Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel THW: Spezialisten für Hochwasser und Kommunikation

In der Türkei waren Kräfte der Schnelleinsatzeinheit Bergung Ausland des Technischen Hilfswerks im Einsatz.
In der Türkei waren Kräfte der Schnelleinsatzeinheit Bergung Ausland des Technischen Hilfswerks im Einsatz.

Zahlreiche Helfer aus Deutschland haben bei den Einsätzen nach dem verheerenden Erdbeben in der Türkei und in Syrien angepackt – darunter auch Vertreter des Technischen Hilfswerks (THW). Warum keine Ehrenamtlichen aus Frankenthal dabei waren, sie aber bei anderen Ereignissen im Ausland gefragt sein könnten, erklärt Ortsbeauftragter Lukas Kalnik.

Welche Einsatzkräfte und welches Material zu Hilfseinsätzen im Ausland angefordert wird, hängt nach Darstellung Kalniks von vielen unterschiedlichen Faktoren ab – Ausbildungsstand und Ausrüstung seien davon zwei der wichtigsten. Meist werde die Bundesrepublik Deutschland über das Auswärtige Amt um Unterstützung gebeten. Sofern Hilfe möglich sei, komme das fürs THW zuständige Innenministerium zum Zug und prüft die vorhandenen Ressourcen.

Laut Kalnik sei im konkreten Fall des Erdbebens vor allem die Schnelleinsatzeinheit für Bergung im Ausland (Seeba) losgeschickt worden, darunter drei Helfer aus Landau. Diese sei inklusive Ausrüstung innerhalb von sechs Stunden nach Alarmierung abflugbereit. Das THW unterhält für die Seeba-Spezialisten ein eigenes Zentrum für Auslandslogistik in Mainz. Zusätzlich gebe es dezentral einen Pool von Freiwilligen, der über das Katastrophenschutz-Zentrum der Europäischen Union abgerufen werde. Dort sei beispielsweise auch er als Maschinenbau-Ingenieur registriert, berichtet Lukas Kalnik.

Besonders leistungsfähige Pumpen

Besondere Fähigkeiten des Frankenthaler Ortsverbands könnten dem Ortsbeauftragten zufolge beispielsweise bei Hochwasserlagen im Ausland gefragt sein. Mit den Fachgruppen Wassergefahren und Wasserschaden/Pumpen verfügt die hiesige Dienststelle über Experten und Ausrüstung. An ein Beispiel kann sich Kalnik noch erinnern: Pumpen aus Frankenthal seien 2005 mit Kräften aus Ludwigshafen zur Bekämpfung der Folge von Hurrikan Katrina in New Orleans im Einsatz gewesen. In der Spitze bis zu 80.000 Liter pro Minute kann das hiesige THW mit seinem Material nach eigenen Angaben fördern.

Individuelle Kompetenz hat der Ortsverband auf dem Gebiet der Kommunikation in Person sogenannter Liasion Officer. „Die sind mit ihren Sprachkenntnissen in der Lage, Entscheider bei den Hilfsorganisationen und lokalen Behörden zusammenzubringen“, erklärt Lukas Kalnik. Der Weg in solche Spezialisierung stehe beim THW über die Grund- und Fachausbildung jedem offen, betont der Ortsbeauftragte.

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