Frankenthal / Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Studernheimer Kurve: Anwohner sorgen sich wegen Lärm und Baustellenverkehr

Blick von der Buschwegbrücke in Ludwighafen-Oggersheim: Rechts ist das Gleis zur BASF und zum Kombi-Terminal zu sehen.
Blick von der Buschwegbrücke in Ludwighafen-Oggersheim: Rechts ist das Gleis zur BASF und zum Kombi-Terminal zu sehen.

Einen konkreten Zeitplan, wann der Startschuss fürs Schienenbauprojekt „Studernheimer Kurve“ fällt – den gibt es nach wie vor nicht. Im Frankenthaler Vorort wächst allerdings die Sorge, dass die Dorfstraßen vom Baustellenverkehr besonders belastet sein werden – vor allem wenn gleichzeitig das neue Wohngebiet auf dem Real-Gelände entsteht.

Am Nutzen des von der Deutschen Bahn geplanten und aus Bundesmitteln finanzierten Vorhabens – aktuelle Kostenschätzung: rund 50 Millionen Euro – gibt es wenig Zweifel: Güterzüge, die aus der BASF und vom Kombi-Terminal Ludwigshafen Richtung Norden auf die Strecke Mannheim-Mainz rollen sollen, müssen bisher ein Stück Richtung Süden zum Bahnhof Ludwigshafen-Oggersheim fahren. Dort wird rangiert und die Lok umgehängt, bevor es weitergeht. Mit dem zusätzlichen Kurvengleis, das den direkten Weg ermöglicht, wäre dieser logistischen Aufwand Vergangenheit.

Kehre ums Südende

Die Studernheimer Kurve soll in einer vergleichsweise engen Kehre ums Südende des Vororts herum mit einem kurzen Beschleunigungsgleis auf die wichtige Nord-Süd-Trasse geführt werden. Diese inzwischen von den Planern bevorzugte Variante hat aus deren Sicht (und mutmaßlich auch aus Kostengründen) den Charme, dass die B-9-Brücke über die Bahngleise nicht angefasst werden muss.

Viele Dorfbewohner und insbesondere die Anlieger der Oggersheimer Straße treibt trotz des noch vergleichsweise frühen Verfahrensstadiums schon jetzt die Frage um: Wie wird die Situation im Ort während der Bauphase sein? Ihre Annahme: Der gesamte Verkehr von und zu der Baustelle muss durch Studernheim. Das hat vergangene Woche auf Anfrage der CDU-Fraktion im Ortsbeirat Bürgermeister Bernd Knöppel seinen Parteifreunden bestätigt – mit der Einschränkung, dass das Konzept zur Andienung der Baustelle noch nicht vorliege.

Der Fraktionssprecher der Christdemokraten, Manuel Baqué, sieht vor allem eine Konstellation sehr kritisch: falls der Baubeginn an der Kurve mit dem für das geplante Wohngebiet auf dem früheren Real-Gelände zusammenfiele. Auf 51.000 Quadratmetern nördlich der Mühlbergstraße plant der Investor gsp Städtebau (Berlin) rund 100 Reihen- und 40 Doppelhäuser sowie drei Mehrfamilienhäuser. Insgesamt lautet sein Fazit: „Die Leute fühlen sich nicht gut informiert.“

Sorge wegen Lärmschutz

Die zweite Sorge betrifft das Thema Lärmschutz. Fest steht bislang nur, dass die bestehende Schallschutzwand für das erwähnte Beschleunigungsgleis parallel versetzt werden muss. Wie aber werden die Anwohner der neuen Schienentrasse gegen mögliche Belastung abgeschirmt? Grundsätzlich besteht nach Auskunft von Knöppel bei Neu- und Umbauten an Bahnstrecken der Anspruch auf Schutz – wie der konkret ausfällt, das prüfe ein Gutachter im Laufe der nächsten Planungsphase.

Der Bürgermeister wiederholt im Ortsbeirat das Bekenntnis der Bahn, die Eingriffe für Anwohner und diejenigen, die entlang der Trasse Felder bewirtschaften, so gering wie möglich zu halten. Die Planer hätten darüber hinaus im Blick, was dort mit Blick auf Flora und Fauna zu beachten sei. Zu den nächsten Schritten im Verfahren für die Studernheimer Kurve ist Bernd Knöppel zufolge im Herbst eine Bürgerversammlung geplant.

 

Zur Sache

Bezahlen wird das Projekt, das neben der eingleisigen, elektrifizierten Verbindungskurve auch die dazugehörigen Ein- und Ausfädelungsbereiche umfasst, der Bund. Im Bundesverkehrswegeplan 2030 ist die Studernheimer Kurve vor etwa zweieinhalb Jahren als Teil des Ausbaus am Bahnknoten Mannheim in den „vordringlichen Bedarf“ gerückt. Das heißt: auf die Liste jener Vorhaben, die mit einer höheren Priorität verfolgt werden. Während vor zwei Jahren der Projektleiter der Deutschen Bahn auf Basis einer Prognose bis 2030 noch davon ausging, dass die Anzahl der Züge auf der Strecke von und zur BASF und zum Kombi-Terminal zunimmt, hieß es im Ortsbeirat Studernheim, dass sich der Bahnverkehr nicht erhöhe.

Noch Fragen?

Die Deutsche Bahn informiert auf der Internetseite www.studernheimer-kurve.de über das Gleisbauprojekt zwischen Frankenthal und Ludwigshafen.

Güterzüge in Richtung Norden müssen derzeit erst im Bahnhof Oggersheim rangieren, bevor sie ihre Fahrt auf der Strecke Mannheim-
Güterzüge in Richtung Norden müssen derzeit erst im Bahnhof Oggersheim rangieren, bevor sie ihre Fahrt auf der Strecke Mannheim-Mainz fortsetzen können.
Das BASF-Gleis in Höhe des Edigheimer Ortsteils Zinkig mit der dortigen Lärmschutzwand.
Das BASF-Gleis in Höhe des Edigheimer Ortsteils Zinkig mit der dortigen Lärmschutzwand.
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