Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Stadt führt Jobticket für Mitarbeiter ein

Mit einer günstigen Monatskarte per S-Bahn und Bus zur Arbeit: Die Stadt will eine Alternative zur Anreise mit dem Auto bieten.
Mit einer günstigen Monatskarte per S-Bahn und Bus zur Arbeit: Die Stadt will eine Alternative zur Anreise mit dem Auto bieten.

Mitarbeiter der Stadtverwaltung Frankenthal können künftig ein für den gesamten Tarifbereich des Verkehrsverbunds Rhein-Neckar gültiges Jobticket bekommen. Der Stadtrat hat der Einführung zugestimmt. Für die ersten etwa 90 Nutzer entstehen der Stadt jährliche Kosten von rund 58.000 Euro.

Der Großteil der rund 600 städtischen Bediensteten komme mit dem Auto zur Arbeit, sagte Oberbürgermeister Martin Hebich (CDU) bei der Sitzung vergangene Woche. Das Jobticket solle ein Anreiz sein, auf den öffentlichen Nahverkehr umzusteigen. Trotz der Möglichkeit, das Ticket auch privat und da zu bestimmten Zeiten mit mehreren Leuten nutzen zu können, hätten sich bei einer Umfrage des Personalrats nur 87 Interessierte gemeldet.

Kosten soll das Ganze für die Mitarbeiter monatlich 45,20 Euro. Die Differenz zum Preis des regulären Rhein-Neckar-Tickets inklusive der Pauschalbesteuerung von 25 Prozent übernimmt nach Hebichs Worten die Stadt. Die jährlichen Kosten bezifferte er auf derzeit rund 58.000 Euro. Die Stadt spare allerdings auch Geld, weil sie nach Angaben des OB 26 Pkw-Stellplätze in einem Frankenthaler Parkhaus gekündigt habe.

FDP wegen Kosten skeptisch

Die Sprecher von CDU, SPD, Grünen, FWG und Linken unterstützten den Vorschlag der Stadt: Er mache die Verwaltung als Arbeitgeber attraktiver, reduziere innerstädtischen Verkehr und sei ein Beitrag zu Umwelt- und Klimaschutz. Konstantin Werner (Grüne/Offene Liste) hofft, dass es nicht bei der Anzahl von knapp 90 Ticketinhabern bleibe. FDP-Fraktionschef Thomas Börstler hätte das fürs Jobticket vorgesehene Geld lieber in die Digitalisierung der Schulen gesteckt: „Das hätten die Mitarbeiter selbst bezahlen können“, meinte er.

Jesko Piana von den Freien Wählern erkundigte sich, inwiefern die Ausgaben als freiwillige Leistung mit der Kommunalaufsicht abgeklärt seien. Dafür habe man, so OB Hebich, die Notwendigkeit nicht gesehen: „Wir müssen uns, wenn unser Haushalt genehmigt ist, nicht für alles eine Erlaubnis holen.“ Die Nachfrage von Hartmut Trapp (AfD), wie belastbar das Ergebnis der Umfrage des Personalrats für die Planung denn sei, beantwortete Hebich mit der Feststellung, es sei „ernstes Interesse bekundet worden“.

Die Stadt wird nun die notwendigen Vereinbarungen zum Jobticket mit dem Verkehrsverbund Rhein-Neckar und der Rhein-Neckar-Verkehr GmbH abschließen.

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