Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Tennis: Pfalzligist TC Mörsch bestreitet Medenrunde im Ausnahmezustand

 Marcel Kotzbeck ist einer der jungen Spieler im Mörscher Pfalzligateam.
Marcel Kotzbeck ist einer der jungen Spieler im Mörscher Pfalzligateam.

Mit einem klaren 21:0-Heimsieg gegen den TC Weiss-Rot Speyer II ist Tennis-Pfalzligist TC Mörsch in die Medenrunde gestartet. Für die Sportler ist es eine Übergangssaison, in der es keine Auf- und Absteiger geben wird. Dennoch sind alle froh, in der Pandemie wieder etwas Tennis-Normalität zu erleben – auch wenn es sportlich praktisch um nichts geht. Die Einhaltung der Hygieneregeln hat schon mal gut funktioniert.

Spender mit Desinfektionsmittel und Hinweisschilder auf der Anlage des TC Mörsch, die auf die Verhaltensvorschriften aufmerksam machen, zeigen auch den Besuchern deutlich, dass diese Medenrunde keine normale ist. Doch die Leute haben sich inzwischen daran gewöhnt, einen Mundschutz zu tragen, sich die Hände zu desinfizieren und Abstand zu halten. Das ist auch die Beobachtung von Steffen Schaudt. „Die meisten Menschen merken es sofort, wenn sie eine der Regeln mal kurz vergessen haben“, sagt der Jugendwart und zweite Sportwart des TC Mörsch.

Schaudt war am ersten Spieltag der auf vier Teams geschrumpften Pfalzliga sportlich nicht gefordert. Er verzichtete auf einen Einsatz, um anderen den Vortritt zu lassen. Die aus der Verbandsliga abgestiegene Mannschaft will das Übergangsjahr nutzen, um jungen Spielern Wettkampfpraxis in der Pfalzliga zu geben. Beim Auftaktsieg spielten neben dem 19-jährigen Marcel Kotzbeck auch Robin Neumann (17) und Timo Reichel (18) in der ersten Mannschaft. Kapitän Sebastian Flick, Matthias Hänisch und Niklas Groß bestritten die weiteren Einzel. Im Doppel kamen außerdem noch Axel Groß und Tobias Käge zum Einsatz.

Klare Angelegenheit

Bernd Garrecht will laut Schaudt aus familiären Gründen nicht alle drei Saisonbegegnungen bestreiten, Christian Hagenow ist beruflich stark eingespannt und möchte 2020 ganz aussetzen. Die Lücken sollen die jungen Talente füllen. Und die sollen auch richtig gefordert werden – anders als bei einem Einsatz in der zweiten Herrenmannschaft, die in die B-Klasse abgestiegen ist. Schaudt spricht von „einer guten Mischung aus erfahrenen und jungen Spielern“ im ersten Team.

Mit dem Auftritt von Kotzbeck, Neumann und Reichel war der Jugendwart des TC Mörsch zufrieden. Die Begegnung gestaltete sich als überaus klare Angelegenheit. Die Gäste gewannen gerade mal einen Satz im Doppel. „Man muss der Fairness halber sagen, dass Speyer schwach besetzt war und auf einige Stammkräfte verzichten musste“, berichtet Schaudt.

Keine Aufstiegsgarantie

Deutlich mehr Widerstand erwartet er am Sonntag, 28. Juni, 10 Uhr, bei der TSG TA Landau-Godramstein sowie im letzten Saisonspiel am Sonntag, 5. Juli, 10 Uhr, zu Hause gegen den TC Schifferstadt. Obwohl es in dieser Runde sportlich eigentlich um nichts geht, wollen die Mörscher nach Möglichkeit auch noch die restlichen beiden Spiele gewinnen, um am Ende ganz oben zu stehen. Es gebe zwar in diesem Jahr für den Meister keine Aufstiegsgarantie, meint Schaudt, ein Vorrecht auf das Aufrücken in die Verbandsliga habe dieser aber schon – falls dort eine Mannschaft im kommenden Jahr vom Spielbetrieb abgemeldet und dadurch ein Platz frei werden sollte.

Ein weiterer Anreiz in Zeiten des Ligabetriebs im Ausnahmezustand: Die Spieler bekommen auch im Übergangsjahr Leistungsklassen-Punkte. Dadurch, dass die Medenrunde erst Ende Juni gestartet wurde, kollidiert der Spielplan in einigen Klassen allerdings mit der Turniersaison. „Ich persönlich würde da ein Turnier vorziehen“, meint Steffen Schaudt.

Absprachen auf Distanz

Dass in der Medenrunde auch wieder Doppel gespielt werden darf, hatten der Deutsche Tennis Bund und der Tennisverband Pfalz kurz vor dem ersten Spieltag bekanntgegeben. „Da waren wir alle erleichtert. Mit den Doppeln macht es einfach viel mehr Spaß“, sagt Schaudt. „Und es hat sich dann auch schon fast wie eine richtige Medenrunde angefühlt.“ Etwas gewöhnungsbedürftig seien die Abstandsregeln für die Spieler im Doppel aber schon. Natürlich werde nach wie vor um jeden Ball gekämpft, erklärt Schaudt. Sich gegenseitig abzuklatschen, sei während Corona jedoch ebenso wenig drin wie das Zusammenstecken der Köpfe, um sich mitten im Match kurz mit dem Doppelpartner abzusprechen.

Auch das gemeinsame Essen nach der Begegnung – eine gute Tradition in der Medenrunde – muss ausfallen. Immerhin können Getränke, Obst, Snacks und Kuchen von einem Helfer mit Maske ausgegeben werden. Selbstbedienung an einem Büfett ist nicht erlaubt.

Herausforderung Dusche

Eine kleine Herausforderung ist die Benutzung der Umkleiden und Duschen, weshalb die meisten Tennisspieler ihre Sportbekleidung bereits zu Hause angezogen haben. Weil die Kabinen und Duschen nur einzeln betreten werden dürfen, kann es nach der Begegnung etwas dauern, bis alle wieder frisch und umgezogen sind. „Bei zwei Mannschaften hat das jetzt recht gut funktioniert“, sagt Schaudt. „Wir sind gespannt, wie es läuft, wenn noch mehr Teams auf der Anlage sind.“

Bei allen Einschränkungen in der Pandemie überwiege aber die Freude, dass Tennis im Ligabetrieb überhaupt wieder möglich sei. „Es macht Spaß, die Jungs wieder regelmäßig zu sehen, miteinander Tennis zu spielen und sich mit Gegnern zu messen“, unterstreicht Schaudt. Mit dem Pfalzligateam der TSG TA Landau-Godramstein, dem Gegner im kommenden Auswärtsspiel, habe man bereits telefoniert. Der zweite Sportwart des TC Mörsch ist überzeugt davon, dass unter Corona-Aspekten auch dort alles gut funktionieren wird.

 Auf der Anlage stehen Spender mit Desinfektionsmittel bereit. Schilder weisen auf die geltenden Hygiene- und Abstandsregeln hin
Auf der Anlage stehen Spender mit Desinfektionsmittel bereit. Schilder weisen auf die geltenden Hygiene- und Abstandsregeln hin.
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