Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Rück-Spiegel – die Wochenkolumne

So voll könnte die Speyerer Straße nach dem Geschmack der Einzelhändler gerne öfter sein – vor allem an Samstagen ...
So voll könnte die Speyerer Straße nach dem Geschmack der Einzelhändler gerne öfter sein – vor allem an Samstagen ...

Ausprobieren

Mit welchen Mitteln lässt sich die Ludwigshafenisierung der Frankenthaler Innenstadt aufhalten? Das ist eine Frage, die den Verein City- und Stadtmarketing schon eine ganze Weile umtreibt. Denn: Auch in der Fußgängerzone hier wächst die Anzahl der Tätowierstudios, Handyläden und Billigfriseure. Aber: Noch sind sie da, die alteingesessenen Traditionsbetriebe und starken Fachgeschäfte. Und damit das weiterhin so bleibt und Frankenthal sich nicht nur seines Wochenmarkts, sondern auch eines gesunden Branchenmixes in Speyerer, Wormser und Bahnhofstraße rühmen kann, sind Ideen gefragt. Was mehr oder weniger direkt zu der ganz entscheidenden nächsten Frage führt: Wie bekommt man die Leute zum Einkaufen in die Stadt?

Über der Antwort haben diese Woche Vorstand und Mitglieder des Vereins gemeinsam mit dem neuen OB und den Wirtschaftsförderern der Verwaltung gebrütet. Die hatten einen Vorschlag mitgebracht: ein Marktplatz-Frühstück als Anreiz zum Bummeln und Shoppen am inzwischen allzu ruhigen Samstag. Solche Veranstaltungen gibt oder gab es bereits in der Pfalz und – wohl das bekannteste Beispiel – in der Landeshauptstadt Mainz. Insofern haben die Initiatoren mit diesem Konzept jetzt nicht das Rad neu erfunden. Aber der Anstoß, über die etwas abgenutzten und umstrittenen Aktionen wie verkaufsoffene Sonntage hinaus Einkaufserlebnisse und Eventcharakter zu schaffen, ist wertvoll.

Entscheidend für den Erfolg des Ganzen wird sein, wie viel Geduld und langen Atem die Akteure bei dem neuen Format beweisen. Wenn die Frankenthaler und Besucher aus der Region nicht beim ersten Mal die Innenstadt fluten, ist das noch kein Beinbruch. Wichtig: Das Marktplatz-Frühstück darf keine der üblichen Aperol-Spritz-Versammlungen mit Feinkost-Begleitung werden. Etwas origineller darf es dann doch schon sein. Die Idee eines Picknicks mit Stationen – in der ganzen City verteilt – klingt auf alle Fälle ausbaufähig. Also: ran an den Speck!

Ausdiskutieren

Das Jahr ist gerade einen knappen Monat alt, Oberbürgermeister Nicolas Meyer hat lediglich die ersten 30 Tage seiner Amtszeit hinter sich – da steht am kommenden Dienstag schon die erste Sondersitzung des Stadtrats im Kalender der kommunalpolitischen Gremien. Der Blick auf die Tagesordnung und die dort versammelten Themen zeigt eins sehr deutlich: Eine Schonfrist oder gar Atempause gibt es für den FWG-Mann zum Start schon mal nicht. Aus dem Stand waren Verhandlungen mit der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion über die Frankenthaler Finanzen zu führen. Das Schaffen neuer Kapazitäten zur Unterbringung von Flüchtlingen gleicht einem Wettlauf gegen die Zeit. Kurz- und mittelfristig wird das alles ein schwieriges Geschäft mit wenig Chancen zum Glänzen bleiben. Das dienstälteste Mitglied des Stadtrats, SPD-Mann Dieter Schiffmann, nennt das „die Mühen der Ebene“. Angekommen.

Jörg Schmihing

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