Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Rück-Spiegel – die Wochenkolumne

Dänische Designklassiker: der berühmte Panton-Chair und die Flowerpot-Lampen.
Dänische Designklassiker: der berühmte Panton-Chair und die Flowerpot-Lampen.

Fundstück

Es wäre ein bisschen unfair, das schönste Frankenthal dieser Welt mit Kopenhagen zu vergleichen. Es gibt in der dänischen Metropole ein paar – nennen wir sie mal – Standortvorteile, gegen die ein Mittelzentrum in der Pfalz nicht anstinken kann: das Nebeneinander von alter Bausubstanz und hochmoderner Architektur, die Lage am Wasser, das viele Grün der Schlossgärten, die kreative Nutzung von Industriebrachen, die superbreiten Radwege. Gut, einen gewaltigen Nachteil gibt es: Wer in einer Kneipe eine Weinschorle in akzeptabler Größe bestellt, der kann über die geplante Preiserhöhung für den Wurstmarkt-Schoppen nur lachen. Bei den Tarifen im hohen Norden, ist der Lokalpatriotismus schnell wieder da.

Frankenthaler Artefakt in Kopenhagener Museum: eine Schnupftabakdose aus Porzellan.
Frankenthaler Artefakt in Kopenhagener Museum: eine Schnupftabakdose aus Porzellan.

Aber Frankenthal wäre nicht Frankenthal, wenn es nicht selbst in Kopenhagen seine Spuren hinterlassen hätte – und zwar an ganz und gar unerwarteter Stelle: im Dänischen Designmuseum, wo sehr anschaulich erklärt und gezeigt wird, dass selbst Alltagsgegenstände wie Stühle oder Lampen nicht nur funktional, sondern auch schön sein können. Man begegnet dort Klassikern wie dem geschwungenen Panton Chair oder den Flowerpot-Lampen. Ein Raum ist einer Sammlung von Schnupftabakdosen aus Porzellan gewidmet. Was den Verfasser dieser Zeilen sehr zum Unmut seiner Gattin dazu brachte, den Katalog zu den kleinen Behältern zu durchsuchen. Und siehe da: Regalbrett 4, Exponat 26. Zwischen jeder Menge Meißen ein Artefakt aus Frankenthaler Fertigung, datiert auf die Zeit zwischen 1700 und 1800. Hübsch ist die Beschreibung: außen Flechtwerk mit Blumen und antike Gesichter, innen das Porträt eines Perücke tragenden Mannes. Wenn das mal nicht der gute, alte Carl-Theodor ist ...

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