Tischtennis RHEINPFALZ Plus Artikel TTV Bobenheim mit kleiner, aber feiner Jugendabteilung

Wenn seine Schützlinge aufschlagen, schaut Trainer Thomas Staller ganz genau hin.
Wenn seine Schützlinge aufschlagen, schaut Trainer Thomas Staller ganz genau hin.

Jugendarbeit im Tischtennis ist oftmals mit leisen Tönen verbunden, die mit der Zeit einfach verstummen. Anders beim TTV Bobenheim. Dort hat Thomas Staller, der die Jugendarbeit federführend leitet, richtig Musik in die Nachwuchsabteilung gebracht. Es läuft beim TTV, der bei Turnieren immer stärker vertreten ist.

Vor etwa drei Jahren nahm sich der 57-jährige Thomas Staller ein Herz und wollte wieder für Nachwuchs im Verein sorgen. Das Projekt Staller und eine übliche Stein-Tischtennisplatte im Hof der Rheinschule, in dessen Turnhalle der TTV auch trainiert, waren der Grundstein. „Am Anfang hatte ich nur ein Kind im Training“, erzählt Staller, der als Elektrotechniker bei der BASF in Ludwigshafen arbeitet.

Zwar ist eben dieser eine Nachwuchsakteur nicht mehr im Training, aber über Mund-zu-Mund-Propaganda habe sich so einiges entwickelt. „Zu mir kommen viele Kinder die eine Sportart suchen. Es sind auch viele vom Fußball in Bobenheim rübergekommen“, sagt der TTV-Jugendtrainer. Doch es seien nicht nur die Fußballer, sondern auch die Handballer und Tennisspieler, die beim TTV landeten. Die Kinder hätten so ziemlich alles durchprobiert, bis sie bei Kreisligaspieler Staller und der chinesischen Volkssportart hängen blieben.

Drei Jugendteams

Das Ergebnis kann sich mittlerweile sehen lassen. Inzwischen gibt es drei Jugendmannschaften, eine bei den Jungen U15, zwei in der Altersklasse U12. Die Argumente, die Staller zu hören bekommt, warum die Kinder beim Tischtennis bleiben, sind bisweilen kurios. „Ein Kind, das vom Fußball kam, hat mal zu mir gesagt: Beim Tischtennis spielt mir sogar der Gegner den Ball zu. So habe ich die Sache auch noch nicht gesehen“, erzählt Staller, der aus der Magnet-Schwebebahnstadt Wuppertal kommt.

Bis zu 20 Kinder kommen jeweils zu den Trainingseinheiten in die Sporthalle der Rheinschule. Montags und freitags (jeweils 18 bis 19.30 Uhr) lassen die Kinder die Bälle über Platten und Netze fliegen. „Das ist natürlich ein ständiges Kommen und Gehen. Aber wir haben immer rund 20 Kinder im Training“, bestätigt Staller eine konstante Substanz für den Nachwuchsbereich des TTV.

Kinder kommen über Freunde zum TTV

Oft kämen die Kinder auch über ihre Freunde zum TTV. Zusätzliche Werbung, zum Beispiel über eine Arbeitsgemeinschaft in der Schule, mache er keine, sagt Staller. Dafür fehle einfach die Zeit. Oft sei er am gesamten Wochenende in Sachen Tischtennis unterwegs.

Selbstverständlich hat auch die Corona-Pandemie Spuren hinterlassen. Einige Kinder haben den TTV Bobenheim während des Lockdowns wieder verlassen. „Normalerweise hätte ich jetzt sechs bis zehn Kinder mehr“, meint Staller und bezieht sich dabei eher auf fehlende Neuzugänge. Dennoch kommt auf den Bobenheimer Trainer auch mit „nur“ 20 Kindern viel Organisationsarbeit zu. „So ein Training in der Corona-Zeit muss organisiert werden. Wer kann wann und mit wem trainieren?“, berichtet der Rheinländer von Zusatzaufgaben, die er ebenfalls zu bewältigen hat.

Erste Erfolge

Mittlerweile gibt es beim TTV Bobenheim auch erste Erfolge zu verzeichnen. Bei Bezirksturnieren gab es für etliche Kinder bereits Medaillen. Die Jungen haben es zudem geschafft, in die U15-Bezirksliga aufzusteigen. Die ersten beiden Saisonspiele haben sie dort für sich entscheiden.

Ebenso als Erfolg ist zu werten, dass der Verein in der Altersklasse U12 zwei Jungen-Teams melden kann. Gerade in diesem Bereich hapert es in der Tischtennis-Pfalz. Eben diese beiden U12-Mannschaften trafen am vergangenen Freitag aufeinander. Dabei setzte sich die erste Mannschaft gegen die zweite mit 6:2 durch.

Sohn Thomas will nicht an die Platte

So sehr sich Thomas Staller jedoch anstrengt, einen bekommt er nicht in die Trainingshalle. Sein 16-jähriger Sohn Marco ist eben doch dem runden Leder verfallen. „Er spielt schon Fußball, seit er drei Jahre ist. Mittlerweile ist er nur noch Schiedsrichter und pfeift sogar schon recht hoch“, freut er sich über den Filius, der auch schon in der Frauen-Verbandsliga ein Spiel pfeifen durfte. „Ich habe schon versucht, ihn vom Fußball zum Tischtennis rüberzuziehen. Ich habe ihm auch einen Schläger gekauft, aber da hatte ich keine Chance“, fügt Staller lachend an.

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