Frankenthal
Rück-Spiegel – die Wochenkolumne
OB-Wahl: Sportlich
Seit dieser Woche stehen zwei Bewerber fürs Amt des Oberbürgermeisters auf dem Zettel: Aylin Höppner (SPD) und nun also Nicolas Meyer (FWG). Der hat mit einer flotten Rede die Teilnehmer der Mitgliederversammlung am Montag so von sich überzeugt, dass sie ihn am Ende einstimmig aufs Schild gehoben haben. Geld für den Wahlkampf gibt’s auch. Es kann also losgehen. Tatsächlich hat Meyer die richtigen Themen auf dem Zettel, ist vor allem bemüht, sich als bürgernah und ansprechbar zu präsentieren. Und als jemand, der einen Draht zu jungen Leuten sucht und findet. Manches von dem, was er bei seiner Nominierung diesbezüglich an Konzepten skizziert hat, dürfte seinem eher älteren Publikum etwas rätselhaft geblieben sein. Was aber immer geht, ist Fußball. Den Gag des gebürtigen Münchners, welche Mannschaft den wohl seine bevorzugte sei, haben alle kapiert: „Die mit den roten Trikots.“
Justiz: Sensibel
Was hat der Doppelmord vo n Oggersheim mit Frankenthal zu tun? Auf den ersten Blick nicht viel – von der Betroffenheit, den dieses unfassbare Verbrechen auch hier ausgelöst hat. Tatsächlich wird die Stadt - genauer das hiesige Landgericht – der Ort sein, wo dem mutmaßlichen Täter irgendwann der Prozess gemacht wird. Sechs Monate – solange darf es nach dem Beginn der Untersuchungshaft höchstens dauern, bis ein Beschuldigter auf der Anklagebank sitzt. Es steht also die nächste große und aufwendige Hauptverhandlung für eine der Strafkammern jenes Gerichts an, das seit der Freilassung eines zu zehn Jahren Jugendhöchststrafe verurteilten Ludwigshafeners Anfang Oktober in die Schlagzeilen und in die Kritik geraten ist. Und das wiederum sensibel und genau die Rechte des Angeklagten mit der Notwendigkeit des Opferschutzes und dem Interesse der Öffentlichkeit austarieren muss. Schwierig. Jörg Schmihing