Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Regionalplan: Ludwigshafen gegen mögliche Römig-Erweiterung

Auf der Fläche rechts des Radwegs kann sich der Verband Region Rhein-Neckar vorstellen, das Industriegebiet am Römig zu erweiter
Auf der Fläche rechts des Radwegs kann sich der Verband Region Rhein-Neckar vorstellen, das Industriegebiet am Römig zu erweitern. Ansässig sind dort derzeit das Logistikzentrum von Amazon, das Zentrallager der BASF und Kartoffel Kuhn.

Die im aktuell diskutierten Entwurf des Einheitlichen Regionalplans Rhein-Neckar und im Gewerbeflächenentwicklungskonzept der Stadt Frankenthal enthaltene Erweiterung des Industriegebiets Am Römig stößt in Ludwigshafen auf wenig Gegenliebe.

In der Vorlage für den Ludwigshafener Bau- und Grundstücksausschuss, der am Montag getagt hat, fordert die Verwaltung der Nachbarstadt, dass „die im Planentwurf enthaltene Erweiterung des Vorranggebiets für Industrie und Logistik Am Römig“ nicht ausgewiesen werden solle. Gegen eine weitere Ausdehnung Richtung Osten um zwölf Hektar spreche vor allem die „jetzt schon angespannte verkehrliche Situation“ und eine zusätzliche Lärmbelastung, die von Industrie- und Logistikbetrieben ausgehe.

Klimafolgen befürchtet

Weitere Argumente, die Ludwigshafen anführt, beziehen sich auf mögliche Auswirkungen „in klimatologischer Hinsicht“ auf die angrenzenden Stadtteile Ruchheim und Oggersheim, eventuelle Nutzungskonflikte mit der Landwirtschaft sowie den Arten- und Naturschutz. Der Umweltbericht zur geplanten Neufassung des Regionalplans, der in den kommenden Wochen auch die Frankenthaler Gremien beschäftigen wird, verweise auf diese Konfliktpunkte. Dort sei für die zur Erweiterung vorgesehenen Fläche von einer „hohen bis sehr hohen klimaökologischen Bedeutung die Rede. Das Fazit in dem Bericht: „Der Änderungsbereich ist mit voraussichtlich mittleren negativen Umweltauswirkungen verbunden.“

Auf der zu Ruchheim gehörenden Fläche „Nördlich A650“, die südlich des Frankenthaler Industriegebiets Am Römig liegt, soll es weiter nur Landwirtschaft geben. Eine Ansiedlung von Gewerbe- und Logistikbetrieben soll dort nicht stattfinden. Dafür hatte sich der Ludwigshafener Stadtrat kurz vor Weihnachten vergangenen Jahres auf Antrag der Grünen mit großer Mehrheit ausgesprochen. Der Verband Region Rhein-Neckar hatte ursprünglich die Absicht, die 42 Hektar große Fläche als Vorranggebiet für Industrie und Logistik auszuweisen.

Ein weiteres Thema der Stellungnahme, die der Ludwigshafener Ausschuss am Montag zur Kenntnis genommen, aber noch nicht beschlossen hat: die nördlich der BASF-Kläranlage auf Frankenthaler Gemarkung markierten 37 Hektar für ein Industrie- und Logistikgebiet. Sofern diese Fläche ausschließlich für die „betriebliche Entwicklung“ der BASF genutzt werde, sei aus Sicht Ludwigshafens nichts einzuwenden. Im Falle einer Erweiterung, von der andere Betriebe als der Chemiekonzern profitieren würden, habe man allerdings bereits Bedenken angemeldet.

Lkw-Abfertigung im Bau

Wie berichtet, baut die BASF aktuell westlich ihrer Kläranlage ein neues Abfertigungszentrum. Täglich sollen dort bis zu 1200 Lkw die für den Transport von Gefahrgütern notwendige ADR-Kontrolle durchlaufen und dann am Tor 15 aufs Werksgelände fahren. Schon im Frühjahr 2022 soll diese Anlage in Betrieb gehen. Der zweite Baustein ist die sogenannte Nordroute. Der Schwerlastverkehr soll über eine firmeneigene Straße zum Tor 15 und von dort ins Werk gelangen, um beispielsweise langfristig die B9 zu entlasten. Frankenthals Oberbürgermeister hatte zuletzt erklärt, dass seinem Eindruck nach Erweiterungen im Norden bei der BASF derzeit „nicht die höchste Priorität“ hätten.

x