Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Schülerverkehr: Elternsprecher wollen Umfrage starten

Ein Kritikpunkt der Eltern: Der Fahrplan sei zum Teil schlecht auf die Schulzeiten abgestimmt.
Ein Kritikpunkt der Eltern: Der Fahrplan sei zum Teil schlecht auf die Schulzeiten abgestimmt.

Die Entscheidung des Stadtrats, für den Schülertransport auf den Linien 462 (Beindersheim) und 465 (Eppstein) zwei zusätzliche Busse einzusetzen, wird von den Elternvertretern der vier großen weiterführenden Schulen in Frankenthal grundsätzlich begrüßt. Weil die Zusatzfahrten bis Jahresende befristet seien und die Corona-Pandemie noch länger andauere, reiche das aber nicht aus.

Gegenüber der RHEINPFALZ verweisen die Schulelternsprecher auf das ihrer Ansicht nach seit Jahren bekannte Problem, dass die Busse zu Stoßzeiten chronisch überlastet seien und trotz verschiedener Initiativen keine substanzielle Verbesserung festzustellen sei. Mit spürbarem Unverständnis quittieren sie die Aussage von Oberbürgermeister Martin Hebich (CDU), Eltern und Schulen hätten sich mit Beschwerden nicht an die Stadt gewandt.

Um sich bei den Verantwortlichen Gehör zu verschaffen, haben sich die Beiräte auf eine Befragung von Eltern und Schülern verständigt. „Ursprünglich wollten wir das Thema schon im Frühjahr anpacken, waren uns aber schnell einig, dass dies nicht der richtige Zeitpunkt ist“, erklärt Stefan Vogel, Elternsprecher des Karolinen-Gymnasiums.

Kritik: Sitz- durch Stehplätze ersetzt

Nun wird vor den Weihnachtsferien eine gemeinsame Aktion gestartet, um Daten zu sammeln, wie die Schüler in die Schule kommen, welche Verkehrsmittel sie wie oft nutzen und ob sich das Verhalten in Corona-Zeiten geändert hat. Die Online-Befragung sei relativ ausführlich angelegt und werde von den Schulleitungen begrüßt, sagt Vogel. Er kritisiert, dass in den Bussen ein Teil der Sitz- durch Stehplätze ersetzt und Fahrpläne nicht an die Unterrichtszeiten angepasst worden seien. Dies führe dazu, dass das „Elterntaxi“ zum Einsatz komme.

„Die Busse kommen morgens zu spät und sind gnadenlos überfüllt“, bemängelt Christoph Greiner, Vorsitzender des Elternbeirats der Integrierten Gesamtschule Robert Schuman. In Briefen und Mails an den Schulträger hätten Eltern immer wieder auf die ihrer Meinung nach unhaltbaren Zustände beim Schülertransport aufmerksam gemacht. Die OB-Äußerung im Stadtrat habe ihn insofern verwundert. Von der Umfrage verspricht sich Greiner ein „geballtes Informationsbild.“

„Zwei Zusatzbusse reichen nicht“

Mit zwei zusätzlichen Bussen seien die Probleme bei der Schülerbeförderung nicht gelöst, stellt Winfried Rogel, Elternsprecher der Friedrich-Schiller-Realschule plus, im Gespräch mit der RHEINPFALZ fest. „Weil die Zeiten absolut nicht stimmen, kommen die Schüler morgens zu spät und müssen mittags früher aus dem Unterricht.“ Die um 13.09 Uhr und 13.10 Uhr abfahrenden Busse zu erreichen, sei sehr schwierig. Die Umfrage und deren Auswertung seien für die Beiräte mit viel Arbeit verbunden. „Aber das System gehört sinnvoll überarbeitet, damit es passt“, meint Rogel, der seit 16 Jahren im Amt ist.

Mit guten Umfrage-Erfahrungen kann Ishak Kurt, Vorsitzender des Schulelternbeirates am Albert-Einstein-Gymnasium, aufwarten. Bei einer Befragung zum Thema Digitalisierung habe es im Sommer 450 Rückmeldungen gegeben. Gemeinsam mit seinen Kollegen habe er den Fragenkatalog zur Schülerbeförderung erarbeitet. Ab Ende November werde er online abrufbar sein.

Gesamtkonzept angestrebt

Die nicht auf die Unterrichtszeiten abgestimmten Fahrpläne und die überfüllten Busse sind auch für Kurt die Hauptprobleme. Von der Umfrage erhoffe er sich aussagekräftige Ergebnisse, die den Blickwinkel der Eltern berücksichtigten. Zusammen mit dem Schulträger müsse dann nach Lösungen gesucht und ein Gesamtkonzept erstellt werden, skizziert Ishak Kurt aus seiner Sicht das weitere Prozedere.

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