Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Rück-Spiegel – die Wochenkolumne

Es hilft nur eins: cool bleiben.
Es hilft nur eins: cool bleiben.

Sitzungen: Eiskalt

Ganz Frankenthal ächzt unter der Sommerhitze. Ganz Frankenthal? Zumindest im Congress-Forum trotzt am Donnerstagnachmittag eine kleine Schar tapferer Kommunalpolitiker und -politikerinnen einer unerwarteten Kältewelle. Bei gefühlten 19 Grad erweist sich dann doch so manches Sommerkleidchen und Leinenhemd als zu dünn. Wohl dem, der – wahrscheinlich neben dem obligatorischen Regenschirm – auch eine Jacke eingepackt hat. Als sich schließlich eine schlotternde Hand hebt und mit Verweis auf die Energiesparpolitik der Kommune um eine etwas wärmer eingestellte Klimaanlage bittet, erntet der Fragesteller nur Spott von der Verwaltungsbank. Dem Ausschuss könne man ruhig etwas einheizen, scherzt Oberbürgermeister Martin Hebich (CDU) gönnerhaft.

Für hitzige und bisweilen auch längliche Debatten ist der Krankenhausausschuss berühmt-berüchtigt. Die damit am schwülheißen Dienstag verknüpfte Hoffnung, für längere Zeit den knappen 30 Grad im Büro zu entkommen und im Spiegelsaal ein bisschen durchzuschnaufen, wurde hingegen bitter enttäuscht. Nur ein bisschen mehr als eine halbe Stunde dauerte der öffentliche Teil der Sitzung und damit so lange, wie unter Normalbedingungen ein Tagesordnungspunkt. Am Ende hilft bei individuell sehr unterschiedlich ausgeprägtem Temperaturempfinden nur eins: cool bleiben. Sonja Weiher/Jörg Schmihing

Zulassungsstelle: Kaltgestellt

Vielleicht erinnert sich noch der ein oder andere an den nahezu legendären Versuch des ehemaligen bayrischen Ministerpräsidenten, Edmund Stoiber (CSU), den Vorteil eines Transrapid-Zugs für den Großraum München zu erklären. Ähnlich schwierig ist es dieser Tage zu erklären, warum der Rhein-Pfalz-Kreis nur einen aktiv betriebenen Standort seiner Kfz-Zulassungsstelle hat. Früher waren es ja mal drei Büros, seit dem Cyber-Angriff auf die Zentrale der Kreisverwaltung in Ludwigshafen ist das Angebot jedoch auf die zwei Außenstellen in Heßheim und Dudenhofen geschrumpft. Seit Anfang Juli ist nun auch Heßheim kaltgestellt, aufgrund von personellen Engpässen.

Nun gäbe es die Möglichkeit, das restliche vorhandene Personal aufzuteilen, sodass Anwohner im nördlichen Teil des Kreises nicht seit zwei Wochen gut 30 Kilometer gen Süden fahren müssten, damit sie ein Auto an- oder abmelden können. Stoibers Transrapid hätte diese Strecke womöglich sogar in zehn Minuten geschafft – wie vom Flughafen München bis zum Hauptbahnhof München halt – wäre er jemals flächendeckend zum Einsatz gekommen.

Offenbar ist es der Verwaltung des Rhein-Pfalz-Kreises jedoch wichtiger, die letzte Bastion der Kfz-Zulassungsstelle voll besetzt aufrechtzuerhalten. Würde nämlich jetzt, äh, ein Mitarbeiter aus Dudenhofen, tatsächlich bis nach Heßheim, also ins Rathaus in Heßheim, fahren müssen, um dort Anfragen abzuarbeiten – dann müssten ja auch die bereits online vorab gebuchten Termine für diesen Zeitraum statt in Dudenhofen in Heßheim stattfinden, so die offizielle Begründung. Man stelle sich vor, Anwohner aus dem südlichen Rhein-Pfalz-Kreis müssten in diesem Fall extra mit ihrem eigenen Auto die 30 Kilometer in den Norden fahren, nur um ihr Auto an- oder abzumelden. Wem will man das denn zumuten? Stefan Heimerl

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