Frankenthal Sparkassenstiftung vergibt keinen Kulturförderpreis

Die Kulturstiftung der ehemaligen Kreissparkasse Rhein-Pfalz vergibt in diesem Jahr keinen Kulturförderpreis. Am Geld hängt es nicht, sondern an geeigneten Kandidaten. Zu diesem Ergebnis ist jedenfalls das Kuratorium der Stiftung nach Sichtung der neun eingereichten Bewerbungen gekommen.
Das Stiftungskuratorium habe es sich nicht leicht gemacht bei seiner Entscheidung, heißt es in einer Pressemitteilung der Sparkasse Vorderpfalz. Die Mitglieder hätten intensiv über die neun Anträge aus ganz unterschiedlichen Genres diskutiert, seien aber schließlich zu dem Entschluss gekommen, dass kein Bewerber die Kriterien des Kulturförderpreises erfüllt. „Was nicht heißt, dass die Qualität der Arbeiten nicht gestimmt hätte, aber das Alleinstellungsmerkmal, der Kick, das ganz Besondere eben hat gefehlt“, sagt Konrad Reichert, der dem Vorstand der Stiftung angehört, auf Nachfrage. Dass dieses Mal kein Preis vergeben wurde, solle Ehrenamtliche keinesfalls demotivieren. „Im Gegenteil – wir wollen, dass die Leute weitermachen. Der neue Förderpreis ist ja auch schon wieder ausgeschrieben.“ Ähnlich die Argumentation von Clemens G. Schnell, Vorstandsvorsitzender der Kulturstiftung und stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Vorderpfalz. Er betont: „Die Vergabe des Kulturförderpreises ist an vielfältige Kriterien gebunden, die mit den Einreichungen in diesem Jahr nicht erfüllt wurden.“ Der Preis soll eine besondere Leistung in Bildender Kunst, Literatur, Musik oder Heimat- und Denkmalpflege auszeichnen. „Preiswürdig ist eine Leistung nur dann, wenn sie herausragend, also überdurchschnittlich ist, beziehungsweise sich durch ein besonderes Engagement auszeichnet“, so Schnell. Dies setze voraus, dass eine solche Leistung den Rahmen der „normalen Aufgaben“ übersteige. Schnell erklärt den Begriff der besonderen Leistung anhand zweier Beispiele: „Aufgabe eines Künstlers ist es, Kunstwerke zu schaffen. Dies wäre nicht förderwürdig. Hingegen kann ein besonderes Kunstwerk eines Schülers durchaus preiswürdig sein. Nicht förderwürdig wäre die von einem Geschichtsprofessor erstellte Dokumentation der Heimatgeschichte einer Landkreisgemeinde. Eine solche Arbeit könnte jedoch mit dem Preis bedacht werden, wenn ein geschichtsinteressierter Bürger diese in seiner Freizeit erstellt.“ Diese Beispiele zeigten, „dass die Beurteilung der Preiswürdigkeit nicht einfach ist“. Wichtig sei, dass eine kulturelle Leistung von allgemeiner Bedeutung sein müsse. Außerdem müsse ein überdurchschnittliches Engagement vorliegen, das nicht in Ausübung einer beruflichen oder gewerbemäßigen Tätigkeit erbracht werde. Das alles habe im Gesamtpaket 2016 nicht vorgelegen, weshalb es diesmal keinen Preisträger gebe. 2015 hatte es sechs Bewerbungen gegeben. Ausgezeichnet wurde Oskar Schmidt für seine Untersuchungen zum Fund des Goldenen Hutes in Schifferstadt. 2014 waren es sieben Einreichungen. Der Preis wurde geteilt und ging zu gleichen Teilen an die Jagdhornbläser Schloss Fußgönheim für die Pflege der Jagdhornmusik und des reiterlichen Brauchtums sowie an Ingrid Lupatsch aus Waldsee als Autorin einer Komödie zum Thema der Fusion von Waldsee, Altrip und Neuhofen. Der Kulturförderpreis ist übrigens mit 2500 Euro dotiert. Bewerbungen für 2017 sind ab sofort möglich. Im Netz Weitere Informationen zum Kulturförderpreis gibt es unter www.sparkasse-vorderpfalz.de/kulturfoerderpreis. |btw/ax