Frankenthal
Strandbad: Diesen Sommer Schwimmen in Schichten
Noch sind ein paar Handgriffe zu erledigen, müssen Laufwege auf dem Gelände markiert, Aufsteller besorgt und das inzwischen eingefüllte Wasser in den Becken vorbereitet und beprobt werden – wenn alle diese Punkte abgearbeitet sind, kann es losgehen im Strandbad. Angepeilt für den wegen Corona deutlich verspäteten Start in den Freibadsommer 2020 ist Ende Juni. „Den genauen Termin werden wir mit drei Tagen Vorlauf nennen können“, sagt Melanie Brünner, Sprecherin der Stadtwerke Frankenthal.
Die hatten bis zur Sitzung des Aufsichtsrats am Mittwochabend, bei der dessen Mitglieder endgültig grünes Licht für eine Öffnung des Strandbads gaben, einige Aspekte zu klären: Offen war nach den ersten Ankündigungen aus Mainz insbesondere die Haftungsfrage geblieben. „Da hat die Landesregierung aber noch einmal reagiert und Änderungen vorgenommen“, erläutert Brünner. So sei zwar eine für den Betrieb verantwortliche Person zu benennen, die hafte aber nicht für alles, was auf dem Gelände passiert. Gerade was das Einhalten der Hygiene- und Abstandsregeln im Bad angehe, werde die Eigenverantwortung der Gäste vorausgesetzt.
Einschränkungen nötig
Weil Urlaube infolge der Corona-Pandemie bei vielen nicht wie geplant stattfinden könnten, „war und ist es uns wichtig, den Frankenthalern in diesem Sommer ein Schwimmerlebnis anzubieten“, erklärt Thomas Bollheimer, Geschäftsführer der Stadtwerke, in einer Pressemitteilung. Mit dem vom Aufsichtsrat abgesegneten Konzept sieht er einerseits „einen sinnvollen Badebetrieb“ verwirklicht und gleichzeitig die Landesverordnung für Freibäder umgesetzt. „Mit der Öffnung des Strandbads möchten wir den Frankenthalern ein kleines Stück Normalität zurückgeben. Wichtig ist jetzt aber auch, das Infektionsgeschehen gering zu halten. Die dafür notwendigen Einschränkungen sind deshalb leider unvermeidbar“, betont Oberbürgermeister Martin Hebich (CDU).
Die erwähnten Einschränkungen fangen schon vor dem Sprung ins Wasser an – nämlich mit dem Kauf der Eintrittskarte. Die Tickets gibt es ausschließlich online über die Internetseite www.strandbad-ft.de. Der Vorteil aus Sicht der Stadtwerke: „Es ist zu jeder Zeit klar, wie viele Besucher sich im Strandbad aufhalten.“ Der Anzahl der für einen der täglich vier Zeitblöcke verkauften Karten lasse sich dann auch das eingesetzte Personal anpassen – etwa am Eingang zum Gelände.
Code wird eingescannt
Das Prozedere dort ist vergleichsweise unkompliziert: An der Kasse scannen Mitarbeiter den QR-Code ein, der nach dem Bezahlen im Netz per E-Mail verschickt wird. Das Einlesen funktioniere von einem Ausdruck genauso wie direkt vom Smartphone-Display, ergänzt Brünner. Um zu den jeweiligen Startzeiten der Blöcke Warteschlangen zu vermeiden, könnten bis zu vier Kassenhäuschen parallel öffnen.
Wie viele Badegäste aufs Gelände dürfen, hängt der Stadtwerke-Sprecherin zufolge vor allem von einem limitierenden Faktor ab: der Größe der Becken. „Wir wollen jedem Gast die Möglichkeit geben, die Becken zu nutzen und dabei möglichst Schlangen davor verhindern. Je mehr Gäste wir im Bad haben, umso schwieriger wird das.“ Insofern werde sich die maximale Besucherzahl auch an den ersten Erfahrungswerten nach der Öffnung orientieren.
Für die geplanten Zeitfenster – zwei Stunden morgens und abends, drei Stunden am Vor- und Nachmittag und jeweils eine Stunde Pause dazwischen – gibt es nach Darstellung der Werke praktische Gründe: Das vorgeschriebene Reinigen und Desinfizieren der „hygienisch kritischen Bereiche“ sei im laufenden Betrieb nicht zu bewerkstelligen – deshalb die drei Unterbrechungen. Mir den unterschiedlich langen Blöcken hoffe man, Bedürfnissen bestimmter Nutzergruppen entgegenzukommen. „Morgens kommen eher Sportschwimmer, die sich nicht lange aufhalten, und abends Feierabendgäste, bei denen das ähnlich ist“, erläutert Melanie Brünner.
