Frankenthal Reise in eine andere musikalische Welt

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Der Frankenthaler Pianist und Komponist Wolfgang Müller-Steinbach spielt am Samstag, 24. November, 17 Uhr, auf dem liebevoll überarbeiteten historischen Blüthner-Flügel der Frankenthaler Versöhnungskirche, Gottfried-Keller-Straße 2, Werke aus Klassik und Spätromantik.

Ludwig van Beethovens

Klaviersonate C-Dur (op. 53), die sogenannte „Waldsteinsonate“ gehört zu den beliebtesten Werken des Komponisten. Sie entstand 1804 und verbindet für die damalige Zeit unerhörte Kühnheiten wie den Pianissimo-Beginn des ersten Satzes oder ineinander verschwimmende Harmonien im Schlusssatz mit tief empfundenen Melodien und gefürchteten spieltechnischen Anforderungen. Schuberts B-Dur Sonate (D 960) ist die letzte der drei Sonaten, die er in seinem Todesjahr 1828 schuf. Sie beginnt in ruhevoller Stille, enthält einen der ergreifendsten langsamen Sätze der Musikliteratur und schließt, nach einem scheinbar harmlosen Scherzo mit einem ausgedehnten Rondo, das nach rätselhaftem Beginn und trotzigen Zwischensätzen fast zu verlöschen scheint, bevor noch ein kurzer Schlussaufschwung folgt. Spielen wird Wolfgang Müller-Steinbach auch vier kurze, aber ausdrucksvolle Stücke des spätromantischen Komponisten Felix Draeseke – der Frankenthaler Pianist genießt ja den Ruf eines Draeseke-Spezialisten, hat er sich doch um die Wiederentdeckung des fast vergessenen Komponisten ganz besonders verdient gemacht. Die Stücke führen in eine andere musikalische Welt. Draeseke, 1835 in Coburg geboren und 1913 in Dresden gestorben, war zu Lebzeiten überaus angesehen und hat mit seinem „neudeutsche” und klassische Elemente verschmelzenden Stil Komponisten wie Richard Strauss, Max Reger und Hugo Wolf beeinflusst. Die einzelnen, geradezu bildhaften Sätze tragen anschauliche Titel wie „Süße Melancholie“ oder „Buch des Unmuts“. Sie sind gut geeignet, den Hörer für die Tonsprache des zeitweise fast vergessenen Komponisten zu begeistern. Der Eintritt zu dem Konzert in der Versöhnungskirche ist frei, Spenden sind willkommen.

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