Frankenthal
Schulessen an Frankenthaler Schulen wird teurer
Grund für die Anhebung der Elternbeteiligung am Schulessen ab dem kommenden Schuljahr sind deutlich gestiegene Kosten, die durch die bisherigen Beiträge nicht mehr gedeckt werden. Aktuell bezuschusst die Stadt das Angebot mit rund 747.000 Euro pro Jahr. Mit der Beitragserhöhung soll der städtische Anteil um rund 144.000 Euro sinken.
Rund 4,55 Euro pro Essen
Konkret heißt das: Eltern von Kindern an Ganztagsschulen sollen künftig 54 Euro im Monat für das Mittagessen zahlen, bislang sind es 42 Euro. An der Tom-Mutters-Schule, wo die Schüler an fünf Tagen pro Woche eine warme Mahlzeit erhalten, steigt der Monatsbeitrag auf 68 Euro. Auch Lehrkräfte und Oberstufenschüler, die am Mittagstisch teilnehmen, müssen tiefer in die Tasche greifen: Für sie erhöht sich der Preis pro Mahlzeit von 4,17 Euro auf 6,34 Euro.
Begründet wird der Anstieg laut Stadt damit, dass bei der Berechnung der bisherigen Preise viele zusätzliche Kosten gar nicht berücksichtigt wurden. Neben dem reinen Essenspreis, aktuell rund 4,40 Euro pro Mahlzeit, wurden etwa Personal- und Verwaltungskosten, Abschreibungen für Mensa- und Küchenausstattung sowie laufende Betriebskosten bislang nicht in die Kalkulation einbezogen. Die Eltern zahlten im Grunde nur das Essen selbst sowie Transport und Entsorgung, während die Stadt den Großteil der übrigen Ausgaben übernahm. Daher soll ab dem Schuljahr 2026/27 eine Mahlzeit im Durchschnitt 4,55 Euro kosten. Insgesamt nehmen 1516 Frankenthaler Schüler am Mittagessen teil.
Durch die überschaubare Preiserhöhung möchte die Stadt soziale Spaltung verhindern, da hohe Beiträge zu Zahlungsausfällen, Abmeldungen von der Mittagsverpflegung und letztlich zu einer „Zwei-Klassen-Gesellschaft“ innerhalb der Schulen führen könnte. Daher habe man sich bewusst gegen eine vollständige Umlage aller Kosten auf die Eltern entschieden.
Melanie Sejdija, Abteilungsleiterin im Bereich Schulen, empfiehlt Eltern, ihr Kind zum Essen anzumelden. „Einfach damit kein Kind traurig ist, wenn es sieht, wie andere etwas bekommen, es selbst aber nicht.“ Außerdem werde kein Kind beim Essen benachteiligt. „Das Mensapersonal kennt Schülerinnen und Schüler, die mehr essen, und portioniert entsprechend. Und natürlich bekommen die Kinder bei Bedarf auch Nachschlag.“
Ohne Eigenanteil
Für Familien mit geringem Einkommen ändert sich trotz der Erhöhung nichts. Wer Bürgergeld, Wohngeld oder Sozialhilfe bezieht, muss auch künftig keinen Eigenanteil zahlen. Hier greifen die Leistungen für Bildung und Teilhabe. Laut Verwaltung betrifft dies derzeit 472 Kinder. Härtefälle können zudem über den Sozialfonds des Landes unterstützt werden und zahlen dann lediglich einen Euro pro Essen. Dies sei derzeit bei einem Kind der Fall. Die entsprechenden Unterlagen zur Beantragung beider Fälle werden von den Schulen an die Eltern geschickt.