Frankenthal Tafel-Gründer Franz-Josef Möller gestorben
Heiligabend bei Familie Möller – über Jahre hinweg hatte am 24. Dezember nicht das Festessen oder das gemütliche Beisammensein im Lichterglanz des Christbaums oberste Priorität. Stattdessen ging es mit den Söhnen erst einmal in die Justizvollzugsanstalt Frankenthal: zum Weihnachtsbesuch bei den Strafgefangenen. Das ist eins von vielen Beispielen, wie Franz-Josef Möller das gelebt hat, was der Katholik unter dem schlichten Begriff der christlichen Nächstenliebe verstand und wie er diese Werte verinnerlicht hat – bis ins hohe Alter.
Abschied vor anderthalb Jahren
Denn das wohl größte Projekt ihres sozialen Engagements, das haben seine Frau Marianne und der gebürtige Essener mit um die Siebzig in Angriff genommen. Ein Alter, in dem die meisten lieber kürzer treten und den Ruhestand genießen: die Gründung und den Aufbau der Frankenthaler Tafel, die seitdem Bedürftige mit Lebensmitteln versorgt. Dieses Lebenswerk haben die Möllers, die 1966 aus dem Ruhrpott in die Pfalz kamen, erst vor knapp anderthalb Jahren in die Hände der Malteser weitergereicht. Damals sind sie beide schon 88 – und noch immer angetrieben von einem Pflichtbewusstsein, das nicht zuletzt geprägt ist von Hunger und Not, wie sie die Möllers als Kriegskind selbst erlebt hatten.
Soziales Miteinander gefördert
Begonnen hatte der Einsatz für Menschen in Not für Franz-Josef Möller unter anderem mit der Gründung der Strafentlassenenhilfe 1981 und der Initiative für den Verein Ökumenische Obdachlosenhilfe, der eine wöchentliche Teestube organisierte und im Jahr 2000 auch zum ersten Träger der Tafel wurde. Möller war außerdem noch viele Jahre Vorsitzender des Frankenthaler Seniorenbeirats. Im Nachruf der Stadt würdigt Oberbürgermeister Martin Hebich (CDU) den Einsatz Möllers für die Schwachen und Benachteiligten als Beitrag zum sozialen Miteinander in Frankenthal.