Hockey RHEINPFALZ Plus Artikel TG Frankenthal verpatzt Start: 1:2 gegen Bayreuth in der Regionalliga Süd

Elisa Haselmaier beim Versuch, ihre Gegenspielerin abzuschütteln.
Elisa Haselmaier beim Versuch, ihre Gegenspielerin abzuschütteln.

Zu viele einfache Fehler, zu wenig Druck im Spiel nach vorne: Den Feldauftakt 2026 gegen die Bayreuther TS hatten sich die Damen der TG Frankenthal anders vorgestellt.

Auch knapp drei Jahre nach dem Abstieg aus der Zweiten Feldhockey-Bundesliga, der mit vielen personellen Abgängen verbunden war, befindet sich das erste Damenteam der TG Frankenthal in der Feldhockey-Regionalliga Süd noch in einer Findungsphase. Die im Schnitt sehr junge Mannschaft präsentiert sich gegenüber den ersten fünf Hinrundenspielen im Herbst 2025 und der gerade absolvierten Hallenrunde abermals verändert. Mit Eleni Tatou und Laura Hilbert pausieren gleich zwei offensivstarke Spielerinnen. Nach langer Verletzungszeit zurück im Team ist Abwehrspielerin Katharina Koppel.

Neu in der Mannschaft sind die Schwestern Mia und Maike Waldmann aus Weinheim, Anne Jensen, die vom SC SAFO Frankfurt in die Heimat zurückgekehrt ist, sowie Nina Held, die vom TV Alzey zur TG gewechselt ist. Wobei Held im ersten Feld-Pflichtspiel des Jahres noch nicht im Einsatz war. Bei der 1:2 (1:1)-Heimniederlage am Sonntag gegen die Bayreuther TS zeigte sich, dass bei den Frankenthalerinnen nach der Saisonvorbereitung vieles noch nicht so funktioniert, wie es sollte. Gegen die gut eingespielte und taktisch starke Mannschaft von BTS-Trainer David Lörken, die von Beginn an offensiv Druck ausübte und die Gastgeberinnen damit auch etwas überraschte, offenbarte die TG taktische, technische und athletische Schwächen. Auch in der Abwehr unterliefen den Frankenthalerinnen viele Fehler, was sich nicht zuletzt am Strafecken-Verhältnis ablesen ließ: Neun kurze Ecken erarbeiteten sich die Gäste aus Oberfranken, nur eine die TG-Damen. Glück für die Gastgeberinnen, dass die Bayreutherinnen keine einzige davon verwandelten

TG-Trainer Marc Beck machte nach der Partie bei seinem Team „noch viele Baustellen“ aus. „Der Mannschaft sind zu viele einfache Fehler passiert, außerdem fehlte die Laufbereitschaft. Gut war es immer dann, wenn es gelungen ist, im Spiel nach vorne Druck auszuüben. Aber das war zu selten der Fall“, bilanzierte Beck. Akzente setzte vor allem Stürmerin Emma Finke, die immer wieder sehenswerte Vorstöße in den gegnerischen Schusskreis unternahm und mehrere Torchancen für die TG erarbeitete. Finke war es auch, die in der 28. Spielminute den Führungstreffer für Frankenthal erzielte.

Das 1:0 hatte jedoch nur kurz Bestand, schon eine Minute später glich Carla Kraus für Bayreuth aus. „Dass uns so kurz vor der Halbzeitpause noch das 1:1 gelungen ist, war vorentscheidend für unseren späteren Sieg“, befand BTS-Coach David Lörken. Im dritten und vierten Viertel verlagerte sich das Spielgeschehen zunehmend in die Frankenthaler Hälfte, doch aus dem Spiel heraus wollte auch den Gästen kein weiteres Tor gelingen. Am Ende war es ein von Sarah Schuster verwandelter Siebenmeter, der den Bayreutherinnen den Siegtreffer bescherte (53.). Lörken freute sich über die drei Punkte, kritisierte aber die mangelnde Chancenverwertung seines Teams, das nach dem Aufstieg im Jahr 2024 seine zweite Saison in der Regionalliga Süd bestreitet und das Aushängeschild der Hockeyabteilung der Bayreuther TS ist.

Die Herrenmannschaft des Vereins spielt in der bayerischen Oberliga. Mit nun zwölf Punkten nach sechs Spielen nehmen die Bayreutherinnen aktuell den zweiten Tabellenplatz in der Regionalliga Süd ein, Tabellenführer ist der TuS C Obermenzing (16). Die TG-Damen rangieren mit sechs Zählern auf dem sechsten Platz. Das Team hat auch außerhalb des Spielfeldes eine Baustelle: Der Verein sucht weiterhin nach einem neuen Haupttrainer und Nachfolger für Marc Beck, der sportlich kürzertreten will.

Aktuell teilt sich Beck die Trainingsarbeit und Betreuung der ersten Damen mit Sandro Reinhard, Tim Albrecht, Tobias Stumpf, Dominik Seel und Timo Schmietenknop, der auch die erste Herrenmannschaft der TG trainiert und zudem Vereinsvorsitzender ist. Mit Kim Lauer, Katharina Koppel und Elisa Haselmaier gibt es drei Kapitäninnen, die ebenfalls in die Organisation und Planungsarbeit eingebunden sind. „Die Situation ist schwierig. Wir versuchen, Verantwortung und Arbeit auf mehrere Schultern zu verteilen und das Beste daraus zu machen“, sagt Beck. Mit Blick auf das letzte Hinrundenspiel am Samstag, 25. April, 13.30 Uhr, beim noch punktlosen Wiesbadener THC hofft Beck auf eine „deutliche Leistungssteigerung nach einer intensiven Trainingswoche“.

x