Frankenthal
Rück-Spiegel – die Wochenkolumne
Ampelmännchen: Zupackend
Es gibt eine legendäre RHEINPFALZ-Redakteurin, die den Verfasser dieser Zeilen vor langer Zeit mit unnachgiebiger Härte zu größerer Sorgfalt im Umgang mit Kleinigkeiten gedrillt hat. „Die Glaubwürdigkeit der Zeitung fängt bei den Kurzen an.“ Die „Kurzen“ – das sind im Journalistensprech die kleinen Termin- oder Personenmeldungen. Ob Bernd Knöppel sich gedacht hat, er müsse sich Glaubwürdigkeit verschaffen, indem er sich auch, nun ja, eher kleinteiligen Problemen widmet, ist nicht bekannt. Nach der Debatte um die Installation des Strohhutfest-Ampelmännchens sah er sich zumindest zu etwas gezwungen, das der Amerikaner einen „Boss-Move“ nennt. Das Männchen wird ab dem Strohhutfest an fünf Stellen in der Stadt Fußgängerampeln zieren. Der CDU-Bürgermeister hat, wie er berichtet, intern noch einmal die Bedenken besprochen, die es hinsichtlich der Verkehrssicherheit solcher Motive offenbar gab. Ob er sie zerstreuen konnte, will er sich so direkt nicht entlocken lassen. Nur so viel: „Ich habe die Anordnung unterschrieben und übernehme die Verantwortung.“ Ein Mann, ein Wort. Jörg Schmihing
Kommunalpolitik: Zäh
Sollte die Sitzung des Jugendhilfeausschusses am Mittwoch ein Anschauungsbeispiel dafür sein, wie zäh das kommunalpolitische Alltagsgeschäft sein kann, dann ist das den Mitgliedern wirklich gut gelungen. Respekt den Jungs, die als Vertreter der Skater und Mountainbiker sowie der neuen Jugendvertretung ins Congress-Forum gekommen waren und stoisch die dreistündige Veranstaltung absolviert haben. Immerhin: Die Fraktionen gaben sich Mühe, boten Getränke an und gewährten den jungen Gästen sogar – entgegen der Geschäftsordnung – Rederecht.
Auf der Tagesordnung stand ein Zwischenbericht zur Jugendstrategie. Mithilfe von Fördergeldern wird hier unter anderem die Suche nach einem neuen Standort für junge Skateboard- und Mountainbikefahrer begleitet. Ein Unterfangen, das mittlerweile ins dritte Jahr geht. Im Visier aktuell: eine Fläche auf dem Festplatz, für die jetzt unter anderem ein Lärmgutachten eingeholt werden soll. „Wenn wir konsequent dranbleiben, Geduld haben und Vorschläge machen, finden wir Gehör“, zeigte sich einer der Skater überzeugt. Den Optimismus des 26-Jährigen kann man nur bewundern. Immerhin verfolgt er die Debatte um einen Ersatz für die bei Anwohnern umstrittene Anlage im Pilgerpfad seit 2018. Sonja Weiher