Frankenthal Reibereien um Oma Berta

Daniela Küster (links), Rolf Seitz und Doris Graf-Fedior haben bei den Proben für die turbulente Komödie viel Spaß.
Daniela Küster (links), Rolf Seitz und Doris Graf-Fedior haben bei den Proben für die turbulente Komödie viel Spaß.

„Drei Mieter und ein Entführungsfall“ heißt die diesjährige Komödie, die der Verein Eppschdääner Theater in der TSV-Halle in der Regie von Marliese Euler ab dem Wochenende auf die Bühne bringt. Premiere ist am Freitag, 17. November, 20 Uhr. Gespielt wird das Stück insgesamt achtmal. Erste Einblicke in die turbulente Handlung mit kriminalistischer Ausrichtung von Jürgen Köhler gab es bei einem Probenbesuch.

Im Radio schmettert Karel Gott „Einmal um die ganze Welt“, während Oma Berta in Filzschlappen und mit dicker Brille die Wäsche aufhängt. Die so eigenwillige wie schwerhörige 82-Jährige steht im Mittelpunkt des Geschehens und wird gespielt von Doris Graf-Fedior. Lebenslustig und freiheitsliebend macht Oma Berta, was ihr gefällt. Anstatt ihr Haus zu verkaufen und ins Altersheim zu gehen, wie das Enkelin Gundula Sittig (Daniela Küster) lieber hätte, nimmt die Seniorin gleich drei Untermieter auf: den jungen Polizisten Robert Kleinlich (Daniel Haslinger), einen verrückten Professor namens Feinstein (Sven Strickler) und dessen gesangsambitionierte Praktikantin Monika Lewitzki (Christiane Heinz). Dass es zwischen den Vieren bald Reibereien gibt, scheint vorprogrammiert. Als auch noch ein fünfter Mitbewohner, der Landstreicher Anton Schnorrer (Rolf Seitz), dazukommt und ein Entführungsfall das ganze Dorf in Angst und Schrecken versetzt, beginnen sich die Ereignisse zu überschlagen. Das Tohuwabohu perfekt machen die neugierige Nachbarin Olga Grantig (Petra Harsch) und Elke Winter (Sermin Tas). Ob die Irrungen und Wirrungen in ein Happy End münden, wird hier natürlich nicht verraten. Die Proben zu dem Acht-Personen-Stück laufen seit August. Alle Akteure haben sichtlich Spaß bei den Vorbereitungen. Fast alle haben viele Jahre Bühnenerfahrung. Einzige Ausnahme ist Daniela Küster: Die junge Eppsteinerin gibt als Enkelin Gundula Sittig ihr Schauspieldebüt und verkörpert eine eiserne Jungfrau Ü 30 in Faltenrock und Strickjacke. Wie man sich Rolle und Text aneignet, dafür hat jeder Laiendarsteller seine eigene Methode. Doris Graf-Fedior hat ihren Part beim Bügeln gelernt. Wichtig sei ihr dabei auch das Outfit gewesen, erzählt sie. In Oma Bertas Filzpuschen habe sie bei der Hausarbeit ein Gefühl für ihre Bühnenfigur entwickelt. Regie führt Marliese Euler. Schon beim Lesen des Stückes habe sie Bilder vor Augen und wisse instinktiv, wer welche Rolle spielen könne, erklärt Euler. Regieführen sei wie ein Puzzle, in dem sich nach und nach alle Teilchen zusammenfügten. „Das Stück spielt in der guten alten Zeit“, berichtet Euler. Gemeint ist das vordigitale Zeitalter, als alle noch ohne Internet, Facebook und Co auskamen. Nostalgische Gefühle ruft auch das Bühnenbild hervor, das mit Liebe zum Detail besticht. „Die Kulisse ist bei uns immer ein Gemeinschaftswerk“, sagt Regisseurin Marliese Euler. Passende Requisiten finde man eigentlich immer, sei es im Freundeskreis, auf Flohmärkten oder daheim. Und so dürfen ab Freitag neben den Akteuren auch besondere Stücke aus der Vorkriegszeit wie eine Nähmaschine und ein Emailleherd beklatscht werden. Noch Fragen? Die Komödie „Drei Mieter und ein Entführungsfall“ von Jürgen Köhler wird am 17., 18., 24. und 25. November in der Halle des TSV Eppstein, Ernst-Moritz-Arndt-Straße, gespielt. Beginn ist jeweils um 20 Uhr (Einlass ab 19 Uhr). Eine Vorstellung für Senioren gibt es am Samstagnachmittag. Für die Aufführungen am 17., 18. und 24. November gibt es noch Restkarten für zehn Euro bei Aquaristik Corner in Eppstein (Dürkheimer Straße 54a). Gespielt wird das Stück auch am 2., 3. und 4. März 2018 im Dorfgemeinschaftshaus Herxheim/Berg.

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