Frankenthal Stadt zieht die Corona-Schraube wieder an

Die Unterrichtsräume der weiterbildenden Schulen bleiben ab Montag erst einmal wieder verwaist.
Die Unterrichtsräume der weiterbildenden Schulen bleiben ab Montag erst einmal wieder verwaist.

Bis einschließlich kommenden Freitag müssen sich die Frankenthaler wieder auf schärfere Corona-Regeln einstellen. Bis dahin gilt wegen der steigenden Infektionszahlen wieder eine nächtliche Ausgangssperre, Schüler ab Klasse fünf kehren in den Fernunterricht zurück und Kontakte werden wieder stark eingeschränkt.

Der Anlass für die verhängten Restriktionen ist sattsam bekannt: Seit Mittwoch hat Frankenthal an drei aufeinanderfolgenden Tagen den rechnerischen Wert von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern überschritten. Am Freitag ist die Sieben-Tages-Inzidenz nach Angaben der Gesundheitsbehörden des Landes auf 139,5 gestiegen – Platz drei in Rheinland-Pfalz. Die aktuelle Corona-Bekämpfungsverordnung des Landes zwinge die Stadt dazu, Mittel zum Senken dieser Zahl zu ergreifen, erklärt die Verwaltung.

Mit der Allgemeinverfügung, die am Samstag in Kraft tritt, werden seit 8. März geltende Lockerungen für Einzelhandel, Sport und Freizeit nach wenigen Tagen kassiert. Der Weg zurück zu etwas mehr Normalität ist mühsam: Die nun erlassenen Einschränkungen können erst aufgehoben werden, wenn der Wert an drei aufeinanderfolgenden Tagen „stabil unter 100“ sinkt, betont die Stadt. Das jetzt beschlossene Regelwerk tritt an diesem Samstag in Kraft und gilt vorerst bis einschließlich Freitag, 19. März.

Oberbürgermeister Martin Hebich (CDU) bedauert die getroffenen Entscheidungen der Pressemitteilung zufolge: „Die erneuten Einschränkungen sind für uns alle ein Dämpfer, aber die Zahlen zwingen uns leider zum Handeln.“ Er appelliere an „alle Frankenthaler“, Kontakte auf ein Minimum zu beschränken, um möglichst schnell wieder sinkende Werte zu erreichen, so der OB. Wichtig sei das vor allem, um der „Geschäftswelt, aber auch unseren Kindern eine Perspektive bieten“ zu können, wird Hebich zitiert.

Ein Überblick zu den Punkten der Allgemeinverfügung, macht deutlich, wo sich die Eingriffe ins öffentliche Leben auswirken:

Kontaktbeschränkungen

Der Aufenthalt im öffentlichen Raum ist laut Allgemeinverfügung nur alleine, mit den Angehörigen des eigenen und maximal einer Person eines weiteren Hausstands erlaubt. Kinder unter sechs Jahren werden nicht mitgezählt. Diese Empfehlung gelte auch fürs Private.

Nächtliche Ausgangssperre

Zwischen 21 abends und 5 Uhr morgens müssen die Frankenthaler in den eigenen vier Wänden bleiben. Die neue Allgemeinverfügung definiert wie ihre Vorgängerinnen „triftige Gründe“ für ein Abweichen von dieser Regelung: beispielsweise berufliche Tätigkeiten, medizinische Notfälle, Besuche bei Alten und Kranken oder engen Verwandten (Eltern, Großeltern, eigene Kinder). Ausnahmen macht die Verfügung auch für Sterbebegleitung oder fürs Gassigehen. Die Ausgangsbeschränkungen brechen dürfen außerdem Helfer bei der Landtagswahl am Sonntag und Personen, die der Stimmenauszählung als Beobachter beiwohnen möchten.

Handel und Gewerbe

Der Einzelhandel und weitere gewerbliche Einrichtungen sind für den Kundenverkehr geschlossen. Abhol-, Liefer- und Bringdienste sowie Terminshopping für Einzelpersonen oder Angehörige eines Hausstands sind laut Stadt weiterhin möglich. Geöffnet bleiben dürfen Geschäfte mit Waren des täglichen Bedarfs. Auch der Wochenmarkt finde weiterhin statt. Geschäfte müssen um 21 Uhr schließen. Gastro-Betriebe dürfen hingegen auch später Essen ausliefern. Zwischen 21 und 6 Uhr gilt in allen Verkaufsstätten ein Alkoholverkaufsverbot.

Schulen und Kitas

In Abstimmung mit den Landesbehörden pausiert der Präsenzunterricht an Frankenthaler Schulen ab Klasse fünf. An den weiterführenden Schulen sei Fernunterricht angesagt. An Grund- und Förderschulen bleibe es beim Wechselunterricht. Das mündliche Abitur und nicht aufschiebbare Prüfungen finden wie geplant statt. Es gebe weiterhin eine Notbetreuung für die Klassen eins bis sieben. Bei den Kindertagesstätten, die am Montag in den Regelbetrieb wechseln sollen, appelliert die Stadt an die Eltern, ihre Kinder – wenn möglich – weiterhin Zuhause zu betreuen.

Sport und Freizeit

Sport ist im Freien wieder nur alleine, zu zweit oder mit Angehörigen des eigenen Hausstands zulässig; Training in Gruppen dafür wieder untersagt. Ausstellungen und Galerien sowie die Stadtbücherei schließen. Die Musikschulen dürfen Einzelunterricht erteilen.

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