Fußball RHEINPFALZ Plus Artikel SV Obersülzen ist nach Urteil des Schiedsgerichts vorzeitiger Meister der A-Klasse

6:2 gewann der SV Obersülzen – hier mit Torben Sachse am Ball – am Sonntag gegen DJK Eppstein. Doch die Meisterschaft konnte das
6:2 gewann der SV Obersülzen – hier mit Torben Sachse am Ball – am Sonntag gegen DJK Eppstein. Doch die Meisterschaft konnte das Team da noch nicht feiern.

In der Fußball-A-Klasse Rhein-Pfalz ist eine Entscheidung gefallen. Am Dienstag vor einem Schiedsgericht des Fußballverbandes wurde der SV Obersülzen Meister. DJK Schwarz-Weiß Frankenthal, der ASV Heßheim und der TuS Dirmstein kämpfen um den zweiten Platz.

Anfang April ist das Spiel Schwarz-Weiß Frankenthal gegen Grün-Weiß Ludwigshafen wegen Tumulten auf dem Platz abgebrochen worden. In erster Instanz wurde keinem der beiden Vereine die Punkte zugesprochen. Schwarz-Weiß ging in Berufung, in dem festen Glauben, nicht Verursacher des Spielabbruchs zu sein. Doch nun ist klar, es bleibt dabei, die Punkte sind weg. Statt um die Meisterschaft geht es für die Schwarz-Weißen nur noch um Platz zwei. Dass dem so ist, ist aber nicht alleine auf das Urteil des Schiedsgerichts zurückzuführen. Dass dem SV Obersülzen zumindest ein Teil der Emotionen des Meisterschaftsgewinns genommen wurde, daran hat der Verband dann aber doch seinen Anteil.

Keine Leidenschaft

Tim Graf, Trainer von Schwarz-Weiß , hatte fest mit den drei Punkten aus dem abgebrochenen Spiel gerechnet. Verärgert ist er aber aus einem anderen Grund. Die satte 0:3-Niederlage gegen den ASV Heßheim setzte ihm zu. „Die ging auch in dieser Höhe völlig in Ordnung. Bei uns gab es keine Leidenschaft und keinen Kampf. Das war Arbeitsverweigerung, was meine Mannschaft abgeliefert hat. So haben wir in der Bezirksliga nichts verloren.“ Harte Worte eines Trainers, dessen Mannschaft zu diesem Zeitpunkt noch um die Meisterschaft mitspielte. Mit den drei Punkten aus dem Spiel in Heßheim wäre die Titelfrage auch vor dem letzten Spieltag offen gewesen. Dann würde der Abstand zu Obersülzen einen Zähler betragen.

„Vielleicht waren sich die Spieler nach dem Sieg gegen Obersülzen vor zwei Wochen zu sicher“, spekuliert Graf über die Gründe des Aussetzers. Einzig Liam Spiegel nahm der Trainer von der Kritik aus. Durch die Niederlage gegen Heßheim hat Schwarz-Weiß nun andere Probleme. Punktgleich mit dem ASV Heßheim, einen Punkt dahinter der TuS Dirmstein – die Frankenthaler könnten durchgereicht werden.

Vom Papier her haben sie am Sonntag mit dem Auswärtsspiel bei der DJK Eppstein wohl die schwerste Aufgabe aus dem Trio. „Hätten wir nicht verloren, wären wir drei Punkte vor Heßheim, uns würde am Sonntag ein Unentschieden reichen, um Platz zwei zu sichern.“ Schwer einzuschätzen sei für ihn Eppstein in der aktuellen Situation, meint Graf.

Gewinnt Schwarz-Weiß, könnte es zu einem erneuten Duell mit den eventuell weiter punktgleichen Heßheimern um Platz zwei kommen, denn die haben mit dem bereits als Absteiger feststehenden SV Schauernheim vermeintlich die leichteste Aufgabe zu lösen. Lachender Dritter kann der TuS Dirmstein werden, der zur Halbzeit der Saison die Tabelle anführte und sich da das Ziel Aufstieg gesetzt hatte. Zwischenzeitlich ging das durch eine Negativserie verloren. Dirmsteins Trainer Dennis Pfeiffer wiegelt ab. „Wenn es so kommt, dann nehmen wir das mit. Da Heßheim in Schauernheim spielt, glaube ich nicht daran. Wir wollen aber unsere Hausaufgaben machen.“ Heßheims Trainer Lothar Schäfer hofft, dass seine Mannschaft das jetzt nicht auf die leichte Schulter nimmt.

Sarkastischer Trainer

„Eine Mannschaft im Amateurfußball will ja nicht vom Platz gehen und die Meisterschaft feiern,“ flüchtet sich Sascha Gerber, Trainer des SV Obersülzen, in Sarkasmus. Gott und die Welt habe ihm am vergangenen Wochenende nach dem 6:2-Sieg gegen die DJK schon zu Meisterschaft gratuliert. Doch zu diesem Zeitpunkt war der SV nicht durch. Diese Situation hätte es seiner Meinung nach nicht geben dürfen. Wenn nur 20 Prozent von dem wahr sei, was ihm zu den Abbruchgründen des Spiels zwischen Schwarz-Weiß und Grün-Weiß zugetragen wurde, dann sei ihm klar gewesen, dass keine der Mannschaften die Punkte bekommen konnte oder das Spiel hätte neuangesetzt werden dürfen, fühlt er sich vom Urteil bestätigt. Am Sonntag hatte der SVO überzeugend mit 6:2 gegen DJK Eppstein gewonnen. Drei Spiele hatte der SV zuvor nicht gewonnen, zuletzt bei Schwarz-Weiß Frankenthal verloren. „Wir waren am Sonntag nervös, sind schwer ins Spiel gekommen“, sagt Gerber. Nach einer „netten“ Halbzeitansage in der Kabine sei dann aber die Aggressivität auf dem Platz da gewesen. „Dann haben wir Vollgas gegeben.“ Einige Bierchen hätte das Team schon mal getrunken. „Wir feiern halt gerne.“ Jetzt ist das letzte Spiel bei Croatia Ludwigshafen am Sonntag für den SV nur noch schaulaufen. Der SV Obersülzen ist Bezirksligist.

Der letzte Spieltag

Croatia Ludwigshafen - SV Obersülzen, DJK Eppstein - Schwarz-Weiß Frankenthal, ASV Heßheim - SV Schauernheim, TuS Dirmstein TSG Eisenberg (Anpfiff für alle Spiele: 15 Uhr)

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