn an präsent und sorgte durch zwei Tore bereits in der ersten Spielminute von Volkan Dogan und Onur Saglam schnell für klare Verhältnisse. „Bis wir ausgeschlafen hatten, stand es bereits 4:0 für unsere Gegner“, beklagte TSV-Trainer Uwe Naßhan eine gewisse Schlafmützigkeit seines Teams in dieser Partie. Doch der TSV Eppstein war bereits vor dieser Begegnung ebenfalls auf Kurs, da die Mannschaft zuvor die nötigen Punkte für den Finaltag gesammelt hatte. „Wir haben unser Ziel erreicht, sind weitergekommen. Aber mit so einer Leistung wird es in der Zwischenrunde schwer. Das ist alles Kopfsache“, konnte sich Naßhan, der immer vollen Einsatz fordert, mit der Abschlussvorstellung seiner Mannschaft nicht anfreunden. Nach dem etwas schwerfälligen 3:2 der Eppsteiner im ersten Spiel gegen den GSC Frankenthal war Naßhan noch gelassener: „Das erste Spiel ist immer das schwerste.“ Dabei hatte der TSV schon durch Tore von Steffen Rittmann und Timo Liese mit 2:0 geführt, es dann aber etwas an Konzentration missen lassen. Mit dem Kopf und dem Körper auf dem Feld war der TSV aber im Vergleich mit der DJK Schwarz-Weiss Frankenthal II, den die Eppsteiner mit 4:1 gewannen. Mit dieser Niederlage und nur einem Punkt aus der Partie gegen Vatanspor war das Turnier für die DJK praktisch gelaufen. Dabei hatte der C-Klassist im ersten Spiel gegen den späteren Gruppenersten wirklich quirlig begonnen und gut dagegengehalten. Insbesondere Torwart Mark Riebel zeigte sich beim Turnierauftakt im Kasten der DJK von seiner besten Seite, entschärfte einige hochkarätigen Chancen. Das erkannte auch Vatanspor-Trainer Maysiuk an: „Der war wirklich bärenstark.“ DJK-Trainer Sascha Debus war dagegen nach der Niederlage gegen die Eppsteiner nicht ganz so gesprächig. Eine Zeitstrafe habe seinem Team einen Knacks gegeben, meinte er zuerst, räumte dann aber doch ein, dass seine Jungs die Sache wohl zu leicht genommen hätten. „Die haben das erste Spiel des TSV gegen den GSC gesehen und gedacht: Die sind nicht stark. So sind wir dann auch aufgetreten. Ich habe sie noch gewarnt und gemeint, dass es jetzt heißer wird“, meinte Debus. Damit war die Aussicht auf einen der beiden Spitzenplätze für den C-Klassisten schon so gut wie dahin. Da hätte es dann der Schützenhilfe des GSC Frankenthal bedurft. Diese blieb allerdings aus. Die Schwarz-Weißen gewannen gegen den GSC knapp mit 3:2. Der GSC, der nach vielen Jahren der Turnierabstinenz wieder einmal mit von der Partie war, präsentierte sich keinesfalls als Punktelieferant, auch wenn die Mannschaft keines der drei Spiele gewinnen konnten. In keiner Begegnung ging der GSC unter oder sah kein Land mehr. Und die Mannschaft trat fair auf.