Frankenthal
Tag der Vereine: Zentral mit allen oder gezielt vor Ort?
Manuel Baqué, Sprecher der CDU-Fraktion im Studernheimer Ortsbeirat, wünschte sich in der jüngsten Sitzung des Gremiums einen Tag der Vereine im Vorort. Stadtweit hatte eine solche Präsentation Anfang Oktober Premiere. Und jetzt sollen dezentral wieder eigene Süppchen gekocht werden? Das wollte nicht jedes Beiratsmitglied mitmachen.
Rückblick: Am Abschlusstag wird das gut besuchte Herbstspektakel erstmals mit einem Tag der Vereine kombiniert. 22 Clubs und Einrichtungen stellen über die nördliche Achse der Innenstadt verteilt ihre Aktivitäten und die Bandbreite des Frankenthaler Vereinslebens vor, von der TG Frankenthal und dem Karateverein Bushido über die Modelleisenbahn-Freunde und die DLRG bis hin zum Altertumsverein und der ökumenischen Sozialstation. Der Vorteil: hohe Aufmerksamkeit durch viel Publikumsverkehr. Der Nachteil: hoher Aufwand, um sich außerhalb ihrer eigentlichen Wirkungsstätte in Szene zu setzen. Die zentrale Bühne bleibt nahezu ungenutzt, weil Vereine den Aufbau für ein relativ kleines Zeitfenster scheuen. Und weil ihnen zum Teil die Ehrenamtlichen fehlen, um all die Vorbereitungen zu stemmen.
Nabelschau aufs Dorfleben
Baqué schwebt kein kompletter Rückzug aufs jeweils eigene Vereinsgelände vor, sondern ein dezentraler Tag der Vereine, für Studernheim etwa im Pfarrheim oder der Eichwiesenhalle. „In einer gebündelten Aktion aller Vereine und Gruppierungen im Ort können sich interessierte Bürger über deren Angebote informieren und im bestem Fall gleich mitmachen“, argumentiert er und denkt dabei nicht zuletzt an Betreuer und Assistenten, die vor Ort leichter überzeugt werden könnten, sich ins Dorfleben einzubringen.
Zur professionellen Vorbereitung würde Baqué gerne die Expertise der neuen Ehrenamtskoordinatorin Jennifer Speiger in Anspruch nehmen. Die wiederum hält sich bedeckt hinsichtlich einer Zerfaserung des frisch initiierten Tags der Vereine – der auf einen Wunsch nach einer zentralen Location zurückgehe. Die Bedenken nimmt sie mit in die nächste Besprechung der Ehrenamtsbeauftragten im Frühjahr, um dort ein Stimmungsbild einzuholen.
So lange will auch die Mehrheit im Ortsbeirat warten, die Resonanz auf den CDU-Vorstoß ist zurückhaltend. Selbst im Fall von „Studernheim first“ erinnert Ortsvorsteher Thomas Batke (FWG) daran, dass das Rad nicht neu erfunden werden müsste. Er verweist auf die Arbeitsgemeinschaft der Studernheimer Vereine als integrative Kraft und bezweifelt, dass es außerhalb davon ein weiteres Format braucht, in dem Vereine auf sich aufmerksam machen können.
