Bobenheim-Roxheim
Theaterkreis: „Ein Mann an der Angel“ noch an zwei Wochenenden zu sehen
Regisseurin Tanja Frey blickt den kommenden Aufführungen entspannt entgegen. Bei der Premiere am vergangenen Freitag sei sie schon sehr aufgeregt gewesen, gesteht Frey im Gespräch mit der RHEINPFALZ. „Doch dann hat alles gut funktioniert.“ Ein paar kleinere Patzer habe sich das Ensemble zwar geleistet, die kurzen Unsicherheiten hätten die zum großen Teil sehr jungen Darsteller aber alle gut überspielt. „Im Publikum hat keiner etwas gemerkt“, freut sich Frey. Und das Wichtigste bei einer Komödie: „Die Leute haben an den richtigen Stellen gelacht und sich prächtig amüsiert.“
Ihre Aufregung rührte auch daher, dass es die erste eigenverantwortliche Regiearbeit für sie war. Zuerst sei sie nur „Theatermama“ gewesen, erzählt Frey. Zum Theaterkreis Bobenheim-Roxheim kam sie über ihren Sohn Thorben, der dort seit 13 Jahren mitwirkt. Die Atmosphäre gefiel ihr, das Interesse war geweckt, und darauf wiederum wurde die künstlerische Leiterin des Theaterkreises, Andrea Kühn, aufmerksam. „Ich habe dann die Co-Regie in einem Kinderstück übernommen, und das hat mir großen Spaß gemacht“, sagt Frey. Bei Molières Komödie „Der Geizige“, die 2019 auf der Freilichtbühne am Rhein aufgeführt wurde, war sie wieder Co-Regisseurin und übernahm gleichzeitig ihre erste Rolle. „Seither kann ich mir ein Leben ohne Theater nicht mehr vorstellen“, gesteht Frey.
Aufführung verschoben
Als es im vergangenen Jahr an die Planung des ersten Erwachsenenstücks nach der Corona-Zwangspause gegangen sei, habe sie sich noch mehr zugetraut. „Wir wollten ein Stück mit unseren jungen Darstellern inszenieren, und da habe ich mir gesagt, mit der Jugend mache ich das jetzt mal alleine“, sagt Frey und lacht. „Es ist eine große Aufgabe und eine Herausforderung, aber es macht Spaß.“
Eigentlich hätte „Ein Mann an der Angel“ schon im Februar im Hoftheater Hasch-Masch in Bobenheim-Roxheim Premiere haben sollen. Die Aufführungen wurden wegen der damaligen Corona-Lage jedoch abgesagt. „Die Inzidenzzahlen waren im Februar einfach zu hoch“, berichtet Frey. Gute fünf Monate hatte ihr junges Ensemble das Stück einstudiert. Es wurde weiter geprobt, im Frühjahr und Sommer parallel zu den Arbeiten an Erich Kästners Komödie „Drei Männer im Schnee“, die im Juli auf der Freilichtbühne zu sehen war.
Viel Spaß bei Proben
Dass der Theaterkreis nun aus seinem Aufführungsrhythmus ausbricht und im Herbst auf die Bühne geht anstatt das traditionelle Winterstück im Februar zu zeigen, hat mit den jungen Akteuren zu tun. Weil die meisten der unter 20-jährigen Laienschauspieler aufgrund ihres Abiturs oder Studiums bald nur noch wenig Zeit haben und eine Darstellerin im Oktober studienbedingt wegzieht, hat die Gruppe beschlossen, dass Saalstück noch im September aufzuführen. „Für die jungen Leute, die sich in der Schule kennengelernt haben, ist das schon eine emotionale Situation mit Blick auf die baldige räumliche Trennung“, erklärt Tanja Frey.
Bei den Proben und auch bei den ersten Aufführungen am vergangenen Wochenende hätten aber alle viel Freude gehabt. Was nicht zuletzt an der flotten und turbulenten Komödie von Sam Bobrick liegen dürfte, in der Tante Martha (Dietlind Terpe) einen Mann für ihre Nichte Sara Hastings (Katharina Syrov) sucht, die als junge Anwältin Karriere in New York macht. Brandon Cates, den Noah Fabian verkörpert, wäre der ideale Partner. Doch der ist bereits mit Heather Boyd (Nicola Bäder) liiert. Hilfe bekommt Tante Martha von dem „schlagfertigen“ Noogie Malloy (Thorben Frey), der dafür sorgt, dass Brandon ausgeknockt auf einer Sackkarre landet. Als der Auserkorene in Saras Wohnung wieder zu sich kommt, hat er keine Ahnung, wie er dorthin gelangt ist. Mehr soll nicht verraten werden. Nur so viel: Dass bald auch noch Brandons Verlobte Heather auftaucht, macht die Sache nicht gerade einfacher.
Geschickte Lichteffekte
Für den Zweiakter hat sich Helmut Dries für das Bühnenbild eine dreiteilige Szenerie ausgedacht. Ohne Trennelemente werden die verschiedenen Szenenbilder – Tante Marthas Telefonecke, Saras Wohnung und die Telefonecke von Heather – durch geschickte Lichtwechsel hervorgehoben. Für die Technik zeichnen Johannes Feise, Jaimie Carstensen und David Andres verantwortlich.
Termine
- Weitere Aufführungen von „Ein Mann an der Angel“ sind am Freitag, 16., Samstag, 17. September, jeweils um 20 Uhr, am Sonntag, 18. September, um 11 Uhr sowie am Freitag, 23., und Sonntag, 24. September, jeweils um 20 Uhr im Hoftheater Hasch-Masch in Bobenheim-Roxheim (Frankenthaler Straße 7).
- Karten für zwölf Euro (ermäßigt zehn Euro) gibt es im Vorverkauf im Netz unter www-theaterkreis1975.de oder bei Dominik-Freer-Elektronik in Bobenheim-Roxheim (Danziger Straße 1). An der Abendkasse kosten die Tickets jeweils einen Euro mehr.