FRANKENTHAL RHEINPFALZ Plus Artikel Roland Kuffler – ein pfälzischer Gastronomie-Pionier

Roland Kuffler auf dem Münchener Oktoberfest: Hier feierte er das 25-jährige Bestehen seines 1984 dort eröffneten Weinzelts.
Roland Kuffler auf dem Münchener Oktoberfest: Hier feierte er das 25-jährige Bestehen seines 1984 dort eröffneten Weinzelts.

Der Name Kuffler hat in Frankenthal Tradition und ist eng mit der Bau- und Immobilienbranche verbunden. Mit einer Ausnahme: Roland Kuffler, der vergangene Woche im Alter von 83 Jahren verstorben ist, hat einen der größten und führenden Gastronomiekonzerne in Deutschland aufgebaut.

Seine berufliche Laufbahn begann der gebürtige Frankenthaler in der elterlichen Baufirma. Er war der Cousin des Unternehmers Klaus Kuffler. Dessen Sohn Michael hat die allerbesten Erinnerungen an Roland Kuffler und charakterisiert ihn gegenüber der RHEINPFALZ als „unglaublich freundlichen und sympathischen Menschen“, der seiner Heimatstadt sein ganzes Leben lang im Geiste sehr verbunden geblieben sei, wenngleich er sie nur noch selten gesehen habe.

Ins Gastrogewerbe eingestiegen ist Roland Kuffler ganz bescheiden: mit einer Studentenkneipe in Heidelberg. Er machte die Bekanntschaft mit seinem Kommilitonen Erich Kaub, die sich sowohl in wirtschaftlicher als auch in privater Hinsicht als Glücksfall erweisen sollte. Die beiden gründeten das Kabarett „Bügelbrett“ und eröffneten in der Universitätsstadt am Neckar ein Lokal nach dem anderen. Und Geschäftspartner Kaub, später Präsident des Hotel- und Gaststättenverbandes, hatte eine Schwester namens Doris, die Kuffler vor den Traualtar führte. Aus der Ehe sind drei Kinder hervorgegangen.

Aufstieg in München

Dem Umzug nach München im Jahre 1968 folgte sehr bald ein steiler geschäftlicher Aufstieg. Es entwickelte sich ein Millionen-Imperium, mit dem Roland Kuffler in der Isar-Metropole ein schillerndes Kapitel Gastronomiegeschichte schrieb: mit dem Spatenhaus an der Oper, dem Seehaus im Englischen Garten, dem Haxnbauer am Platzl oder dem Sushi-Tempel Mangostin – allesamt gehobene Adressen. Ebenso wie das Fünfsterne-Hotel Palace, das bis heute zur Kuffler-Gruppe gehört. Zusammen mit dem Feinkost-Papst Gerd Käfer setzte Roland Kuffler auch im Casino in Wiesbaden und in der Alten Oper Frankfurt kulinarische Glanzlichter.

Seinen größten Coup landete der erfolgreiche Unternehmer, der sich gerne mit Prominenten der Münchener Society und internationalen Stars umgab, im Jahre 1984 mit einem Weinzelt auf der Wiesn, dem größten Bierfest der Welt. Da wurde bereits der Untergang des Abendlandes an die Wand gemalt. Doch Roland Kuffler blieb hartnäckig, erinnerte immer wieder daran, dass schon 1810 beim ersten Oktoberfest Pfälzer Wein ausgeschenkt worden sei, und machte sein Zelt zu einem begehrten Treffpunkt.

„Immer viel Spaß gehabt“

Gesundheitlich angeschlagen zog sich Roland Kuffler aus dem operativen Geschäft zurück und übergab das Familienunternehmen 2016 an seine beiden Söhne Stephan und Sebastian. „Wir verlieren eine wunderbare Persönlichkeit“, bedauert Michael Kuffler am Telefon. Die Familien hätten stets einen sehr intensiven Kontakt gepflegt. Unvergessen blieben auch die gemeinsamen Ferienaufenthalte in Südfrankreich. „Wir haben immer sehr viel Spaß gehabt.“ Roland Kuffler habe das Leben stets von der sympathischen Seite betrachtet. Sohn Stephan nannte ihn „ein Unikat voller Menschlichkeit, Hilfsbereitschaft und Humor.“ Wie schrieb die „Abendzeitung“ in ihrem Nachruf: „Ohne ihn wird es in München ein bisserl kälter werden.“

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