Überholverbot im Becken
Im Strandbad selbst werden Besucher einiges zu beachten haben. Die Stadtwerke platzieren überall, wo es nötig ist, Schilder mit der jeweils zulässigen Personenzahl – beispielsweise an den Becken oder auf den Liegewiesen. Zu jedem Becken gebe es einen eigenen Zu- und Ausgang, damit sich Laufwege der Gäste nicht kreuzten. Die wichtigste Regel: In den Becken muss beim Schwimmen und Spielen ein Mindestabstand von anderthalb Meter eingehalten werden. Das Schwimmerbecken werde mit Leinen in vier Bereiche unterteilt, wo jeweils eine Art Kreisverkehr mit Überholverbot gilt.
Kritisch: die „Piraten-Bucht“ für die Kleinen. Kinder dürfen dort nur in Begleitung eines Erwachsenen planschen, der auf die Abstandsregeln achtet. Die Rutsche bleibe vorsorglich gesperrt. Der Beckenrand und der Bereich um die Becken – sonst beliebter Ort für ein Schwätzchen unter Schwimmern – ist diesen Sommer tabu. Die Spielplätze sind mit Ausnahme der Fußballkäfige alle geöffnet. Auch hier sind die Eltern dafür verantwortlich, auf den nötigen Mindestabstand zwischen ihren Sprösslingen zu achten.
Aus Hygienegründen bleiben die zentralen Umkleiden, Spinde und Warmwasserduschen im Hauptgebäude geschlossen. Dort sind allerdings die Toiletten geöffnet. Umziehen können sich Badegäste in den Häuschen auf den Wiesen. Die Strandbad-Gastronomie, wo laut Brünner bar und mit Karte bezahlt werden kann, hat ein reduziertes Angebot zum Mitnehmen. An der dortigen Theke, in den WCs sowie am Ein- und Ausgang müssten die Besucher eine Maske tragen.
Mehr Personal im Einsatz
Für den Betrieb des Strandbads in Zeiten von Corona werde „auf jeden Fall“ mehr Personal gebraucht als in früheren Jahren, berichtet Stadtwerke-Sprecherin Melanie Brünner. Allein um den Überblick über den Andrang an den Becken zu behalten, seien zusätzliche Kräfte notwendig. Neu ist auch der Sicherheitsdienst, der Abstandsregeln überwacht und hilft, falls doch Schlangen an der Kasse entstehen sollten. Die durch den größeren Aufwand verursachten Mehrkosten lassen sich Brünner zufolge noch nicht beziffern: „Wir sind einerseits sehr vom Wetter abhängig und letztlich auch davon, wie unsere Besucher das Konzept akzeptieren und annehmen.“
Zur Sache: Preise, Zeiten und Online-Verkauf
- Blocksystem: Vorgesehen sind laut den Stadtwerken täglich vier Zeitspannen, jeweils unterbrochen für eine Stunde zum Reinigen und Desinfizieren. Die Zeiten: 7 bis 9 Uhr, 10 bis 13 Uhr, 14 bis 17 Uhr und 18 bis 20 Uhr.
- Preisstruktur: Die Zwei-Stunden-Blöcke am Morgen und am Abend kosten für Erwachsene drei Euro, für Jugendliche/Kinder von sechs bis 17 Jahren und mit Ermäßigung zwei Euro sowie für Kinder bis fünf Jahren 50 Cent. Für die Drei-Stunden-Blöcke am Vor- und Nachmittag gelte für die genannten Gruppen folgende Tarife: Erwachsene 4,50 Euro, Jugendliche/Ermäßigte drei Euro und Kinder 50 Cent.
- Tickets: Eintrittskarten werden nach Angaben der Stadtwerke nur online über die Internetseite des Strandbads verkauft. In diesem Sommer gibt es keine Saison- oder Mehrfachkarten. Online für einen bestimmten Tag oder eine bestimmte Zeit erworbene Karten verfallen, wenn sie nicht benutzt werden oder das Freibad beispielsweise wegen eines Gewitters geräumt werden muss.