Klettern
Till von Bothmer gewinnt bei Offenen Rheinland-Pfalz-Meisterschaften
Leadklettern, das bedeutet klettern am Seil auf einer vorgegebenen Route. Wer am höchsten kommt, hat gewonnen. Als Gradmesser gilt dabei der erreichte Griff. Wenn hinter der Griffezahl ein Pluszeichen steht, bedeutete das, dass der Kletterer noch weitergreifen und den nächsthöheren Griff erreichen konnte. Für Till von Bothmer war die 33 dieses Mal eine Glückszahl, denn bis zum 33. Griff war außer ihm keiner gekommen. „Ich hatte viel trainiert und wusste, dass ich fit bin“, war er selbstbewusst in der Wettkampf gegangen. Der 17-Jährige ist auch bei internationalen Wettkämpfen am Start, bereitete sich auf Nachwuchs-Europacups vor. „Ich will mich auf jeden Fall für die Weltmeisterschaft qualifizieren und auch bei Erwachsenen-Europacups starten“, blickt er nach vorn.
Für Johannes Lau vom Deutschen Alpenverein (DAV) Frankenthal wäre die deutsche Meisterschaft im Lead am 1. und 2. Oktober in Neu-Ulm ein Saisonziel. „Das wäre natürlich schön, wenn das klappen würde, aber ich weiß nicht, wie ich vor dem Hintergrund beruflicher und familiärer Anforderungen zum Trainieren komme. Ich kämpfe aus Spaß mit. Wenn’s reicht, dann reicht’s, aber es wird sicher schwierig. In der heutigen Form wird’s nicht reichen“, bekannte der 37-Jährige, der nach dem 18. Griff passen musste und Sechster wurde.
Siedler Zweiter
„Ich habe nicht viel erwartet, da ich über Winter relativ wenig zum Training gekommen bin“, sagte Johannes Lau, der trotzdem nicht zufrieden war. „Klar wäre ich gerne weiter geklettert, aber die Route hat in der Passage in der Mitte ziemlich angezogen. Da haben sie sich vielleicht ein bisschen vertan und zu schwer geschraubt“, analysierte Lau.
Besser lief es für seine drei Vereinskollegen. Michel Siedler kämpfte sich in der Gesamtwertung mit 25+ als Zweiter aufs Treppchen, Mats Habermann (19) belegte Rang vier, während Jonas Ecker (18+) auf dem fünften Platz landete. „Ich bin auf jeden Fall zufrieden, denn ich habe im Vorfeld eigentlich nur Bouldern trainiert, viel gearbeitet und habe in den letzten Jahren keine Leads gemacht. Jetzt wollte ich im Wettkampf Spaß haben, aber ich bin trotzdem relativ nervös gewesen“, bekannte Habermann, der für den DAV Frankenthal startende 23-Jährige aus dem hessischen Kelkheim. Sein nächster großer Wettkampf sind die deutschen Meisterschaften im Bouldern am 11./12. Juni in Düsseldorf, zu denen er als westdeutscher Meister anreisen wird.
Ecker top in Qualifikation
Als Bester der zweistufigen Qualifikation war Jonas Ecker ins Finale gegangen. „Ich hatte eigentlich keine so großen Ambitionen, im Finale lief’s dann aber sehr gut, allerdings war das Finale ein bisschen blöd, da habe ich mich verklettert. Trotzdem war’s cool“, sagte der 17-Jährige, der in Heidelberg wohnt und seit diesem Jahr für den DAV Frankenthal startet. „Jetzt habe ich erstmal keine Wettkämpfe, im Herbst sind die Westdeutschen im Lead, vielleicht klappt es mit der Qualifikation für die Deutschen“, sagte er.
Nach den Offenen Rheinland-Pfalz-Meisterschaften musste der DAV Frankenthal am Sonntag auch noch den Rheinland-Pfalz-Jugendcup organisatorisch meistern. „Es war relativ entspannt“, befand Norbert Lau, Referent für Leistungssport im DAV Rheinland-Pfalz. Podestplätze für den DAV Frankenthal belegten David Obentheuer (C-Jugend) und Emilia Lau (E-/F-Jugend) als jeweils Zweite und Paul Keresztes (EF) als Dritter.