Hockey
TG Frankenthal schöpft neue Hoffnung
Mit höchster Spannung blickten die Vereine der 2. Bundesliga Süd am Wochenende auf die Abstiegsduelle der 1. Hockey-Bundesliga. Denn dort stand weit mehr auf dem Spiel als nur der Ligaverbleib der beteiligten Erstligisten. Die große Frage lautete: Wie viele Südvereine würden aus der 1. Bundesliga absteigen? Die Antwort darauf sollte direkten Einfluss auf die Abstiegsregelung der 2. Bundesliga haben.
Das Szenario war brisant: Sollten gleich zwei Vereine aus dem Süden den Gang in die 2. Bundesliga antreten müssen, hätten drei Mannschaften aus der 2. Bundesliga Süd absteigen müssen. Für die TG Frankenthal hätte das den Kampf um den Klassenerhalt erheblich verschärft.
Im ersten Duell zwischen dem Mannheimer HC und dem SC Frankfurt 1880 ließ der MHC allerdings keinerlei Zweifel aufkommen. Mit beeindruckender Dominanz fertigten die Mannheimer Frankfurt zunächst mit 5:1 und anschließend sogar mit 7:1 ab. Bereits nach zwei Spielen war klar: Mannheim bleibt erstklassig, Frankfurt steigt ab.
Doch während die erste Entscheidung schnell gefallen war, entwickelte sich das zweite Playdown-Duell zu einem echten Nerventhriller. Der Münchner SC und der Gladbacher HTC lieferten sich eine packende Serie auf Messers Schneide.
Spiel eins in Gladbach endete nach regulärer Spielzeit 2:2. Erst im Penaltyschießen setzten sich die Gastgeber hauchdünn mit 5:4 durch. Doch München schlug zurück – ebenfalls nach einem 2:2 nach regulärer Spielzeit gewannen die Münchner das zweite Duell im Penaltyschießen mit 5:3.
Damit musste ein alles entscheidendes drittes Spiel am Sonntag die Entscheidung bringen. Die Nerven lagen blank – auf dem Platz, auf den Tribünen und auch bei den abstiegsgefährdeten Teams der 2. Bundesliga Süd, die gebannt auf das Ergebnis blickten.
Und das Drama erreichte seinen Höhepunkt: Nach 60 intensiven Minuten stand es tatsächlich erneut 0:0. Kein Team wollte den entscheidenden Fehler machen. Wieder musste das Penaltyschießen entscheiden. Diesmal aber nutzte der Münchner SC den Heimvorteil eiskalt aus. Mit 3:0 gewannen die Münchner das Shootout und retteten sich in letzter Sekunde in der 1. Bundesliga. Für den Gladbacher HTC dagegen platzte der Traum vom Klassenerhalt – der Traditionsverein steigt in die 2. Bundesliga Nord ab.
Die Folgen für die 2. Bundesliga Süd sind enorm: Weil nur eine Mannschaft aus dem Süden absteigt, müssen nun auch lediglich zwei Teams aus der 2. Bundesliga Süd den bitteren Gang in die Regionalliga antreten.
Der Cöthener HC 02 steht bereits als erster Absteiger fest. Doch dahinter ist der Kampf um den Klassenerhalt völlig offen wie selten zuvor. Zwischen dem Tabellendritten Blau-Weiss Berlin und dem Vorletzten HTC Stuttgarter Kickers liegen gerade einmal sieben Punkte. Drei Spieltage vor Saisonende sind noch neun Punkte zu vergeben – und mittendrin steckt die TG Frankenthal.
Für die Frankenthaler ist die Ausgangslage klar: Der Klassenerhalt ist weiterhin aus eigener Kraft möglich. Doch die kommenden Wochen werden zu einem Nervenspiel.
Am Samstag wartet zunächst das Auswärtsspiel beim bereits abgestiegenen Cöthener HC 02 – eine Partie, die auf dem Papier machbar erscheint, aber enormes Gefahrenpotenzial birgt. Danach geht es am Sonntag, 7. Juni, zum Tabellendritten Blau-Weiss Berlin, ehe am letzten Spieltag beim direkten Konkurrenten HTC Stuttgarter Kickers möglicherweise ein echtes Endspiel um den Ligaverbleib wartet.
Die Ausgangslage hat sich für die TG Frankenthal zwar verbessert. Doch Entwarnung gibt es im engen Tabellenkeller noch lange nicht. Jeder Punkt kann jetzt über Jubel oder Abstieg entscheiden.