Fußball
TuS Dirmstein baut Vorsprung in A-Klasse Rhein-Pfalz aus
Es mutete merkwürdig an, den ersten Rückrundenspieltag der Fußball-A-Klasse Rhein-Pfalz unmittelbar nach dem zehnten Spieltag der Vorrunde terminieren. „Es ist völlig absurd, die Mannschaften mit so vielen englischen Wochen zu quälen“, sagte TuS-Trainer Dennis Pfeiffer mit Blick auf den unorthodoxen Spielplan. Am ersten Spieltag am 6. August standen sich die beiden Spitzenmannschaften erstmals gegenüber. 2:2 endete dieses Spiel, ein Ergebnis, mit dem der da noch schwer einzuschätzende SC mehr zufrieden sein konnte als der als Titelanwärter in die Saison gestartete TuS.
Mittlerweile sind die Fronten klarer. Dirmstein ist seit dem sechsten Spieltag Tabellenführer, Bobenheim-Roxheim ist seit Spieltag vier zunächst Dritter und ab Spieltag acht erster Verfolger der Dirmsteiner. Zwei Punkte betrug der Rückstand vor dem zweiten direkten Duell. Spannung und Anspannung waren zu spüren auf und um den holprigen Rasen der Dirmsteiner, den 300 Zuschauer säumten. Beide Mannschaften wirkten extrem motiviert und legten ein hohes Tempo vor. Darunter litt freilich oft die Präzision, an der es allerdings auch mangelte, als beide Mannschaften aus konditionellen Gründen einen Gang zurückschalten mussten. Die Gastgeber waren gefährlicher, kamen oft über den rechten Flügel, wo sich Kevin Kaspar mit Bobenheims Adrian Fitz sehr intensive Zweikämpfe lieferte. Gefährlich waren die Dirmsteiner vor allem dann, wenn sie schnell über die Flügel attackierten. In der 18. Minute war es einmal mehr Kaspar, der einen solchen Angriff über rechts vortrug und auf den in der Strafraummitte frei stehenden Marius Schafhaupt flankte, der den Ball aber übers Tor drosch.
Bernhardt unter Kontrolle
Der SC Bobenheim tat sich in der Offensive schwer, die Dirmsteiner Abwehr – mit nur sechs Gegentreffern die stärkste der Liga – stand sicher, hatte SC-Goalgetter Kevin Bernhardt weitgehend unter Kontrolle. „Wir wollten es heute nicht so, die Dirmsteiner wollten es mehr. Sie haben uns von Anfang an den Spaß genommen. Wir haben heute auch keinen sauberen Fußball gespielt, das war ein bisschen schade“, bedauerte SC-Trainer Norbert Prehn, dass seine Mannschaft ihr Potenzial nicht abrief.
In der 25. Minute münzten die Dirmsteiner ihre leichten Vorteil in Zählbares um, als Kevin Kaspar freistehend per Kopf das 1:0 für den Tabellenführer erzielte. Der Flanke auf Kaspar war aus SC-Sicht ein „Allerweltsfoul“ (Prehn) vorausgegangen, das der insgesamt souveräne Schiedsrichter Theo Heimgärtner (Berghausen) aber nicht ahndete. Das war für Prehn aber kein Grund für die Niederlage. „Wir waren zu weit auseinander gestanden, dabei ist es doch unsere Stärke, kompakt zu stehen, ordentlich zu verschieben, viel miteinander zu reden“, erkannte der Trainer ein weiteres Defizit.
Prehn lobt Dirmstein
Der Gegner sei im Kopf und auf dem Platz einfach fixer gewesen und seiner Mannschaft habe das letzte Quäntchen Glück gefehlt, das etwa mit dem späten Tor den Auswärtssieg beim VfR Frankenthal bescherte. „Die Dirmsteiner haben es brutal gut gemacht heute. Hut ab, sie haben auch verdient gewonnen“, anerkannte der SC-Trainer die Klasse des Gegners. Dirmstein hatte in der zweiten Halbzeit, in der die Gäste optisch überlegen waren und einige Male gefährlich vors TuS-Gehäuse kamen, das Glück, von einem Missgeschick der Bobenheimer profitieren zu können. Deniz Kilic, auf dem rechten Flügel letzter Feldspieler des SC, war 35 Meter vor der eigenen Torlinie entfernt im Ballbesitz, als er plötzlich wegrutschte. Dirmsteins Fabio Biundo reagierte blitzschnell, nahm den Ball auf, sprintete auf das SC-Tor zu und schoss am herausgeeilten Keeper Dennis Stockmann vorbei zum 2:0 ein.
„Wir wussten, dass es nicht ausschlaggebend sein wird, gut Fußball zu spielen, sondern Kampf und Leidenschaft ins Spiel reinzubringen. Da finde ich, dass wir über 90 Minuten, gerade was Zweikampfverhalten und Leidenschaft angeht, einen Tick überlegen waren“, kommentierte Pfeiffer. Eine Vorentscheidung im Titelkampf sei der Sieg natürlich noch nicht. „Ich glaube, dass das sehr spät in der Runde entschieden wird.“