Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel SC Bobenheim-Roxheim: Klassenverbleib fast unmöglich

Horst Döppel (vorne) - hier im Zweikampf mit Pascal Liam Spiegel im Derby gegen den VfR Frankenthal – wird dem SC ab sofort fehl
Horst Döppel (vorne) - hier im Zweikampf mit Pascal Liam Spiegel im Derby gegen den VfR Frankenthal – wird dem SC ab sofort fehlen.

Noch ohne Punkt muss der Fußball-Bezirksligist SC Bobenheim-Roxheim in die im März beginnende Abstiegsrunde starten. Ein Trainerwechsel, auf Sascha Löcher folgte Norbert Prehn, brachte bislang keine zählbaren Ergebnisse. Bei der fast unmöglichen Mission mit dem Ziel Klassenverbleib muss der Coach auf Spieler verzichten.

18 Niederlagen, die ersten neun noch unter Sascha Löcher, das ist die ernüchternde Bilanz des SC nach der ersten Hauptrunde. Norbert Prehn, der die Mannschaft im Oktober übernommen hat, will nicht schon jetzt aufgeben. Seine Spieler will er athletisch gut gerüstet in die restlichen Spiele schicken.

„Ich habe ja das Glück, dass ich nicht alle 18 Niederlagen erlebt habe“, gesteht Prehn rückblickend im Gespräch mit der RHEINPFALZ. „Die teilweise knappen Ergebnisse haben jedoch gezeigt, dass wir immer wieder mal nah dran waren. Aber es hat dann an der Beständigkeit gefehlt“, bilanziert der neue Trainer. Knappe Ergebnisse waren jedoch für den Sportclub eher rar. Je länger die Saison andauerte, desto häufiger waren die Begegnungen nach dem ersten Gegentreffer entschieden, weil dann beim SC der Widerstand gebrochen war.

Am Ende standen Ergebnisse wie das 0:10 im Derby gegen den VfR Frankenthal. Mit einem Torverhältnis von 13:84 beendete der SC die erste Hauptrunde. Da nur die Punkte und Tore der Begegnungen gegen Mannschaften, die jetzt ebenfalls in der Abstiegsrunde stehen, mitgenommen werden, startet der SC mit einem Torverhältnis von 5:35. Doch nur die Punkte zählen.

Dass seine Mannschaft nach Gegentreffern vorwiegend in der zweiten Hälfte eingebrochen sei, erklärt Norbert Prehn mit mangelnder Fitness. „Daran können wir in der Vorbereitung zur Abstiegsrunde arbeiten“, sagt der Coach.

Doch der Kader des Übungsleiters hat sich reduziert. Vier Spieler stehen nicht mehr zur Verfügung. Horst Döppel wird sich aus beruflichen Gründen zurückziehen, Gökbey Altun wechselt zum SV Horchheim, Finn Nebel und Jonas Willer suchen bei Schwarz-Weiss Frankenthal eine neue Herausforderung.

Weitere Abgänge soll es nicht geben. Neuzugänge wären somit hilfreich für den abstiegsgefährdeten Verein. Vier bis sechs Neue sollen es laut Prehn werden. Diese zu bekommen, gestaltet sich derzeit allerdings auch aufgrund der Corona-Pandemie schwierig. Der bisher einzige feststehende Neuzugang ist Ismail Aydogan vom VfR Frankenthal. Mit weiteren Kandidaten sei der SC aber in Gesprächen, versichert der Übungsleiter. „Da ist ein Spieler aus der Landesliga dabei, zwei aus der Bezirksliga und drei aus der A-Klasse“, berichtet Prehn. Doch die wissen um die Gesamtsituation am Binnendamm. Noch haben der Trainer und die Verantwortlichen Zeit den Kader für die harte Abstiegsrunde um- und aufzubauen.

„In den zehn ausstehenden Spielen der Abstiegsrunde lässt sich noch einiges erreichen“, verbreitet der Trainer Zuversicht. Er hat sich einiges vorgenommen. „Wir werden ein anderes System spielen. Wir versuchen hoch anzugreifen, um dadurch hinten einen schnelleren Zugriff zu haben“, erklärt er. Dafür benötigt er vor allem einen gelernten Stürmer, der fehle ihm zurzeit, gesteht Prehn. Bei eigenem Ballbesitz erwartet er ebenfalls mehr von seinen Spielern. Dabei gehe es vor allem um die Kreativität der Spieler. „Das muss sich auch aus dem Spiel heraus entwickeln“, hofft der Coach auf eine Steigerung.

Ein weiteres Sorgenkind im Team ist das Selbstvertrauen der Spieler. Kein Wunder, dass davon nach 18 sieglosen Spielen wenig übrig ist. „Unsere Hauptaufgabe ist es, die Jungs von dem, was war, frei zu machen“, sagt Prehn. Deshalb führe er viele Gespräche mit seinen Spielern.

Bis es wieder losgeht, will der SC noch einige Freundschaftsspiele absolvieren, in denen das Team sich finden kann. „Für mich als Trainer zählt in der Meisterschaft immer das nächste Spiel, und das ist das gegen den 1. FC 08 Haßloch am 27. März“, sagt Prehn. Erstes Ziel bleibt der Klassenverbleib. Dafür ist ein positiver Einstieg in die Abstiegsrunde nötig. Dass dann mit den Haßlochern ein Spitzenteam der Abstiegsrunde am Binnendamm gastieren soll – die Gäste haben bereits 18 Punkte auf dem Konto und sind damit weit weg vom SC – macht die Aufgabe nicht leichter.

Norbert Prehn denkt trotzdem bereits über das Saisonende hinaus. Es wäre in der jetzigen Situation sicher auch blauäugig, sich nicht mit der Fußball-A-Klasse zu beschäftigen. „Natürlich denke ich darüber nach, da wir versuchen, Spieler zu akquirieren, die im Sommer kommen sollen“, erklärt der Trainer.

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