FRANKENTHAL RHEINPFALZ Plus Artikel Schütze Otto Zunn: Treffsicher bis ins Seniorenalter

In seiner Altersklasse noch immer einer der Besten: Sportschütze Otto Zunn.
In seiner Altersklasse noch immer einer der Besten: Sportschütze Otto Zunn.

Kürzlich hat Otto Zunn die Sebastianusnadel des Deutschen Schützenbunds für „30 Jahre erfolgreiche Sporttätigkeit“ bekommen. Eigentlich hätte er diese Ehre zweimal verdient. Der Schützengesellschaft gehört er immerhin seit 63 Jahren an.

Mit seiner ruhigen Hand und seiner Treffsicherheit sorgte Zunn schon als junger Bursche im Freundeskreis für Aufsehen. Wenn er mit seiner Clique in der Nachkriegszeit den Frühjahrs- und Oktobermarkt besuchte, hatte er an der Schießbude stets seinen großen Auftritt. „Ich habe den Kameraden immer die Blumen runtergeschossen“, erinnert er sich im RHEINPFALZ-Gespräch. Über seinen Cousin fand er dann als 20-Jähriger den Weg in den Schützenverein an der Mahlastraße. Das war 1957.

Eine eigene Waffe hatte der gebürtige Frankenthaler, der mit vier Geschwistern aufwuchs und die Bombardierung seines Elternhauses in der Rheinstraße miterleben musste, damals freilich noch nicht. Mit einem Luftgewehr des Vereins landete er die ersten Treffer. Eine beispielhafte Karriere, die ihn 1961 zu den Deutschen Meisterschaften nach München führte, bahnte sich an. Urkunden und Medaillen, Zeugnis der sportlichen Erfolgen auf Vereinsebene und bei überregionalen Wettbewerben, kann Otto Zunn kaum noch zählen. Wenn er auf die Scheiben zielte, gab es kaum Fehlschüsse. Dass er von 300 möglichen Ringen locker auf 293 kam, war wahrlich keine Seltenheit.

Dreifacher Schützenkönig

Was ist das Rezept für diese herausragenden Schießergebnisse? „Trainieren, trainieren und noch einmal trainieren“, erklärt Zunn. Sportlicher Ehrgeiz und eiserne Disziplin kommen hinzu. In seiner aktiven Zeit stand er an drei Tagen in der Woche auf dem Schießstand und reiste meist am Wochenende zu den Rundenkämpfen quer durchs Land. Dabei war er bei der Wahl der Waffen nicht festgelegt. Er beherrschte sie alle: Luftgewehr, Zimmerstutzen, Luftpistole oder Kleinkaliber-Sportpistole.

Gleich drei Mal wurde er im Verein als Schützenkönig gefeiert, nachdem er den Holzadler „abgeschossen“ hatte. Für kurze Zeit war er Zweiter Vorsitzender, heute ist er Ehrenmitglied der Schützengesellschaft und in der Seniorenklasse noch immer einer der Besten. Otto Zunn, der den Beruf des Handformers in der Gießerei von KSB erlernte und dem Pumpenhersteller 43 Jahre die Treue hielt, beschränkte seine sportlichen Aktivitäten keineswegs auf das Schießen. In jungen Jahren war er Turner und machte auch auf dem Tanzparkett eine gute Figur. Seine spätere Frau lernte er in der Tanzschule kennen und nahm mit ihr an Turnieren teil. Noch heute ist er stolz auf die deutsche Vizemeisterschaft im Standard-Formationstanz.

Den Spruch „Wer rastet, der rostet“ nimmt sich der 83-Jährige sehr zu Herzen. 1000 Kilometer legt er im Jahr mit dem Fahrrad zurück. Er spielt nach wie vor mit großer Leidenschaft Tischtennis und schiebt alle zwei Wochen beim Kegeln nicht unbedingt eine ruhige Kugel. Auch die Faszination des Boulespiels hat er für sich entdeckt. Sowohl in Heßheim, seinem Wohnort, als auch im Metzner-Park frönt er diesem Freizeitsport. Und selbstverständlich ist er noch regelmäßig beim Training auf der Schießanlage anzutreffen.

x