Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Stadtklinik: Hoher Aufwand für Corona-Prävention

In der Stadtklinik wurde standardmäßig allen neuen Patienten bei ihrer Aufnahme ein Abstrich entnommen.
In der Stadtklinik wurde standardmäßig allen neuen Patienten bei ihrer Aufnahme ein Abstrich entnommen.

Um mögliche Infektionen mit dem Coronavirus auch bei Patienten frühzeitig erkennen zu können, die wegen anderer Beschwerden gekommen waren, seien ausnahmslos alle Neuzugänge in der Stadtklinik auf den Erreger getestet worden. Das hat Thilo Schöllhorn, Oberarzt auf der Intensivstation, am Mittwoch im Krankenhausausschuss erklärt.

Mit dem Konzept sei ein „hoher finanzieller Aufwand“ verbunden gewesen, es habe aber allen Beteiligten ein großes Maß an Sicherheit gegeben, sagte Schöllhorn auf zwei Anfragen der AfD-Fraktion. Die angewandte Testmethode per Abstrich habe eine gewisse Fehlerquote, deshalb sei bei Verdachtsfällen zusätzlich ein Computer-Tomogramm des Brustkorbs angefertigt worden.

Zu der von der AfD erbetenen Auskunft zur durchschnittlichen Aufenthaltsdauer von Covid-19-Patienten sagte der Mediziner, dass sich aus diesem Wert keine sinnvollen Rückschlüsse ziehen ließen, weil diese Zeit individuell sehr unterschiedlich ausgefallen sei. „Überraschend waren die zum Teil sehr langen Liege- und Beatmungszeiten“, sagte Schöllhorn. Darauf sei die Klinik aber gut vorbereitet gewesen.

Intensivbetten freigehalten

Informationen, wo sich die im Frankenthaler Krankenhaus behandelten Corona-Kranken mit dem Virus angesteckt hatten, gebe es keine, betonte der Arzt. Die Recherche der Infektionsketten sei Sache der Gesundheitsämter. Inwiefern Patienten von möglichen Langzeitfolgen der Erkrankung betroffen seien, werde nicht ermittelt. Zum Teil seien nach dem Klinikaufenthalt noch Reha-Maßnahmen notwendig. Diese würden, ergänzte OB Martin Hebich (CDU), von den Krankenkassen oder unter Umständen auch der Rentenversicherung übernommen.

Die AfD-Fraktion fragte auch nach, inwiefern Operationen beispielsweise auch bei Krebspatienten verschoben worden seien. Schöllhorn hielt fest, dass eine gewisse Anzahl von Intensivbetten, die sonst der postoperativen Behandlung von Patienten dienten, freigehalten worden seien. „Da gab es ja Vorgaben“, sagte er. Deshalb seien Eingriffe so eingetaktet worden, dass genügend Kapazitäten etwa fürs Beatmen von Covid-19-Kranken vorhanden waren. Der Arzt stellte klar: „Wer operiert werden musste, ist auch operiert worden.“

Zeitweise weniger Patienten

Tatsächlich seien zeitweise weniger Patienten in die Stadtklinik gekommen als sonst – möglicherweise aus Furcht vor einer Corona-Infektion. Dass manche dadurch Symptome länger ausgehalten und verschleppt, sich in der Folge Erkrankungen verschlimmert hätten, wollte Thilo Schöllhorn nicht ausschließen. „Die Klinik war aber jederzeit leistungsfähig in allen Bereichen“

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