Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Stadt will Stelle mit Lotsenfunktion für Sozialbereich

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Bürgern die Orientierung erleichtern, wenn sie in unterschiedlichen Lebenslagen Hilfe vom Staat brauchen – für diese Lotsenfunktion möchte die Stadtverwaltung für ihren Bereich Familie, Jugend und Soziales eine eigene Stelle schaffen. Das hat Beigeordneter Bernd Leidig (SPD) am Mittwoch im Fachausschuss angekündigt. Eine solche Kontaktstelle hatte die Grünen-Fraktion mit Hinweis auf das entsprechende Vorbild in Bobenheim-Roxheim gefordert.

Offenbar ist ein bisschen Kreativität bei den Verantwortlichen gefragt, um die Stelle des zentralen Ansprechpartners für die im Fachbereich betreuten Aufgaben zu schaffen. Sozialdezernent Leidig sprach davon, dass sie aus verschiedenen Anteilen aus den einzelnen Abteilungen sozusagen zusammengebastelt werde. Derzeit werde das Kandidatenprofil festgelegt, das sich die Stadt für diesen Job vorstellt – und damit auch dessen Wertigkeit. Darüber werde auch gesteuert, welchen Bewerberkreis man mit der Ausschreibung anspreche, so Leidig.

Der Fachbereich möchte den Frankenthalern, die mit Problemen ins Rathaus kommen, einen Ansprechpartner bieten, der zumindest eine erste Beratung und Weitervermittlung an die für das jeweilige Themengebiet zuständigen Fachleute sicherstelle. „Eine komplette Bündelung in fachlicher Hinsicht“ in einer Stelle und Person sei angesichts der Komplexität der Sozialgesetzgebung schlicht unmöglich, erläuterte Leidig dem Ausschuss im Dathenushaus. Wichtig und sinnvoll sei aber eine Lotsenfunktion durch die Angebote von Jugend- und Sozialamt.

Grüne für Ausweitung

Ein ähnliches Konstrukt hatte die Ratsfraktion Grüne/Offene Liste für die Sitzung beantragt. Ute Hatzfeld-Baumann nannte den von der Stadt nun unterbreiteten Vorschlag einen „guten Ansatz“. Auf Grundlage ihrer Erfahrung als ehrenamtliche Helferin für Asylbewerber sagte sie, dass Ähnliches auch für den von Oberbürgermeister Martin Hebich (CDU) verantworteten Fachbereich Migration und Integration ins Auge gefasst werden sollte. Beigeordneter Bernd Leidig sagte, dass er diesen Punkt in die Gespräche des Stadtvorstands mitnehmen wolle. Gerhard Bruder (Grüne) erinnerte an das gerade in Bobenheim-Roxheim eröffnete Beratungs- und Begegnungszentrum für Integration und Soziales.

Verena Baqué (CDU) hielt die Intention des Grünen-Antrags für die richtige und begrüßte den Vorschlag der Stadt. Der Erfolg von Angeboten hänge nicht zuletzt davon ab, wie einfach zugänglich Informationen darüber seien. Auch Uwe Klodt (SPD) sprach von einem guten Ansatz. Über eine solche Stelle alle Angebote zu steuern, hielt er aus eigener beruflicher Erfahrung für nicht machbar: „Die eierlegende Wollmilchsau funktioniert nicht.“ Hatzfeld-Baumann wünschte sich für die neue Stelle jemanden, der „Empathie für Menschen“ habe und gleichzeitig über ein gutes Netzwerk verfüge.

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