Saisonbilanz
Tennis: TC Mörsch steigt nach einer Saison wieder aus der Verbandsliga ab
Nach nur einer Spielzeit in der Tennis-Verbandsliga müssen die ersten Herren des TC Mörsch schon wieder den Gang in die Pfalzliga antreten. Für das Team um Kapitän Steffen Schaudt kam der Abstieg nicht unerwartet. Und doch wäre er vermeidbar gewesen, wenn das Team im entscheidenden Heimspiel nicht gepatzt hätte.
Steffen Schaudt beschreibt die Saison als „ein Abenteuer ohne Happy End“. Trotz einiger hoher Niederlagen habe sich die Mannschaft gut geschlagen. Vor allem, wenn man die verletzungsbedingten Ausfälle berücksichtige. „Wir hatten mehr Chancen auf den Ligaverbleib, als wir uns vor der Runde ausgerechnet haben. Trotz des Ausfalls einiger Leistungsträger war der Klassenerhalt möglich. Entscheidend war das Heimspiel gegen Bad Ems“, sagt Schaudt.
In dieser Partie hatte das Team vom Starenweg am vorletzten Spieltag das Schicksal auf dem eigenen Schläger. 6:6 hieß es nach den Einzeln. Allerdings gewannen die Gäste zwei Duelle im Matchtiebreak. „Der Gegner war nach der erfolgreichen Aufholjagd mental im Vorteil. Die Doppel gingen dann komplett in die Hose. Da haben wir alle nicht gut gespielt. Den Vorwurf müssen wir uns gefallen lassen“, ärgert sich Schaudt über die entscheidende, am Ende mit 6:15 sehr hoch ausgefallene Heimniederlage. Bei einem Sieg wäre Mörsch vor Bad Ems in der Schlussabrechnung auf dem rettenden Platz fünf gelandet.
Personell war der Aufsteiger mit einem kleinen Kader in die Saison gestartet. Einziger Neuzugang war nach längerer Pause Simon Frank auf Position sechs. Sebastian Flick fiel wegen einer Schulterverletzung lange aus. Er kam nur in den letzten beiden Partien zum Einsatz.
Auf die hoffnungsvollen Nachwuchsspieler Marcel Kotzbeck und Lukas Frietsch, die in der Aufstiegssaison schon erfolgreiche Einsätze hatten, musste wegen langwieriger Verletzungen ganz verzichtet werden. So waren die Mörscher im Saisonverlauf immer wieder gezwungen, auf Akteure aus der zweiten Mannschaft oder von den Herren 40 zurückzugreifen.
„Wir hatten zu viele Ausfälle von Leistungsträgern. Das kann man in der Pfalzliga noch kompensieren, in der Verbandsliga ist das aber nicht mehr möglich“, meint Schaudt. Auch er war vom Verletzungspech nicht verschont geblieben. Vor allem zu Saisonbeginn hatte er gesundheitliche Probleme. Und doch führte er das Team in allen Spielen der Medenrunde auf den Platz.
„Mit meiner Leistung bin ich zufrieden. Ich hätte gerne eine ausgeglichene Bilanz gespielt, spielerisch war es in Ordnung“, bewertet Schaudt seine eigene Leistung. In den Einzeln standen zwei Siege vier Neiderlagen gegenüber. An Position zwei hat der 20-jährige Niklas Groß mit drei Siegen und drei Niederlagen eine ausgeglichene Bilanz vorzuweisen. Ihm bescheinigte Steffen Schaudt eine deutliche Leistungssteigerung.
Hinter den Erwartungen ist Christian Hagenow zurückgeblieben, der beruflich bedingt kaum trainieren konnte. Einmal mehr sehr stark präsentierte sich Bernd Garrecht. Der Pilot war bei vier Spielen dabei und kam auf zwei Siege und zwei Niederlagen im Einzel. Sein Ausfall wog vor allem beim Abstiegsendspiel gegen Bad Ems schwer. Zwei Siege und vier Niederlagen hatte Simon Frank am Ende in der Bilanz stehen. „Er hat sich gut bei uns integriert und hat auf dem Platz immer alles gegeben. Auf seiner hinteren Position wäre auch mehr drin gewesen, aber da hat man ihm seine mehrjährige Spielpause noch angemerkt“, befindet Steffen Schaudt. Zum Einsatz kamen außerdem noch Jochen Petry, Timo Reichel, Benedict Schneider, Daniel Weingard, Axel Groß und Tobias Ahollinger.
Dass die Teams in der Verbandsliga allgemein etwas breiter besetzt sind, das erfuhr der TC Mörsch gleich im ersten Spiel gegen den TC Oberwerth Koblenz. 0:21 hieß es auf eigenem Platz. Nach dem ebenso deutlichen 21:0 Heimsieg gegen den chancenlosen und nur mit fünf Spielern angetretenen TC Mülheim-Kärlich folgten beim späteren Meister TC SW Landau (6:15) und TSC Mainz (2:19) zwei Auswärtspleiten. Danach kam es zur saisonentscheidenden Heimniederlage gegen Bad Ems, bevor zum Saisonabschluss bei Boehringer Ingelheim trotz einiger guter Ansätze in den Einzeln noch einmal eine 0:21-Niederlage quittiert wurde.
Ob man den TC Mörsch in der näheren Zukunft noch mal in der Verbandsliga aufschlagen sehen wird? Abwarten. Klar ist, dass die starken Nachwuchsspieler des TC Mörsch nun verstärkt bei den Aktiven eingesetzt werden. In der kommenden Saison müssen sie sich erst mal in der Pfalzliga beweisen, in der sie teilweise aber auch schon Erfahrungen gesammelt haben. Der Wiederaufstieg wird aber so oder so kein Selbstläufer für die Mörscher. Steffen Schaudt rechnet damit, dass es in der kommenden Spielzeit kaum schwache Teams in der Pfalzliga geben wird.