Fußball
TuS Dirmstein: Wieso Kelly Botha sich viele Juniorenspiele anschaut
Zwei Pflichtspiele, 4:0-Tore: Der Start von Innenverteidiger Kelly Botha in seinem neuen Verein TuS Dirmstein in der Fußball-A-Klasse ist gelungen. Als „sehr angenehm“ beschreibt Botha die ersten Wochen beim TuS. „Es ist eine super Mannschaft, auch menschlich.“ Die Wintervorbereitung, die der Neuzugang aus Speyer komplett mitgemacht hat, sei ebenfalls gelungen gewesen. Die ersten beiden Spiele beschreibt der große Innenverteidiger allerdings als „durchwachsen“ – trotz der vier Treffer und einer weißen Weste nach den ersten beiden Partien. Die beiden Heimspiele danach fehlte der großgewachsene Verteidiger dann allerdings berufsbedingt – und prompt verlor der TuS zweimal mit 1:2. In Kelly Bothas drittem Einsatz setzte seine erste Niederlage: ein 1:3 gegen die DJK Eppstein.
Vorzüge der A-Klasse
Totales Neuland war das Engagement in Dirmstein für Botha nicht, wie er erzählt: „Ich kenne ja viele der Jungs und komme aus der Gegend, ich bin ein Oppauer Junge.“ Über diese Kontakte kam es überhaupt erst dazu, dass Botha den Schritt aus der Verbandsliga in die A-Klasse machte. Der Projektmanager bei einer Wormser Logistikfirma wollte sportlich ohnehin kürzer treten – aus gutem Grund. Im vergangenen Jahr wurde er Vater, will sich nun mehr Zeit für Sohn und Frau nehmen. Mit dem Aufwand in einer Verbandsligamannschaft war das nicht mehr unter einen Hut zu bringen. „In Dirmstein kann ich zweimal die Woche trainieren. Und wenn mal privat oder beruflich etwas ist, auch aussetzen“, beschreibt Botha die Vorzüge der A-Klasse.
Weniger Training soll aber nicht heißen, dass der TuS keine ambitionierten Ziele hätte. Immerhin ist die Mannschaft Tabellendritter in der A-Klasse – und das als Aufsteiger. „Ich brauche da jetzt gar keine Floskeln rauszuhauen“, so Botha. „Wir wollen uns den Platz an der Sonne wieder zurückholen.“ Die Mannschaft sei bereits auf einem guten Niveau. Er könne da noch eine Portion Ruhe reinbringen mit seiner ganzen höherklassigen Erfahrung aus Speyer, Ludwigshafen und Fußgönheim.
Im Auftrag der 05er
Doch Botha steht nicht nur auf dem Platz, er schaut sich auch viele Spiele an. Nicht zum Vergnügen, sondern als Scout in der Jugendabteilung des FSV Mainz 05. „Das ist meine zweite Saison dort“, erzählt er. Auch das lief über Kontakte zum Verein, sein Chef – der Mainzer Nachwuchs-Chefscout Nicola Sahm – und er verstanden sich auf Anhieb gut und sind auf einer Wellenlänge. Drei- bis viermal pro Woche ist der 29-Jährige im Auftrag der 05er unterwegs, beobachtet hauptsächlich Spiele der U12- bis U15-Junioren und gibt Empfehlungen ab, wer denn gut in Mainzer Nachwuchsteams passen könnte.
Dabei ist er fast immer in ziviler Kleidung unterwegs, die Nachwuchskicker sollen ja befreit aufspielen können. „Wir arbeiten gezielt mit Vereinen zusammen. Also Speyer, Worms, auch Kaiserslautern oder der Ludwigshafener SC“, erklärt er. Gerade bei den D- und C-Junioren achte er auf Grundsätzliches bei den Spielern: „Wichtig ist ganz einfach, ob derjenige Fußball spielen kann“, bringt der Scout es auf den Punkt, worauf er achtet. Wenn ihm ein Kicker auffalle, gehe er aber nicht direkt auf den Spieler zu: „Wir beobachten sie ja dann über einen längeren Zeitraum. Mal gegen einen schwächeren, mal gegen einen stärkeren Gegner.“ In der D-Jugend beobachte er Spieler quer über alle Positionen, ab der C-Jugend werde es spezifischer: „Da schaue ich dann, wo wir Bedarf haben.“
Zweitjob mehr ein Hobby
Auch mit der Familienplanung lässt sich der Zweitjob, der für Botha eher ein Hobby ist, gut vereinen. Kürzlich nahm er seinen Sprössling zu einem Scoutingauftrag nach Herxheim mit. Soll der Filius denn auch Fußballer werden? „Natürlich hat er die freie Auswahl“, sagt der Papa und lacht. Meistens führen die Vater-Sohn-Ausflüge zum Scouting aber in die Region. „Das Weiteste waren Frankfurt oder Saarbrücken“, erzählt er. Da allerdings war Botha allein unterwegs. Seltener fährt er auch mit auf Auswärtsspiele von Mannschaften aus der Region. „Mir macht das super viel Spaß. Ich kenne auch mittlerweile ein paar Jungs persönlich“, so der Fußballer, der „irgendwie Mainzer Fan“ geworden ist. Kontakt zur ersten Mannschaft um Trainer Bo Svensson gebe es allerdings nicht.
Seinen früheren Verein FC Speyer beobachtet Botha nach wie vor. Er hat sogar noch familiären Bezug dorthin: „Mein kleiner Bruder spielt ja noch dort.“ Er hoffe auf den Klassenerhalt seines Ex-Teams, auch wenn die Chancen nicht besonders gut stehen. Eine erneute Rückkehr in die Domstadt schließt er aus: „Das wird beruflich und zeitlich einfach schwierig.“ Eine erneute Rückkehr in die Domstadt schließt er aber aus: „Das wird beruflich und zeitlich einfach schwierig.“