Frankenthal Strohhutfest: Bilanz und Bilder
„Die Leute hatten etwas nachzuholen, aber sie haben es nicht übertrieben“, fasst Oberbürgermeister Martin Hebich (CDU) seinen positiven Eindruck der vier Strohhutfesttage zusammen. Auch wenn das Prädikat „überwiegend friedlich“ bedeute, dass Polizei, Kommunaler Vollzugsdienst und Rettungsdienste immer noch genug zu tun hatten, wie der OB beim Bilanzgespräch am Sonntagnachmittag betont. Die Stadtverwaltung schätzt die Anzahl der Besucher, die sich seit Donnerstag auf der Festmeile zwischen den Toren getummelt haben, auf rund 160.000.
Waren also nach den zwei Corona-Jahren mehr oder weniger Gäste in Frankenthal unterwegs als vor der Pandemie? Martin Hebich jedenfalls spricht von „unterschiedlichen Graden von proppenvoll“ – abhängig von Tag und Ort. Berechnet haben die Verantwortlichen die genannte Zahl jedenfalls auf Basis der zur Verfügung stehenden Fläche im Stadtkern. Etwa 20.000 Personen könnten sich gleichzeitig auf dem Fest aufhalten und es gebe immer einen gewissen Wechsel, sodass man grob von 40.000 Besuchern täglich ausgehe, so der OB.
Überwiegend vernünftig
Die zeigten sich, mit ein paar Ausnahmen, von ihrer überwiegend vernünftigen Seite, sagt Achim Schäfer, stellvertretender Chef der Polizeiinspektion Frankenthal. So seien weniger Jugendliche als in den Jahren vor der Pandemie sturzbetrunken aufgegriffen worden. Was Körperverletzungen und erteilte Platzverweise angeht, sei das Fest im Vergleich „eher ruhiger gewesen“, so Schäfer.
Er und Bernd Schönhardt, Leiter des Fachbereichs Ordnung und Umwelt der Stadt, loben das „gewachsene Konzept“ der Zusammenarbeit in Sicherheitsfragen. „Wir wissen da einen starken Partner an unserer Seite“, bescheinigt Schönhardt der Polizei. Bewährt und gut sei die Zusammenarbeit der drei Rettungsdienste in der Stadt: Malteser, Rotes Kreuz und Johanniter, sagt Bürgermeister Bernd Knöppel (CDU). Sie hätten zwischenzeitlich rund ein Drittel weniger Einsätze gehabt als in früheren Jahren.
Fantastische vier Tage hat Sonja Erbach hinter sich. Die neue Miss Strohhut ist begeistert von der Herzlichkeit, die ihr entgegengebracht wurde. „Ich wusste, dass die Frankenthaler ein freundliches Völkchen sind. Aber das war wirklich überwältigend“, erzählt die 21-Jährige. Gelitten habe einzig und allein ihre Stimme, die seit Donnerstag zunehmend rau und heiser geworden sei.