Frankenthal Trickkiste der Bühnentechnik

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Wer Lewis Carrolls „Alice im Wunderland“ auch nur ein wenig kennt, kann erahnen, welchen Aufwand eine Bühnenaufführung der wundersamen Geschichte bedeutet. Alice wird mal größer, mal kleiner, stürzt in ein Kaninchenloch, versinkt im Tränenmeer, von all den seltsamen Gestalten, denen sie begegnet, ganz zu schweigen. Der Theaterkreis Bobenheim-Roxheim nimmt diese Herausforderung an. Das Weihnachts-Kinderstück hat am Samstag um 17 Uhr Premiere im Hoftheater Haschmasch.

„Alice im Wunderland ist ein Stück, das nicht sehr oft gespielt wird“, sagt Fabian Schalk, der mit Sabrina Korff Regie führt und zudem für Bühnen- und Lichttechnik verantwortlich ist: Es werde meist eher von großen Bühnen aufgeführt, weil es so aufwendig sei. „Wir haben extra eine doppelte Schnürung über der Bühne konstruiert, um mit zwei Vorhängen das Bühnenbild schnell zu ändern.“ Dazu kommen drehbare Kulissen, die schon in vorherigen Produktionen einen schnellen Wechsel der Szenerie ermöglichten: „Da gibt es so schnelle Szenenänderungen, vom Wald geht es zum verrückten Hutmacher, dann sind wir plötzlich im Palast der Herzkönigin – das ist sehr anspruchsvoll.“ Lewis Carrolls Klassiker der Kinder- und Nonsensliteratur spielt mit den Möglichkeiten einer Traumwelt, in der schlichtweg alles passieren kann. Alice folgt einem weißen Kaninchen mit Zylinder, Weste und verschiedenen Taschenuhren ins Wunderland, wo sie einer Suppenschildkröte und einem Hummer, die in einem riesigen Kochtopf umherschwimmen, einer ständig grinsenden Katze und einer weisen Raupe, die den Tieren des Wunderlandes Ratschläge erteilt, begegnet. Schließlich muss auch die Herzkönigin besänftigt werden, die wegen geringster Anlässe sauer werden kann. Gespielt wird das Stück von der Jugendabteilung des Theaterkreises Bobenheim-Roxheim, von Kindern und Jugendlichen, die mit viel Spaß und Engagement bei der Sache sind. Denen aber ein wenig die Zeit wegrennt: Die Proben begannen wie immer nach den Sommerferien, die aber in diesem Jahr spät endeten. „Es ist noch ein wenig chaotisch“, gestand Schalk Ende Oktober. „Wir müssen die Abläufe noch hinkriegen.“ Das sind einmal ganz einfache Sachen, etwa wie und wann ein Tisch auf die Bühne und wieder herunter kommt? Aber auch sehr komplexe Herausforderungen müssen bewältigt werden: Der Sturz den Kaninchenbau hinunter oder das Tränenmeer werden als Spezialeffekt mittels eines Beamers dargestellt, ein Abbild des Wunderlandes muss mit dem Schrumpfen und Wachsen von Alice vergrößert beziehungsweise verkleinert werden. Da ist viel Kommunikation und Abstimmung zwischen Bühne und Technik gefragt. Schalk, der nach seiner Schreinerlehre seit zweieinhalb Jahren als Bühnentechniker an der Oper Mannheim arbeitet, hat im Theaterverein viel Arbeit: Erstmals führt er auch mit Regie bei einem Stück. „Ich bin seit 15 Jahren im Verein und habe professionelle Erfahrung – da war der Schritt zur Regie ein natürlicher“, erklärt er, bekennt aber auch: „Es ist auf jeden Fall eine Mehrbelastung, die Technik in den Griff zu bekommen und zugleich bei der Führung der Schauspieler mitzuarbeiten.“ Aber zusammen mit Sabrina Korff, die einige Erfahrung im Inszenieren der Kinderstücke des Theaterkreises hat, könne dieser Aufwand bewältigt werden, und gerade bei diesem Stück scheint die Zusammenarbeit zwischen Technik und Schauspiel logisch. Denn hier kann die Stärke des Theatervereins richtig ausgespielt werden: Aufwendige Bühnentechnik, bunte Kostüme und begeisterte Liebe zum Schauspiel machen aus „Alice im Wunderland“ ein wunderbares Erlebnis, nicht nur für Kinder. Termin —Premiere am Samstag, 7. November, 17 Uhr. Weitere Aufführungen an allen Novemberwochenenden samstags, 17 Uhr, und sonntags, 15 Uhr, im Hoftheater Haschmasch, Frankenthaler Straße 7, Bobenheim-Roxheim. —Vorverkauf montags bis mittwochs von 10 bis 12 Uhr unter Telefon 0151 23763237 oder im Internet unter www.theaterkreis1975.de.

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