Tennis RHEINPFALZ Plus Artikel Tolle Finals beim Masters des Wilson Junior Race auf der Anlage des TC Grün-Weiss Frankenthal

Isabella Krassnitzer vom TC Freinsheim musste sich erst im Finale geschlagen geben.
Isabella Krassnitzer vom TC Freinsheim musste sich erst im Finale geschlagen geben.

Wenn ein Ausrüstervertrag mit dem namensgebenden Hauptsponsor winkt, kommen die Teilnehmer sogar von ein bisschen weiter weg. Beim Masters der Wilson-Junior-Race-Serie der Jugendklassen U12, U14 und U16 auf der Anlage des TC Grün-Weiss Frankenthal waren sogar Spieler aus München und Köln am Start. Allerdings lockten auch Punkte für die deutsche Jugendrangliste den Nachwuchs.

57 Aktive griffen auf der Anlage am Strandbad zum Schläger. Doch nicht alle Altersklassen waren besetzt. Die Konkurrenz der Mädchen 16 musste ausfallen. Hier gab es keine einzige Meldung, wie Turnierleiter Florian Schumacher berichtete: „In diesem Alter sind die besten Nachwuchsspielerinnen in der Regel bereits bei Aktiventurnieren am Start. Hier fehlt der Anreiz, noch Jugendturniere zu spielen.“

Auch das Turnier der Mädchen 14 konnte nur durch Nachmeldungen von nicht durch Erfolge bei einem der zehn Wilson-Junior-Race-Turniere startberechtigten Spielerinnen stattfinden. Die Siegerin wusste auch gar nicht, was sie als Hauptpreis bekommen sollte. Amelie Hejtmanek (TC Lindenberg) und ihre Mutter ließen erst mal jeweils einen ungläubigen Freudenschrei los. Sie war in der Erwartung, bei einem ganz normalen Turnier gemeldet zu haben, angereist und räumte quasi im Vorbeigehen den Hauptpreis ab.

Ambitionen bei den Jungen der U16

Schon deutlich zielgerichteter waren da die Ambitionen bei den Jungen der U16. Hier traf Leon Gerber (TC Weissenhof Stuttgart), der vor drei Wochen beim „normalen“ Turnier der Serie in Frankenthal die Konkurrenz U18 gewonnen hatte, im Finale auf den topgesetzten Lukas Rieber (TC Friedberg). Rieber war mit Platz 53 der deutschen Jugendrangliste der bestplatzierte Spieler in Frankenthal.

Doch das Endspiel verlief überraschend einseitig. Gerber setzte deutlich seine beeindruckende Siegesserie fort. Er hat die letzten sechs Turniere alle gewonnen und dominierte im zweiten Satz mit starken Aufschlägen und druckvollem Angriffstennis. „Im ersten Satz war ich nicht so zufrieden, da hat Rieber einige Möglichkeiten vergeben. Im zweiten Satz habe ich mich auf dem Platz wohlgefühlt, mein Aufschlag kam nun viel besser.“ Er dürfte in der deutschen Rangliste einen großen Sprung von Platz 80 gemacht haben. Sein Ziel ist ein Platz unter den besten 32, was die Teilnahme an der deutschen Jugendmeisterschaft bedeuten würde.

Krassnitzer mit toller Aufholjagd im Halbfinale

Sein Gegner Lukas Rieber war unzufrieden. „Ich war heute viel zu ungeduldig, habe viele Fehler gemacht. Auch mein Aufschlag kam nicht. Ich war nur am Laufen. Leon war klar besser und kann in dieser Form noch sehr weit in der Rangliste vorrücken.“

Höhepunkt aus pfälzischer Sicht war die Finalteilnahme von Isabella Krassnitzer (TC Freinsheim) bei den Mädchen U12. In einem spektakulären Halbfinale stand sie beim 1:5 im dritten Satz gegen Lilly Becker (TV Heimgarten) schon knapp vor dem Aus. Danach gelang ihr eine tolle Aufholjagd. Den Tiebreak gewann sie 7:2. „Sie hat einfach Punkt für Punkt gespielt, ohne viel nachzudenken. Dadurch wurde ihre Gegnerin immer nervöser“, berichtete Isabellas Vater stolz. Im Endspiel wenige Stunden später fehlten dann aber die entscheidenden Körner. Und so gab es gegen Jeanne-Ardenne Simo Taffo (TC Aschheim) eine klare Niederlage. „Sie hat zu schnell für mich gespielt, ich kam da nicht mehr hinterher“, meinte Isabella Krassnitzer. Mit Platz zwei und dem Gewinn eines zweijährigen Schlägervertrags hat sich die Teilnahme aber allemal gelohnt.

Zapp und Gnjidic liefern Kampf über drei Stunden

Voll auf ihre Kosten kamen die Zuschauer auch beim U12-Wettbewerb der Jungen. Über drei Stunden lang boten Ethan Zapp (TC Schwalbach-Griesborn) und sein Gegner Jou Gnjidic (TC BW Neuss) einen packenden Kampf. Lange Grundlinienduelle oft über die beidhändige Rückhand geführt, mit eingestreuten Stoppbällen, die nicht selten mit einem Gegenstopp beantwortet wurden, überwogen. Beide machten wenige Fehler. Zapp hatte schließlich nach zwei abgewehrten Matchbällen im dritten Satz das bessere Ende für sich. Sein Gegner ist aktueller kroatischer U12-Meister und hat bereits zweimal die Jugendchampions-Bowl in seiner Altersklasse gewonnen, erzählte Gnjidics Vater.

Auch drei Spieler vom TC Grün-Weiss Frankenthal hatten für das Masters gemeldet. Einen guten Eindruck hinterließ Luca Edel (M16) bei seiner 6:7, 4:6-Niederlage gegen Alexander Fluck (Olympia Lorsch). Chancenlos waren Rosmin Schumacher und Maya Völmecke (beide W14), die beide klar verloren.

Ergebnisse

Mädchen

U12: Jeanne-Ardenne Simo Taffo (TC Aschheim) – Isabella Krassnitzer (TC Freinsheim) 6:2, 6:2

U14: Amelie Hejtmanek (TC Lindenberg) – Teresa Müller (TC BW Schwetzingen) 6:1, 7:6

Jungen

U12: Ethan Zapp (TC Schwalbach-Griesborn) – Jou Gnjidic (TC BW Neuss) 6:3, 3:6 7:5

U14: Deni Hadzialijagic (TC Doggenburg) – Andreas Seidel (TC Lese GW Köln) 6:3, 0:6, 6:2

U16: Leon Gerber (TC Weissenhof Stuttgart) – Lukas Rieber (TC Friedberg) 6:2, 6:0

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