Frankenthal
Stillstand bei Boulderhalle: Alpenverein sauer
„Ich habe den Eindruck, dass die Stadt das Projekt nicht will, sonst verhält man sich anders“, brachte Vorsitzender Peter Seiler bei der Mitgliederversammlung am Dienstag sein Unverständnis zum Ausdruck. Den aktuellen Sachstand habe er der RHEINPFALZ vom 12. Mai entnehmen müssen. Über die Pläne des Vereins werde seit 2017 diskutiert, ohne dass es gelungen sei, den Vorgang zu beschleunigen. Rückrufe seitens der Verwaltung blieben aus, Schreiben würden nicht beantwortet, beklagte sich Seiler. Zumindest zeichne sich für eine Erweiterung nach Osten Richtung Parkplatz der Feuerwehr eine Lösung ab, wobei Einzelheiten – etwa hinsichtlich des Grunderwerbs – noch geklärt werden müssten. Auch über die Parkflächen auf der Südseite müsse noch verhandelt werden. Gegenwärtig sei es daher nicht möglich, einen Bauantrag zu stellen.
Mit der Boulderhalle wolle der Verein insbesondere für Schulen einen niederschwelligen Einstieg ins Klettern ermöglichen, führte Peter Seiler vor 35 Mitgliedern aus. Es gehe außerdem darum, ein zweites wirtschaftliches Standbein zu schaffen. Ziel sei eine wettkampftaugliche Anlage, um als Ausbildungsbetrieb anerkannt zu werden. Realistisch sei ein zweigeschossiges Gebäude mit einer Höhe von etwa acht Metern und einer Nutzfläche von 800 Quadratmetern. In einem ersten Schritt genehmigte die Mitgliederversammlung einen Haushaltsansatz von 10.000 Euro für Planungskosten. „Wenn das Projekt scheitert, ist das Geld in den Sand gesetzt“, sagte der Vorsitzende.
Mehr Mitglieder
Finanziell braucht sich der Alpenverein keine Sorgen zu machen. Laut Schatzmeisterin Elke Willersinn wurde 2022 ein Gewinn von 33.600 Euro erwirtschaftet, 12,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Außerdem habe ein Kredit von 10.000 Euro deutlich zurückgefahren werden können. „Wir hatten zu keinem Zeitpunkt Liquiditätsprobleme.“ Beim Vereinsvermögen konnte ein Zuwachs um 22 Prozent auf 162.800 Euro verzeichnet werden. Mit Blick auf die Energie- und Personalkosten noch mit vielen Fragezeichen behaftet ist der von den Mitgliedern abgesegnete Wirtschaftsplan 2023, der nur wenig Aussagekraft besitzt und mit einem kleinen Verlust von 14.000 Euro abschließt.
Mit einem Zuwachs auf aktuell 1602 Mitglieder (davon 399 Jugendliche) bleibt die DAV-Sektion größter Sportverein in Frankenthal. Bei den Wettkämpfen sei die Beteiligung noch etwas zurückhaltend gewesen, im Jugendbereich bewege man sich wieder auf Vor-Corona-Niveau. Dagegen fehlten in der Kletterhalle noch etwa vier Prozent Besucher. Wegen der höheren Strompreise (550 statt 304 Euro im Monat) und den gestiegenen Personalkosten (Mindestlohn von 10,45 auf zwölf Euro) wurden die Eintrittspreise im November 2022 erhöht. Gut angenommen würden die Wanderangebote und das neu eingeführte Freitagsgrillen.
Über das von einem fünfköpfigen Team betreute CO2-Projekt informierte Joachim Bäder. Es gelte, die Vorgaben des Verbandes umzusetzen und bis 2030 klimaneutral zu werden. „Dies ist ein sinnvolles Ziel, aber auch ein dickes Brett.“ Zu dokumentieren seien die Bereiche Mobilität, Infrastruktur, Verpflegung, Kommunikation und Bildung sowie nachhaltige Finanzanlagen.
Zum Vormerken und Akquirieren freiwilliger Helfer gab Peter Seiler zwei Termine bekannt: das Sommerfest mit Tag der offenen Tür am 25. Juni und die Rheinland-Pfalz-Meisterschaften am 15./16. Juli.