Frankenthal RHEINPFALZ Plus Artikel Rück-Spiegel – die Wochenkolumne

Auf der Flomersheimer Brücke wird es noch eine Weile ziemlich eng zugehen.
Auf der Flomersheimer Brücke wird es noch eine Weile ziemlich eng zugehen.

Förderprojekt: Lecker

Es hat ein bisschen gedauert, aber dann kam es nach einer guten Stunde doch noch auf den Tisch des Hauses: das „Filetstück“. Serviert hat es in diesem Fall der Grüne Gerhard Bruder. Das spielt aber fast keine Rolle, denn der Begriff taucht mehr oder weniger zuverlässig immer dann auf, wenn in politischen Gremien die Rede auf besonders wertvolle Grundstücke kommt. Im konkreten Fall ging es um den Bereich westlich des Bahnhofs und die Vorstellungen der Planer, was denn wohl daraus zu machen sein könnte. OB Martin Hebich (CDU), seit seinem Rückzug von einer weiteren Kandidatur als Stadtoberhaupt ohnehin erstaunlich aufgeräumt, konterte Bruders Äußerung: Wenn er dort so durchlaufe, komme ihm das Ganze derzeit eher wie Separatorenfleisch vor, sagte Hebich in Anspielung auf die – sagen wir mal – große architektonische Vielfalt entlang der Bahnstrecke. Manches einfach nicht so lecker. Tatsächlich wird es aber in der näheren Zukunft genau darum gehen: Appetit zu wecken auf eine attraktive und nachhaltige Entwicklung des neun Hektar großen Areals – und nicht nur den Hunger auf große Gewinne.

Brücke: Locker

Was bringt den Frankenthaler auf Zinne? Klar, wenn das Strohhutfest ausfällt. Und? Wenn die Flomersheimer Brücke gesperrt ist. Ist ja auch irgendwie nachvollziehbar, denn die Überführung ist südlich der Innenstadt die einzige Möglichkeit über die Gleise zu kommen. Interessant ist aber die offenbar bei allen selbst ernannten Hochbauexperten verbreitete Annahme, dass die Sperrung länger als die geplanten fünf Tage dauere, damit „die da oben“ sich am Ärger der Leute weiden können. Auch gerne genommen: die Beobachtung, dass auf der Baustelle seit Tagen niemand mehr zu sehen gewesen sei. Liebe Leute, es gäbe auch die Möglichkeit, dass es während der Arbeiten Verzögerungen aus technischen, personellen oder sonstigen Gründen gegeben hat. Was aber doch niemand ernsthaft wollen kann, wäre eine Betonplatte, die auf die Schienen stürzt – im schlimmsten Fall, wenn ein Zug durchfährt. Oder einen Spannungsüberschlag von einer ungeschützten Oberleitung auf einen Fußgänger. Aber seit Freitag können ja alle nach Lust und Laune über die Brücke fahren – leider nur mit Tempo 30, Frechheit.

Mehr zum Thema
x